Weltreise- Kosten

Die Kosten einer einjährigen Weltreise hängen natürlich maßgeblich von den bereisten Ländern sowie dem Komfort ab, den man sich gönnen möchte. Die größten Kostenverursacher während der Reise sind neben den Flugkosten natürlich vor allem Unterkunft, Verpflegung und Mobilität vor Ort.
Welche Kosten vor der Reise schon so anfallen, darüber findet ihr hier einen Überblick.

“Round the world ticket”

Ein großer Kostenfaktor ist das Flugticket für die Weltreise. Die großen Allianzen, vor allem Star Alliance und One World bieten flexible „Round the world“- Tickets an, für die man sich individuell seine Reiseroute zusammenstellen kann. Abhängig von der Route und dem Zeitpunkt variiert natürlich der Preis.Grundsätzlich muss man bei echten RTW- Tickets mit einem Preis von 3500 bis (eher) 4500 Euro für ein Economy Ticket rechnen.

Das RTW- Ticket der Star Alliance richtet sich nach Flugmeilen, wobei es vier Kategorien gibt: bis 26.000 Meilen, bis 29.000, bis 34.000 oder bis 39.000 Meilen.

Eine Reise von Frankfurt über vier Ziele in Asien, zwei weitere in Ozeanien, zwei in Nordamerika und einem Abstecher nach Buenos Aires zurück über Madrid nach Frankfurt schlägt mit ca. 3954 Euro zu Buche, die sich durch Steuern und Gebühren auf 4668 Euro erhöhen. Lässt man auf der genannten Route den meilenintensiven Ausflug nach Buenos Aires weg, so kommt man mit geschätzten Gesamtkosten von 3493 Euro deutlich billiger weg.

Wegen der meilenabhängigen Preisgestaltung der Star Alliance ist es wichtig, zum einen Direktverbindungen statt Umsteigeverbindungen zu wählen und zum anderen die Route möglichst „gerade“ ohne viel Zickzack zu planen. Wenn man eine einigermaßen gerade Strecke hinbekommt, spielt es beim Preis kaum noch eine Rolle, ob man ein oder zwei Flüge mehr oder weniger macht, so lange diese eben „auf der Strecke“ liegen.

Ggf. kann es billiger sein, Abstecher von der geraden Route nicht auf dem Round the world- Ticket zu machen sondern diese gesondert zu buchen. Will man z.B. auf einer Route von Bangkok nach Singapur gerne noch einen Abstecher nach Vietnam machen, so ist ein in Thailand gebuchter Flug von Bangkok nach Hanoi vielleicht günstiger als dadurch beim RTW- Ticket in eine höhere Preiskategorie zu kommen.

Eine weitere Falle können längere Surface- Strecken sein, also Strecken, die man anders als mit dem Flugzeug zurücklegt und dann von einem anderen Airport weiterfliegt. Diese Strecken werden einem nämlich als Flug berechnet und gehen auch in die Meilenberechnung ein. Wer also auf seiner Weltreise mit der Transsibirischen Eisenbahn 13.000 Kilometer von Moskau nach Peking fahren will, für den rechnet sich das RTW- Ticket kaum bzw. der sollte überlegen, das RTW- Ticket dann eben erst ab Peking ausstellen zu lassen.

Mit dem Billigflieger um die Welt

Beim One World Explorer richten sich die Kosten dagegen nach den bereisten Kontinenten. Da abhängig von den angesteuerten Flughäfen und der Reisezeit unterschiedlich hohe Steuern und Gebühren anfallen, sind die genannten Preise ebenfalls nur Richtwerte, geben aber eine Idee davon, was an Kosten auf den Reisenden zukommt.

