Gesundheit


Wer sich für längere Zeit auf Reise begibt, wird mit verschiedenen Gesundheitsproblemen konfrontiert werden. Die Hauptthemen sind dabei: Reise- Impfungen, Magen- und Darminfektionen, Malaria und andere durch Insekten übertragene Krankheiten sowie Zusammenstellung einer Reiseapotheke.

Neben den unten beschriebenen Impfungen und dem selbstverständlichen Schutz vor HIV ist vor allem in tropischen und/oder Entwicklungsländern ein Mindestmaß an Hygiene erforderlich. Die wichtigste Maßnahme ist dabei, auf sauberes Trinkwasser zu achten; auf Nummer sicher geht man immer mit gekauftem Trinkwasser in Flaschen, wobei unbedingt darauf zu achten ist, dass der Verschluss unbeschädigt ist. Wer sich fernab jeglicher Zivilisation bewegen will, der sollte entsprechende Tabletten oder Filter zum Desinfizieren von unreinem Leitungswasser verwenden.

Impfungen

Generell gilt: Man kann „last minute“ reisen, aber nicht last minute impfen, deshalb: Rechtzeitig informieren, welche Impfungen empfohlen werden und rechtzeitig damit anfangen, denn es müssen bestimmte Impfschemata eingehalten werden, damit der volle Schutz entfaltet wird. Zudem gibt es Impfungen, die einen zeitlichen Abstand zueinander erfordern.

Welche Impfungen man machen sollte, hängt natürlich vom Reiseland, aber auch von der Art des Reisens ab. Überall zu empfehlen sind die Standard- Impfungen gegen Tetanus/Diphterie/Polio sowie Hepatitis A und B; diese halten bei vollem Impfschema i.d.R. zehn Jahre oder länger. Für die meisten Länder schadet auch die Typhus- Impfung nicht, die es inzwischen auch als Kombi in der Spritze gibt und die nicht mehr die üblen Nebenwirkungen der früher verbreiteten Schluckimpfung hat. Die Impfung hält ca. zwei bis drei Jahre.

Gegen Cholera gibt es inzwischen eine gut verträgliche Schluckimpfung, die auch einen gewissen Schutz gegen Reisedurchfall bietet und deshalb zu empfehlen ist.

Die Tollwut- Impfung hat zwar auch mitunter unangenehme Nebenwirkungen, ist aber besser als an Tollwut zu erkranken, was in 100% der Fälle zum Tode führt. Braucht man i.d.R. aber nur, wenn man viel in freier Wildbahn unterwegs ist. Vorsicht gilt generell bei streunenden Hunden (gerade auf einigen Karibikinseln wie Kuba), aber auch und vor allem bei Fledermäusen! Deren Bisse werden oftmals gar nicht bemerkt, was kritisch ist, weil man dann auch keine nachträgliche Notfallimpfung vor Ort mehr machen kann.

Impfungen gegen Gelbfieber werden nur von besonderen Impfstellen vorgenommen.

Weitere Informationen zu erforderlichen und empfohlenen Impfungen in den verschiedenen Ländern dieser Welt gibt es hier und in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes.

Sonnenschutz

Die größte Gefahr für die eigene Gesundheit geht auf Reisen von der Sonneneinstrahlung aus, die von vielen unterschätzt wird. Insbesondere ist Reisenden oft nicht bewusst, dass man sich vor der starken UV- Strahlung auch bei bedecktem Himmel schützen muss, da ansonsten ein veritabler Sonnenbrand droht.

Deshalb ist Sonnencreme mit  hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 20, in den Tropen eher höher) dringend angeraten. Die Sonne deckt übrigens schonungslos die Lücken beim Eincremen auf. Gern vergessen und deshalb besonders sonnenbrandgefährdet  sind im Übrigen Ohrläppchen und Handrücken. Körperpartien, die schlecht einzucremen sind, wie z.B. die Kopfhaut, sollten abgedeckt werden, auch weil ansonsten ein Sonnenstich droht, der ernsthafte Folgen haben kann.

Bei der Sonnenbrille ist auf wirksamen UV- Schutz zu achten (dass die Gläser also nicht nur getönt sind). Mehr Hinweise zum UV- Schutz und nützliche Tipps zu Sonnenbrillen gibt es hier.

