Am Anfang…

Am Anfang des „Projektes Weltreise“ steht die bewusste Entscheidung. Das klingt zunächst banal, hat aber weitreichende Konsequenzen.

Man kann mal spontan Freunde am anderen Ende der Republik besuchen, man kann auch mal spontan Last Minute nach Malle fliegen, aber man kann nicht spontan mal eine Weltreise machen.

Deshalb beginnt jede seriöse Planung, jede Finanzierung, jede Veränderung der persönlichen Karriereplanung mit der Entscheidung, für ein Jahr (oder wie lange auch immer) aus dem Hamsterrad auszusteigen und auf Reise zu gehen.

Erst wenn man das für sich selbst klar hat, macht es wirklich Sinn, in die ernsthafte Planung einzusteigen.

Normalerweise läuft das ungefähr so ab: Man hat einen Traum, man sucht im Internet nach Informationen (wie z.B. auf dieser Seite hier), man liest Bücher, tauscht sich in Foren mit Gleichgesinnten aus und bekommt so ein etwas klareres Bild davon, was eine Reise um die Welt für einen selbst bedeutet. Viele kommen über dieses Stadium nicht hinaus, weil sie keine Möglichkeit sehen, dies zu realisieren, weil sie soziale oder berufliche Verpflichtungen haben oder vielleicht auch, weil sie es sich nicht zutrauen.

Andere machen den Schritt zu sagen, dass sie das machen wollen. Wenn diese Entscheidung gefällt ist, kommt es darauf an, die nächsten Schritte in eine vernünftige Reihenfolge zu bekommen. Hierfür gibt es kaum ein Patentrezept, weil dies von den persönlichen Umständen jedes Einzelnen abhängig ist.

Wie viel Zeit zwischen der Entscheidung und dem Abreisetag vergeht, hängt ebenfalls von den persönlichen Voraussetzungen ab. Meine persönliche Erfahrung ist, dass dies mindestens sechs Monate sein werden; es können aber auch ein, zwei Jahre werden.

Die meisten werden wohl nicht in der beneidenswerten Lage sein, über Vermögen zu verfügen und so der erste Schritt, die Finanzierung anzugehen. Ein paar Tipps, wie man dabei vorgehen kann, gibt es hier.

Was man neben Geld noch für eine Weltreise benötigt, ist Zeit. Der zweite Schritt ist deshalb zu überlegen, wie man ein Zeitfenster für die Reise freigeschaufelt bekommt. Familie, Mitbewohner, Lebenspartner/in und Arbeitgeber sind deshalb nun in die eigenen Pläne einzuweihen. Dies ist wohl die größte Hürde, an der viele Träume noch zerplatzen können. Eine Idee für das Gespräch mit dem Arbeitgeber gibt es hier.

Jeder von uns schleppt eine Reihe von Langzeitverträgen mit sich rum. Sei es das Handy, der Internetanbieter, Stromanbieter, Kabelfernsehen, Bahn Card, Fitness- Studio, Sportvereine oder letzten Endes auch die Wohnung: überall sind zum Teil sehr lange Kündigungsfristen einzuhalten. Jetzt ist die Zeit, sich eine Checkliste anzulegen, in der man die Kündigungsfristen notiert. So lange man den Starttermin für seine Reise noch nicht festgelegt hat, macht es natürlich auch keinen Sinn zu kündigen, aber einen Überblick zu haben, ist extrem wertvoll.

Neben den Dingen, die man kündigen muss, gibt es natürlich auch Dinge, die man besorgen muss. Also sollte man sich gleich eine zweite Liste machen, wo man notiert, wie lange Reisepass, Internationaler Führerschein, Kreditkarte u.a. noch gültig sind. Nichts ist nerviger, als irgendwo im chinesischen Nirgendwo zu stehen und nicht an Bargeld zu kommen, weil die Kreditkarte diesen Monat abgelaufen ist…

Außerdem muss man sich rechtzeitig informieren, für welche Länder vorab ein Visum besorgt werden muss. Das kann man zwar auch auf Reisen noch in jeder Botschaft des gewünschten Landes erledigen, doch ist es oft bequemer, dies schon in Deutschland zu erledigen.

Um nicht frühzeitig von all den Formalitäten allzu frustriert zu werden, sollte man in der nächsten Phase wieder seine Träume in den Mittelpunkt rücken und mit einer Grobplanung für die Route beginnen und sich über die Schwerpunkt- Regionen, die man bereisen möchte, zu informieren. Dazu gibt es hier ein paar ganz generelle Hinweise.

Viele erfahrene Traveller berichten von der Gefahr der „Überplanung“; dass man also aus Angst, in unvorhergesehene Situationen zu kommen, in einen Kontrollfetischismus verfällt und versucht, die Reise minutiös durchzuplanen. Davon ist abzuraten.

