Einreise und Visum für Indien

Meine erste Fernreise hat mich 1997 nach Indien geführt. Danach habe ich jahrelang den europäischen Kontinent nicht mehr verlassen, denn Indien gilt nicht umsonst als „schwieriges“ Land für Einsteiger. Wer sich davon nicht einschüchtern lässt, für den sind die folgenden Hinweise zu Einreise und Visum für Indien vielleicht interessant.

Deutsche, österreichische und andere Staatsbürger der EU benötigen für die Einreise nach Indien ein Visum. Dieses kann seit einigen Jahren auch online beantragt werden, doch ist der Antragsprozess bzw. das Antragsformular schon ziemlich ermüdend. Wer sich mal darüber gewundert hat, was die USA von seinen Besuchern alles wissen will, der wird über den indischen Visumantrag nur den Kopf schütteln.

Einreise nach Indien mit E- Visum

Das „Electronic Visa“ für Indien ist ein reguläres Touristen- Visum, welches zur Einreise über die internationalen Flughäfen in Ahmedabad, Amritsar, Bagdogra, Bengaluru, Calicut, Chandigarh, Chennai, Cochin, Coimbatore, Delhi, Gaya, Goa, Guwahati, Hyderabad, Jaipur, Kolkata, Lucknow, Mangalore, Mumbai, Nagpur, Pune, Tiruchirapalli, Trivandrum und Varanasi sowie über die Seehäfen von Cochin, Goa, Mangalore, Mumbai und Chennai berechtigt. Die Einreise über Landgrenzen ist mit dem E- Visum nicht gestattet. Die Ausreise kann hingegen über jeden beliebigen Grenzübergang erfolgen.

Ab dem Tag der Visumerteilung ist dieses für 120 Tage gültig. Ihr müsst also innerhalb von 120 Tagen nach Ausstellung des Visums nach Indien einreisen. Die Aufenthaltserlaubnis gilt dann für 60 Tage. Das E- Visum ist ein double- entry- visa. Ihr könnt also nach einer Ausreise aus Indien ein zweites Mal mit dem E- Visum einreisen, sofern die zweite Einreise innerhalb von 60 Tagen nach der ersten Einreise liegt.

Bei der Einreise müsst ihr einen Ausdruck eures Visums dabei haben. Der Ausdruck kann in Schwarzweiß sein, aber ihr müsst sicherstellen, dass der aufgedruckte Barcode lesbar ist. Außerdem wird in der Regel ein Aus- oder Weiterreise- Nachweis verlangt und der Reisepass muss noch sechs Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig sein.

Da die offizielle Bearbeitungsdauer 72 Stunden beträgt, solltet ihr den Visumantrag spätestens vier Tage vor der geplanten Einreise beantragen. Wird euch das Visum online verweigert (was vor allem dann passieren kann, wenn ihr in eurem Familien- Stammbaum pakistanische Staatsbürger habt oder ihr in den letzten zehn Jahren die falschen Länder bereist habt), habt ihr weiterhin die Möglichkeit, das Visum bei einer indischen Auslandsvertretung wie der indischen Botschaft in Deutschland persönlich zu beantragen. Der Weg ist natürlich umständlicher und dauert deutlich länger.

Ein Visum on arrival gibt es in Indien nicht!

Visum- Probleme Indien

In Indien ist man meiner Meinung nach noch rigider im Umgang mit Overstays als anderswo in Asien. Während man in Thailand oder Kambodscha seine Strafgebühr zahlt und ggf. eine Einreisesperre riskiert, drohen in Indien Haftstrafen angeblich auch schon bei vergleichsweise kurzen Overstays.

Ein häufiges Problem ist zudem, dass Grenzbeamte bei der Einreise oft den Pass nicht stempeln. Hat man aber keinen Einreisestempel, wird einem später die Ausreise verweigert. In diesen Fällen muss zwingend beim örtlichen Foreign Registration Office /FRO) oder dem Ministerium für Home Affairs in Delhi persönlich eine Ausreiseerlaubnis gekauft werden. Das gilt unabhängig davon, wo in dem großen Land ihr gerade am Flughafen steht und ausreisen wollt. Also achtet UNBEDINGT bei der Einreise darauf, dass ihr einen korrekten Stempel im Pass habt.

Das gleiche Problem habt ihr übrigens auch, wenn ihr euren Pass verliert oder dieser gestohlen wird und ihr mit Ersatzpapieren der Deutschen Botschaft ausreisen wollt. Auch hier benötigt ihr wegen des fehlenden Einreisenachweises eine Ausreiseerlaubnis.

Das E- Visum berechtigt im Übrigen nicht zum Aufenthalt in ausgewiesenen Sperrgebieten (insbesondere in der Grenzregion zu Pakistan). Wer in diese Regionen reisen will (insbesondere auch Kaschmir), benötigt über das Visum hinaus eine Erlaubnis der indischen Behörden. Wer ohne eine solche Erlaubnis in Sperrgebiete reist, riskiert seine Verhaftung.

