Thailand will keine Backpacker mehr

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Seit Jahrzehnten ist Thailand das Epizentrum der internationalen Backpacker-Szene. Generationen von Individualreisenden sind zu Beginn ihrer Weltreise in der berüchtigten Khaosan Road in Bangkok abgestiegen. Damit wird nach dem Willen der thailändischen Militärregierung wohl bald Schluss sein, denn Thailand macht Ernst mit der Abkehr von den Billigtouristen und dem Werben um mehr „quality tourists“ und schließt tausende preisgünstige Unterkünfte im ganzen Land.

Scho seit Jahren setzt das thailändische Militär, das sich 2015 an die Macht putschte, immer wieder Nadelstiche gegen diejenigen Touristen, die seitdem als unerwünscht gelten. Waren Alkohol- Verkaufsverbote zu bestimmten Tageszeiten, das hart durchgesetzte Verbot von E- Zigaretten oder das Ende der Tolerierung internationaler Führerscheine noch eher Kleinkram, den die Backpacker- Szene weggelächelt hat, geht es nun mit dem Kampf gegen die kostengünstigen Guesthouse- Unterkünfte ans Eingemachte, die ökonomische Halsschlagader des Budget- Touristen.

Vordergründig geht es natürlich gar nicht um die Touristen sondern um die Durchsetzung alter gesetlicher Bestimmungen für Hotels, die so sehr auf große Resort- Hotels zugeschnitten sind, dass sie von kleinen Guesthouses kaum erfüllt werden können. Und wie immer geht es um Lobbyismus und Vetternwirtschaft. Das war schon bei dem von der Zigarettenindustrie diktierten Verbot von E-Zigaretten und Shishas so, dass war bei dem Aufschrei der Taxiwirtschaft gegen Uber so, der auch gleich noch viele private Taxiunternehmen in Schwierigkeiten gebracht hat und das war auch schon bei dem Frontalangriff auf AirBnB so, bei dem es privaten Appartement- Besitzern verboten wurde, Unterkünfte für weniger als einen Monat zu vermieten, weil dafür eine Hotel- Lizenz erforderlich wäre.

Mögen all diese Einzelmaßnahmen natürlich eine Rechtsgrundlage haben und auch vernünftigen Argumenten folgen, so passt dies aber auch auffällig gut zu den Plänen des Tourismus- Ministeriums, attraktiver für so genannte Qualitäts- Touristen zu werden und sich auf diese zu fokussieren. Denn man kann ziemlich sicher sein, dass die Budget- Touristen und Backpacker von dem 500 Baht- Guesthouse nicht in ein 4- Sterne- Resort für 2500 Baht ausweichen werden sondern mittelfristig vermutlich eher einen Bogen um das schöne Königreich Thailand machen werden.

Nun ist es so, dass in Thailand wie überall auf der Welt nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Insofern wird abzuwarten bleiben, ob es bei der rigorosen Schließung von kleinen Budgetunterkünften bleiben wird, die derzeit vor allen in den größeren Städten Bangkok, Chiang Mai, Pattaya, aber auch Krabi Wirkung zeigen.

Auch ist noch weitgehend unklar, wo denn die Qualitätstouristen herkommen sollen, die die hunderttausenden Budget- Traveller ersetzen sollen. Fakt ist, dass die chinesischen Busgruppen,, die sich rasend schnell im ganzen Land ausbreiten, kaum Geld in Thailand lassen, weil sie straff organisiert durch die Städte und Sehenswürdigkeiten geschleust werden, ohne dass auch nur ein Baht bei einer Straßenküche oder einem fliegenden Händler hängenbleibt.

Wer aktuell seinen Urlaub in Thailand plant, sollte sich rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern und auch Email- Kontakt aufnehmen, um sicherzugehen. dass Zimmer verfügbar sind.

Das Positive zum Schluss: Hotelzimmer sind in Thailand auch vergleichsweise billig, so dass man zumindest außerhalb der High Season nicht viel draufzahlen muss.Aber das familiäre Flair von Budget- Guesthouses kann auch das günstigste Hotel nicht bieten.

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