Klagemauer und Felsendom in Jerusalum

Einreise und Visum in Israel

Für die Einreise nach Israel benötigen deutsche Staatsangehörige bei einem Aufenthalt von höchstens drei Monaten kein Visum, aber viel Zeit und gute Nerven. Insbesondere, wenn der eigene Reisepass Stempel aus arabischen Staaten aufweist, wird die Befragung durch die israelischen Einreisebehörden intensiviert.

Einreise und Visum Israel – Besonderheiten

Ein Einreisestempel aus einem arabischen oder muslimisch geprägten Land ist an sich noch kein Hindernis für eine Einreise nach Israel. Wer allerdings Visa solcher Länder (insbesondere Iran) in seinem Reisepass hat, muss bei der Einreise mit einer ausführlicheren Befragung rechnen. Gleiches gilt für deutsche Staatsangehörige arabischer Herkunft.

Darüber hinaus finden auch stichprobenartige Befragungen bei der Einreise statt. Als ich anlässlich eines Champions- League- Spiels meines Vereins nach Israel gereist bin, wurde ich (natürlich ich, wie immer!) von einem Beamten des Inland- Geheimdienstes aus der Menge der Schalke- Fans herausgefischt und zum Grund meiner Einreise befragt. Dabei hat er sich nicht mit der Aussage zufrieden gegeben, dass ich als Fußballfan hier bin sondern hat detailiert nachgefragt, gegen wen Schalke denn spielt, in welchem Stadion und um welche Uhrzeit. Ob ich schon eine Eintrittskarte habe und in welchem Hotel ich übernachte.

Wegen der Unannehmlichkeiten, die mit einem israelischen Einreisestempel einhergehen können, wenn man später einmal in muslimisch geprägte Länder einreisen möchte, erhält man bei der Einreise über den Internationalen Flughafen Ben Gurion sowie die Landübergänge Taba (nach Ägypten) und Allenby Bridge (nach Jordanien) keinen Einreisestempel mehr in den Pass sondern eine Einreisekarte, die so genannte B2 Stay Permit, die bis zur Ausreise aufbewahrt werden muss.

Personen, die sich öffentlich für einen Boykott des Staates Israel einsetzen oder Vereinigungen angehören, die dies tun, wird die Einreise nach Israel aufgrund eines Gesetzes von 2017 grundsätzlich verweigert. Man muss damit rechnen, dass die Einreisebehörden über solche Vorgänge gut informiert sind.

Einreise in die Palästinensergebiete

Wer aus Israel in das Westjordanland einreisen möchte, kann dies problemlos tun. Es gibt dort israelische Checkpoints, an denen man seine B2 Stay Permit vorzeigen muss. Wer ausschließlich ins Westjordanland einreisen möchte, kann dies nicht über den Internationalen Flughafen Tel Aviv tun sondern muss dafür den Landübergang an der Allenby Bridge von Jordanien nutzen.  Hier bekommt ihr den so genannten PA only- Stempel in euren Reisepass, der euren Aufenthalt auf die Palästinensergebiete beschränkt.

Wer ausschließlich ins Westjordanland reisen will, muss sich bei der Einreise auf eine längere Befragung gefasst machen und Zeit einplanen. Nur mal für einen Eisbecher in Ramallah einzureisen, macht tatsächlich wenig Sinn.

Sicherheitscheck in Israel

Ein notwendiges, aber dennoch sehr nerviges Übel sind die Sicherheitschecks an den Flughäfen ohnehin schon, aber die Intensität, mit der in Israel geprüft, durchsucht und durchleuchtet wird, hab ich noch nicht mal erlebt, als ich kurz nach dem 11. September 2001 aus den USA ausreisen wollte.

Schon die Standard- Prozedur bei der Sicherheitskontrolle kann ja anstrengend sein.

Neben der modebedingten Diskussion um Nackscanner ist vor allem das Flüssigkeitsverbot im Handgepäck eine miese Schikane und ein verdecktes Konjunkturprogramm für Kioske hinter der Sicherheitskontrolle, die zu unanständigen Preisen Getränke feilbieten. Neben Getränken fallen bei den Sicherheitsfachkräften aber auch alle anderen Flüssigkeiten, Cremes und Pasten durch, die nicht in Portionen kleiner als 100 ml und in einem durchsichtigen Beutel mit Reißverschluss transportiert werden. Also: Zahnpasta in Beutel: kein Problem; Zahnpasta in einem Kulturbeutel: groooßes Sicherheitsrisiko. Mal sehen, ob dieser Schwachsinn je wieder gelockert wird.

In Israel beginnt der Sicherheitsparcour mit einer Befragung. Warum sind Sie in Israel? Kann irgendjemand Ihre Identität bestätigen? Haben Sie Ihr Gepäck selber gepackt? Waren Sie schon mal in arabischen Staaten? Diese Fragen werden einem im Verlaufe der Checks leicht variiert immer wieder gestellt. Dann erfolgt ein Screening des gesamten Gepäcks, bevor es dann zur sensorischen Prüfung des aufgegebenen Gepäcks geht. Hierbei durchwühlen – fast durchweg weibliche (und nebenbei äußerst attraktive) – Sicherheitsleute die dreckige Wäsche der Passagiere nach Plastiksprengstoff. Nach dieser Prozedur begleitet einen die Security zum Check In, damit man nichts mehr aus dem Handgepäck ins aufgegebene Gepäck umpacken kann. Die gleiche Prozedur spielt sich dann bei der Handgepäck- Kontrolle noch einmal ab. Die abschließende Passkontrolle frisst dann auch noch einmal etwas Zeit so dass man mit gut zwei bis drei Stunden für den kompletten Sicherheitscheck rechnen sollte.

Einreise Israel – Stempel im Reisepass?

Bei der Einreise nach Israel bekam man früher regelmäßig einen Stempel in den Reisepass. Dieser Stempel bereitete einem dann Probleme, wenn man mit demselben Reisepass in ein arabisches Land einreisen wollte. Außer Ägypten und Jordanien verweigerten alle arabischen Länder Menschen die Einreise, die einen israelischen Stempel in ihrem Pass haben.

Viele Israel- Freunde haben sich in Deutschland für diesen Fall bereits einen Ersatz- Reisepass ausstellen zu lassen, der dann aber natürlich die ganz normalen Gebühren kostet. Zum anderen konnte man den israelischen Immigration- Officer bitten, den Stempel nicht in den Pass sondern auf ein separates Stück Papier zu machen. Dann allerdings durfte man das lose Blatt Papier nicht verlieren, da man andernfalls bei der Ausreise Probleme bekommen konnte. Mittlerweile ist es – wie oben schon beschrieben – so, dass man bei der Einreise in der Regel nur eine Einreisekarte erhält, die man bei der Ausreise wiederum vorzeigen muss.

Einreise und Visum für Israel – Fazit

Die Einreise nach Israel ist etwas mühseliger als in andere Länder, doch es ist ein wunderschönes Land, das die Mühen auf jeden Fall wert ist.

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Wer schreibt denn hier?

Kai hat sich 2015 nach Jahren des Reisens schrittweise aus Deutschland verabschiedet und lebt seitdem die meiste Zeit des Jahres in Asien. In seinem früheren Leben hat er 10 Jahre in der Arbeits- und Sozialrechtsberatung gearbeitet.



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