Zoll in Indien und strafrechtliche Besonderheiten

Visum für Indien

Die Zollbestimmungen ähneln denen anderer asiatischer Länder: Einfuhr von Gold und Pornos ist ebenso verboten wie die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und Pflanzen. Ein hübsches Zubrot für die Grenzbeamten sind die unübersichtlichen Regelungen hinsichtlich der Ein- oder Ausfuhr von Indischen Rupien.

Ich bin bei meiner Ausreise genötigt worden, mein Portemonnaie zu öffnen und sämtliches indisches Kleingeld in eine Spendenbox des indischen Zolls zu werfen. Kauft euch also lieber noch nen Schokoriegel von euren letzten Rupien…

Wer mit Bargeld im Wert von über 5000 Dollar einreist, muss dies deklarieren. Wer Geld wechselt, sollte die Umtauschbelege aufbewahren, da diese bei einem späteren Wechsel zurück in Dollar vorgezeigt werden müssen. Erlaubt ist das Geldwechseln nur in Banken und zertifizierten Wechselstuben.

Die Regeln für den Besitz und Verzehr von Alkohol ist in den verschiedenen indischen Bundesstaaten sehr unterschiedlich geregelt. So herrscht in Gujarat, dem Bundesstaat, in dem Mahadscha Ghandi aufgewachsen ist, relativ strenge Prohibition. Auch in Kerala gibt es weitgehende Alkoholverbote, z.B. in der Nähe von Autobahnen. Nicht dass das irgendwen juckt, wenn ein Einheimischer sternhagelvoll in der Öffentlichkeit herumläuft, aber in Indien suchen korrupte Polizisten (wie in anderen Ländern auch) gerne nach Anlässen, um einem vermeintlich reichen Ausländer ein paar Rupien aus der Tasche zu ziehen.

Dasselbe gilt in noch viel höherem Maße im Umgang mit Drogen. Auch wenn in Goa an jeder Ecke gekifft wird, ist der Besitz und Konsum auch von Haschisch und Marihuana immer noch strafbar und wird mit hohen Haftstrafen bedroht. Mit diesem bedrohlichen Szenario werden junge europäische Kiffer in Goa mitunter um ihre Reisekasse gebracht, weil der Dealer, der ihnen das Gras verkauft hat, sie dann bei der Polizei verpfeift und einen Teil von dem Bakschisch abbekommt, das der Traveller zahlen muss, um aus der Nummer rauszukommen.

Ein Freund von mir saß ein paar Stunden im Staatsgefängnis von Panjim, bis ein Kumpel die 500 Euro zusammen hatte, um ihn aus dem Knast freizukaufen. Also, wer beim Sonnenuntergang am Strand von Calangute nicht auf seine Tüte verzichten will, sollte sich zumindest das Risiko bewusst machen und vorsichtig sein.

Wichtig zu wissen für Vlogger und Youtuber: Die Einfuhr von Drohnen ist nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt. Andere höherwertige Gegenstände müssen angemeldet werden. Ihr bekommt dann bei der Einreise ein Zollformular, auf dem diese Gegenstände vermerkt werden und diese müsst ihr dann bei der Ausreise vorzeigen.

Wer mit Kindern nach Indien reisen will, sollte sich über den Stand der Einfuhrbestimmungen bezüglich einer Reihe von Stoffen informieren, die in Kinderspielzeug verarbeitet werden. So überlegt die indische Regierung aktuell, die Einfuhr von Weichmachern wie BPA, von Produkten mit Azofarbstoffen (häufig in Kinderspielzeug) oder mit Benzol (oft in Filzstiften) zu verbieten.

Da diese Stoffe in Verdacht stehen, krebserregend zu sein, ist ein Verbot zweifellos sinnvoll, doch oft sind sich Eltern solcher Sachen vielleicht gar nicht bewusst.

Wer sich nicht selbst durch den englischen Fragebogen der indischen Immigration durchkämpfen möchte, für den erledige ich das gerne auf Visum4U. Dort kostet euch das Visum 89,95 Euro. Naturgemäß ist es auf der Seite der indischen Immigration billiger und ich bin nicht böse, wenn ihr das Visum selbst besorgen wollt.

Wenn ihr verreist, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr mit einer Auslandskrankenversicherung ausreichend abgesichert seid. Wir stellen euch die drei beliebtesten Langzeit- Auslandskrankenversicherungen für Backpacker vor.

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  • Sarina Singh
  • Herausgeber: LONELY PLANET DEUTSCHLAND
  • Auflage Nr. 7 (03.01.2018)
  • Taschenbuch: 1380 Seiten

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