St Lucia (Karibik), Marigot Bay

St Lucia, die Perle der Kleinen Antillen in der Karibik, hat viel mehr zu bieten als die Entzugsklinik, in der Amy Winehouse mehrfach vergeblich versucht hat, von den Drogen wegzukommen.

Wer all das aber selbst im Mietwagen erkunden will, braucht richtig starke Nerven und auch einen Hauch Todesverachtung, gelten doch die Autofahrer auf St Lucia als die halsbrecherischsten in einer Gegend, in der ohnehin nicht viel auf Verkehrsregeln gegeben wird. Wer seinen Enkelkindern später mal eine spannende Geschichte erzählen will, fährt die Strecke von Castries nach Soufriere. Wer nach dem stundenlangen Serpentinen- Fahren im Linksverkehr mit selbstmörderischen und rücksichtslos lichthupenden Einheimischen hinter sich seinen Blutdruck noch im Griff hat, hat sich in Soufriere dann auch einen herrlichen kreolischen Truthahnburger verdient.

Allerdings ist diese Strecke auch eine der landschaftlich reizvollsten der gesamten Kleinen Antillen. Vorbei an kleinen Dörfern, in denen die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein scheint, vorbei an riesigen Bananenplantagen und vorbei an der Marigot Bay, die als die schönste Bucht St. Lucias gilt und die schon Drehort zahlreicher „bekannter“ Filme gewesen ist, erreicht man nach ungefähr drei Stunden Soufriere.

Auf dem Weg ins Tal nach Soufriere hat man dann einen einmaligen Ausblick auf die ikonischen Pitons, die Zwillingsberge Gros Piton und Petit Piton, die nicht nur Namensgeber des einheimischen Lager- Biers sind sondern auch von Zigtausenden Hobby- Bergsteigern jährlich in Angriff genommen werden.

Von hier ist es auch nicht mehr weit zur Hauptattraktion von St Lucia, den Sulphur Springs, besser bekannt unter dem Namen „Drive- In- Volcano“. Die blubbernden Schwefelquellen dieses Vulkans sind interessant, aber man erwartet nach den marktschreierischen Anpreisungen eigentlich Spektakuläreres.

Der Freitagabend gehört grundsätzlich dem Inselfest in dem kleinen, nördlich gelegenen Dörfchen Gros Islet, in dem dann wirklich der Punk – oder besser: der Rasta – abgeht. Eine kleine Wanderung durch den Regenwald im Inselinneren und ein Besuch der Halbinsel Pigeon Islands an der Nordspitze runden das Programm für eine gute Woche perfekt ab.

Hier ein kleiner Steckbrief zu St Lucia

St Lucia (Karibik) – Beste Reisezeit

Wie überall in der Karibik ist das Wetter in den Wintermonaten Dezember bis März mit durchschnittlich 27 Grad am Angenehmsten. In der Sturmsaison von Juni bis Ende Oktober muss auch mit häufigeren Regenfällen gerechnet werden. Zum Höhepunkt der Hurricane- Saison Ende September/Oktober sollte man von Reisen in den karibischen Raum eher absehen.

St Lucia (Karibik) – Impfungen und gesundheitliche Risiken

Es sind keine besonderen Impfungen vorgeschrieben. Trotzdem sollte man die sinnvollen Impfungen gemacht haben, wenn man sich im Großraum Karibik aufhält. Gelegentlich treten Dengue- Infektionen auf, gegen die es zwar inzwischen mit Dengvaxia eine Impfung gibt, die allerdings noch nicht sehr verbreitet ist und auch nur bedingt gegen Dengue schützt (Impfung gegen Dengue Fieber zugelassen). Malaria kommt nicht vor. Wichtigstes Mittel zur Gesundheitsvorsorge ist – wie überall in den Tropen – die Sonnencreme.

St Lucia (Karibik) – Einreisebestimmungen

Für Aufenthalte bis 90 Tage wird deutschen Staatsbürgern mit Reisepass ein Visa on arrival erteilt. Die dafür auszufüllenden Einreisekarten werden im Flugzeug vor der Landung verteilt. St Lucia gehört zu den wenigen Ländern, wo ich den offiziell überall geforderten Ausreisenachweis tatsächlich auch vorzeigen musste.

Bei der Ausreise wird die von Travellern liebevoll „Wegelagerer- Steuer“ bzw. offiziell Ausreisesteuer genannte Abgabe in Höhe von 54 EC Dollar (ca. 22 US Dollar) fällig. Weitere 21 US Dollar kostet die einheimische Fahrerlaubnis.

St Lucia (Karibik) – Sicherheit

Die größte Sicherheitsgefahr sind die Autofahrer. Daneben gibt es in Soufriere mit seiner Arbeitslosenquote von ca. 40% Fälle von „Armutskriminalität“, weshalb es geboten ist, die allgemeinen Sicherheitsregeln zu befolgen. Unter Jugendlichen ist das Ganja- Rauchen weit verbreitet – und leider das sehr viel aggressiver machende Koksen auch.

St Lucia (Karibik) – Preisniveau/Währung

St Lucia haftet so ein wenig der Ruf an, die Insel der Reichen und Schönen zu sein. Entsprechend hat sich auch der Tourismus preislich auf diese Klientel eingestellt und es ist schwer, dort einen billigen Urlaub zu machen. Hotels sind überwiegend hochpreisig und wie bei allen Inseln, die einen Großteil des täglichen Bedarfs importieren müssen, sind die Lebenshaltungskosten deutlich höher als beispielsweise in Deutschland.

Wollt ihr eine Unterkunft für unter 100 Euro/Nacht, so solltet ihr euch auf private Unterkünfte fokussieren. Ferienwohnungen gibt es auch in der Hochsaison bei rechtzeitiger Buchung schon für um die 50 Euro pro Nacht, während ihr ein Hotelzimmer kaum unter 100 Euro/Nacht finden werdet.

Gezahlt wird mit East Caribbean Dollar (ECD). Ein ECD entspricht aktuell (Ende 2020) ungefähr 30 Cent, also 0,3 Euro. In den vergangenen fünf Jahren schwankte der Kurs immer zwischen 0,30 und 0,35 Euro.

St Lucia (Karibik) – Zeit

In St Lucia gilt die Atlantic Standard Time (AST), die im Winter fünf Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) liegt. Wenn in Deutschland also an Silvester um Mitternacht das neue Jahr begrüßt wird, ist es auf St Lucia erst 19 Uhr und man glüht noch vor.

Reiseziele weltweit: St Lucia Karibik – Fazit

St Lucia ist mit seinem ausgedehnten Dschungel ein Paradies für Naturliebhaber. Die Fortbewegung ist mühselig und das Leben nicht gerade preiswert, aber für ein paar Tage kann man sich diese Perle der Kleinen Antillen schon mal antun.

Wenn ihr verreist, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr mit einer Auslandskrankenversicherung ausreichend abgesichert seid. Wir stellen euch die drei beliebtesten Langzeit- Auslandskrankenversicherungen für Backpacker vor. Außerdem empfehle ich euch die Lektüre meiner aktualisierten Übersicht zu den besten kostenlosen Reisekreditkarten 2020.

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Wer schreibt denn hier?

Kai hat sich 2015 nach Jahren des Reisens schrittweise aus Deutschland verabschiedet und lebt seitdem die meiste Zeit des Jahres in Asien. In seinem früheren Leben hat er 10 Jahre in der Arbeits- und Sozialrechtsberatung gearbeitet.



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