Eine Reise, die im Oktober in Frankfurt beginnt und über vier Stationen in Asien, zwei Stationen in Ozeanien und vier weiteren Stationen in Nordamerika nach insgesamt zwölf Flügen wieder in Frankfurt endet, kostet laut Buchungstool 2550 Euro für vier Kontinente und 815 Euro Steuern, so dass sich ein Gesamtpreis von 3365 Euro in der Economy ergeben hat.  Bucht man nur zehn Flüge, diese aber auf fünf Kontinenten, zahlt man schon 3075 Euro plus 902 Euro Steuern, so dass man insgesamt schon bei 4000 Euro liegt. Bei voller Ausnutzung der 16 Flüge muss man sicherlich mit Kosten von um die 4500 Euro für das Round the world- Ticket rechnen.

Dafür – und das wird beim Meckern über die teuren RTW- Tickets oft vergessen – kommt man als Vielflieger in den Genuss von Bonusmeilen, die einem kleine Annehmlichkeiten bis hin zu Freiflügen bescheren, wenn man sich vor Abreise für ein ensprechendes Vielflieger- Programm wie „Miles & More“ oder „Royal Orchid“ anmeldet. Da man alle Flüge z.B. mit Star Alliance macht, werden auch alle Flüge als Bonusmeilen berücksichtigt.

Bucht man sich hingegen Einzelflüge zusammen, tut man das i.d.R. nicht bei bestimmten Airlines sondern beim billigsten Anbieter und so entfällt die Möglichkeit, Bonusmeilen zu sammeln.

…oder Einzelflüge

Alternativ zum vordesignten RTW- Ticket kann man natürlich auch Einzelflüge buchen und viele Reisende schwören darauf, dass sie billiger damit weg kommen. In der Tat gibt es inzwischen nicht nur auf jedem Kontinent so genannte Billigflieger sondern auch eine Reihe von Fluggesellschaften, die mit Kampfpreisen für Interkontinentalstrecken an den Markt gehen. So kommt man mit den staatlich subventionierten Airlines aus dem Emiraten zum Teil schon für unter 500 Euro nach Asien (und zurück).

Wer dabei ein bisschen flexibel ist und bereit und in der Lage ist, auch in der Nebensaison zu fliegen und längere Umsteigeverbindungen in Kauf zu nehmen, kann sicher unter dem Strich deutlich unter den Kosten für ein RTW- Ticket bleiben.

Den ultimativen Ratgeber, wie man mit Billigfliegern um die Welt kommt, gibt es hier.

Ich habe mal spaßeshalber Flüge für eine Weltreise zusammen gesucht. Dafür habe ich ungefähr 30 bis 40 Minuten gebraucht, mir also nicht besonders viel Mühe gegeben. Meine virtuelle Reise führt mich von Frankfurt über Delhi, Bangkok, Peking, Hongkong und Perth nach Honululu, LA, Florida, New York und schließlich über Toronto und Vancouver zurück nach Frankfurt.

Diese 11 Destinationen in 12 Monaten hab ich für unter 2600 Euro zusammen gebaut (wobei in Australien eine Surface- Strecke von Perth nach Sydney, in China von Peking nach Hongkong und in Kanada von Toronto nach Vancouver z.B. mit Zug oder Wohnmobil/Mietwagen zu überbrücken wäre). Mit etwas mehr Optimierung wäre diese Route sicherlich für unter 2000 Euro zu bekommen. Den genauen Kostenplan gibt es hier.

Auf dem sehr ausführlichen und unterhaltsamen Reiseblog von Maria und Björn gibt es auch eine Kostenaufstellung. Die beiden sind auch mit Einzelflügen unterwegs gewesen.

Unterkunft

Der zweitgrößte Kostenblock sind die Unterkunftskosten. Dabei gibt es natürlich die ganze Palette von der Luxussuite bis zur Budgetunterkunft im Achtmannzimmer. Generell gilt die Faustformel: In Großstädten und touristischen Orten ist es deutlich teurer als in ländlicheren Regionen, wobei „teuer“ natürlich auch eine regional unterschiedliche Bedeutung hat. Während man in einer nordamerikanischen Großstadt für ein ordentliches Hotelzimmer regelmäßig einen dreistelligen Dollarbetrag hinblättern muss, kann man z.B. in Phnom Phen für 20 US Dollar schon beinahe luxuriös leben.