Malaria

Malaria wird durch den Stich der weiblichen Anopheles- Mücke übertragen und ist in vielen tropischen Ländern verbreitet. Die gefährlichste und leider auch verbreitetste Form ist die Malaria tropica, die nach einer Inkubationszeit von ca. zwölf Tagen mit hohem Fieber, Bewusstseinsstörungen, Kreislaufkollaps und Magen- Darm- Problemen ausbricht.

Da es keinen Impfstoff gegen die Malaria gibt, ist der Schwerpunkt auf Prophylaxe zu legen. Dabei hilft neben den chemischen Mückenvertreibern von Autan und Co vor allem helle, lange Kleidung. Wer nicht im klimatisierten Hotel schläft, sollte abends, bevor man essen oder feiern geht, das Zimmer gründlich “ausräuchern”. Neben den einschlägigen Mückenschutzmitteln, die es übrigens gerade in Asien oft viel wirksamer und vor allem viel billiger gibt, kann man auch Räucherstäbchen oder -spiralen verwenden.

Daneben gibt es die Möglichkeit der Chemoprophylaxe, die aber bei Langzeitreisen wegen der doch erheblichen Nebenwirkungen eher nicht in Betracht kommen. Zudem haben sich gegen viele ehemals wirksame Prophylaxe- Mittel inzwischen Resistenzen gebildet. Deshalb wird üblicherweise dazu geraten, Malaria- Mittel wie Mefloquine (Lariam) als Stand by- Medikamente dabei zu haben, sofern man nicht in Hochrisikogebieten unterwegs ist. Auch Doxycyclin, das man ohnehin als Stand by für bakterielle Infektionen dabei haben sollte, kann gegen Malaria helfen.

Darüber hinaus haben Seefahrer vor einigen Jahrhunderten den prophylaktischen Nutzen von Chinin herausgefunden. Es kann deshalb als therapeutisch wertvoll gelten, Gin Tonic zu trinken… oder Käfer zu kauen.

Viele Großstädte und touristische Orte gelten ürigens als malariafrei. Mehr zum Thema Malaria und zu Medikamenten zur Prophylaxe und Notfallbehandlung gibt es hier.

Dengue- Fieber

Das Dengue- Fieber ist weltweit stark auf dem Vormarsch und die Zahl der Infektionen hat sich in den letzten fünfzig Jahren verdreißigfacht. Wie die Malaria wird das Virus durch Mückenstiche übertragen; anders als die Malaria kommt die Dengue- Mücke aber häufig auch in Großstädten vor und ist gemeiner Weise tagaktiv.

Eine Infektion verläuft normalerweise wie ein starker grippaler Infekt und damit relativ mild. Allerdings treten starke Gelenkschmerzen auf, die dem Dengue- Fieber den hübschen Spitznamen “Knochenbrecherkrankheit” eingebracht haben.

Auch gibt es keine wirksame Therapie gegen das Dengue- Fieber, so dass man nur mit Paracetamol versuchen kann, Fieber und Schmerzen im Griff zu behalten.

Grundsätzlich ist aber bei allen gesundheitlichen Komplikationen, v.a. mit Fieberbeteiligung ein Arzt aufzusuchen!

Mehr zum Dengue- Fieber gibt es auch hier.

Tipp zum Geldsparen:

Viele Hausärzte lassen sich die “Impfberatung” bezahlen, weil diese nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt wird. Wer sich vorher im Internet informiert, braucht diese Impfberatung nicht oder man wechselt den Hausarzt. Viele Krankenkassen erstatten inzwischen auch die Kosten für den Impfstoff, weil sie gemerkt haben, dass das billiger ist als langwierige Akutbehandlungen im Anschluss an die Reise zu bezahlen.

Wenn ihr in Malaria- Gebiete reisen wollt und euch dafür entscheidet, nur ein Medikament als Standby für den Notfall dabei zu haben, dann kauft euch das in einer Apotheke vor Ort. So spart ihr ca. 50 bis 90% an Kosten.

 

Mehr zum Thema Gesundheit auf Weltreisen:

 

 

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Kai Berke

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