Auch neigt man dazu, sich das Weltreisejahr allzu voll zu stopfen mit Ländern und Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt sehen will. Wenn man nicht auf der Reise von den eigenen Erwartungshaltungen getrieben werden möchte, sollte man auch das lassen und sich zumindest ein bisschen auf die Eigendynamik einlassen, die eine solche Reise ganz zwangsläufig mit sich bringen wird.

Wenn man zumindest ein paar Ideen über die Gegenden hat, die man bereisen möchte, kann man mit diesem Wissen schon mal einen Arzt aufsuchen und mit ein paar wichtigen Impfungen beginnen. Das geht zwar meist auch noch kurzfristiger, aber was man hat, das hat man.

Um in der Folge den Finanzierungsbedarf realistischer einschätzen zu können, kann man nun schon einmal schauen, ob man die Reisewünsche auch in ein Round- the- World- Ticket gepresst bekommt oder ob andere Fortbewegungsformen, z.B. Zugreisen, in Frage kommen.

Ein paar Tipps, wie ihr nur mit Billigfliegern um die Welt reisen könnt, gibt es in unserem gerade neu erschienenen Taschenbuch (auch als Ebook erhältlich).

Erfahrene Weltreisende machen übrigens oft keine Pläne, wann sie an welchem Ort ankommen wollen und verzichten auf ein starres Round-the-world-Ticket. Sie fahren, fliegen oder segeln dann weiter, wenn es gerade günstig ist. Mit entsprechenden Apps für das Smartphone ist man da in Echtzeit auf dem Laufenden und kann z.T. günstiger um die Welt reisen als mit einem RTW- Ticket.

Ob jedem Newbie zu dieser Variante zu raten ist, ist allerdings schwer zu sagen. Ein RTW- Ticket bietet auch eine gewisse Sicherheit und v.a. auch den in vielen Ländern erforderlichen Weiterreise- Nachweis.

Nicht zu lange warten sollte man auch mit der Buchung des RTW- Tickets, da für diese nur ein schmales Kontingent an Plätzen vorgehalten wird. Gerade auf den beliebten Backpacker- „Rennstrecken“ sind diese Plätze schnell ausgebucht.

Man kann auch schon mal unverbindlich im Internet recherchieren, ob es in den Gegenden, die man bereisen möchte, die Möglichkeit gibt zu arbeiten. Viele Traveller nutzen Aufenthalte in den hochpreisigen Ländern wie Australien, Neuseeland, USA oder Kanada, um die Reisekasse wieder ein bisschen aufzufüllen und zu arbeiten. Hierfür benötigt man Work-and-Travel- Visa, die man rechtzeitig besorgen muss. Auch hierzu haben wir ein paar Tipps in einem kleinen Taschenbuch zusammen gestellt.

Wenn man den Arbeitgeber nicht zu einem Sabbatjahr überreden kann, wird man sich nun auch ein paar Gedanken über den Umgang mit Kranken- und Rentenversicherung, Arbeitslosengeld- Anspruch und Wohnsitzerfordernis machen müssen.

Ferner wird man überlegen müssen, welche reisespezifischen Versicherungen man neben der obligatorischen Langzeit- Auslands- Krankenversicherung abschließen sollte. Einen ersten Überblick gibt es hier dazu.

Spätestens vier Wochen vor der Abreise sollte man seine Abwesenheit organisiert haben. Schlussabrechnungen der zuvor gekündigten Verträge beglichen werden, das Bankkonto auf Online- Basis umgestellt oder bei www.dkb.de neu eröffnen und einen Nachsendeantrag bei der Post gestellt haben.

Alle wichtigen Dokumente sollten jetzt digitalisiert werden und in den virtuellen Speicher hochgeladen werden (z.B. Email- Postfach). Gleiches gilt für die eigene Unterschrift, die man ebenfalls als jpeg- Datei dabei haben sollte.

Jetzt sollte man auch damit beginnen, die Welt auf dem eigenen Reise- Blog über die bevorstehende Abreise zu informieren.

Wichtige Ausrüstung kann man sich zu Geburtstagen oder Weihnachten schenken lassen. Mit dem Geld, das man so spart, kann man in vielen Gegenden der Welt wochenlang leben.

Um rechtzeitig einen Überblick zu haben, was man eigentlich unterwegs so braucht, sollte man beizeiten eine Packliste anlegen. Dabei gilt das goldene Backpacker- Motto: Weniger ist mehr!

Der letzte, aber extrem wichtige Punkt, der vor der Abreise zu erledigen ist, ist die Abschiedsparty zu organisieren. Und dann: Gute Reise!

 

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Kai Berke

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