Eine weitere wichtige Faustformel: Je länger man an einem Ort verweilt, desto niedriger werden die Unterkunftskosten, weil man gute und günstige Unterkünfte meist nicht am ersten Tag findet.

So genannte „Geheimtipps“ in einschlägigen Foren oder Reiseführern sind kurz nach der

Veröffentlichung schon keine mehr; oft gehen Empfehlungen im Lonely Planet mit unmittelbaren Preiserhöhungen in den empfohlenen Hotels einher. Insofern ist man darauf angewiesen, seine eigenen „Geheimtipps“ und Tophotels zu finden oder sich unterwegs von anderen Reisenden Tipps geben zu lassen. Solche Mundpropaganda ist zuverlässiger und sorgt nicht gleich für einen Popularitätsschub, den viele kleine Unterkünfte nicht verkraften. Ob das auch schon für die auf dieser Seite gegebenen Unterkunftsempfehlungen gilt, kann ich nicht in jedem Einzelfall beurteilen. 😉

In vielen Gegenden Nordamerikas oder in Australien/Neuseeland wird der Reisende überlegen, die Kosten für Unterkunft und Mobilität zusammenzulegen und sich ein Wohnmobil oder einen Camper zu mieten oder gar zu kaufen. Gerade in Australien und Neuseeland gibt es einen richtigen eigenen Markt für gebrauchte Bullis, die man bei einem längeren Aufenthalt kauft und vor dem Weiterflug dann wieder verkauft. Solche Autos gibt es in allen Preisklassen; man sollte allerdings bedenken, dass es schwieriger sein wird, das Auto am Ende der Sommersaison wieder zu verkaufen, wenn die Traveller weiterziehen und der Bedarf an schrottreifen Autos deutlich absinkt.

Bei allen Vorteilen hinsichtlich der Flexibilität, die ein Camper Van so bietet, muss man aber berücksichtigen, dass man auf viel Information und Input verzichtet, wenn man im Auto schläft und nicht in den vernetzten Hostels, wo sich die Backpacker und Traveller abends hinter vorgehaltener Hand die absoluten Hotspots zuraunen.

In vielen Ländern kann es sinnvoll sein, ein oder zwei Tage vorher im Internet über einschlägige Suchseiten wie booking.com (z.B. mit der Suchmaske auf dieser Seite…) nach der nächsten Unterkunft zu fahnden, weil die Preise im Internet mitunter deutlich unter den Preisen liegen, die vor Ort aufgerufen werden.

Für Langzeitreisende können auch Langzeittarife interessant sein, da ein Zimmer in einem Hostel oder Hotel bei längerem Aufenthalt deutlich billiger wird. Allerdings sollte man nicht sofort für mehrere Wochen buchen (und bezahlen) sondern erst einmal ein paar Tage „probewohnen“, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Generell gilt besonders in Asien: Vorm Einchecken das Zimmer zeigen lassen.

Da Doppelzimmer in der Regel nur ein bisschen teurer sind als Einzelzimmer ist der beste Spartipp natürlich der, zu zweit zu reisen (ggf. auch unterwegs „ad hoc- Zimmergemeinschaften“ zu bilden). Damit kann man seine Unterkunftskosten um ungefähr 30 bis 40 Prozent senken.

Eine prima Möglichkeit, aus den touristischen Gegenden rauszukommen und ein bisschen in den Alltag Einheimischer einzutauchen, ist das Couchsurfing, das sich inzwischen weltweiter Beliebtheit erfreut und zumeist mehr Komfort für weniger Geld bietet.

Wer also auf Zimmerservice verzichten kann, der kann sich ja mal auf AirBnB * umschauen. Und wer noch keinen Account bei AirBnB hat, bekommt über meinen Link für die erste Buchung 25 Euro geschenkt.

Mobilität/Fortbewegung vor Ort