Rasta

Eine der universellen Traveller- Weisheiten lautet: Nette Menschen quatschen nicht wildfremde Leute auf der Straße an. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Leute, die einen auf der Straße ansprechen, in der Regel etwas wollen. Im harmlosesten Fall will man dir etwas verkaufen, im nervigsten Fall wird man angebettelt und im unangenehmsten Fall versucht der andere, dich abzuziehen.

Es gibt nun verschiedene Reaktions- Muster. Eine typisch deutsche Art, mit gesprächigen Nervensägen umzugehen, ist, mit verschränkten Armen und grimmigen Gesicht an dem anderen vorbeizugehen und ihn dabei möglichst zu ignorieren. In vielen asiatischen Ländern ist dies eine angemessene Strategie, um nicht in Situationen zu geraten, die man nicht mehr unter Kontrolle hat. Ich gebe zu, dass ich die ersten Tage in Barbados auch diesem Reflex erlegen bin. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass die Bajans zwar penetrant, aber kaum aggressiv oder gefährlich sind.

Jedes, wirklich jedes Gespräch hier auf der Straße hatte folgenden Aufbau:

Hey Buddy, how are you/ what’s up? Where are you from? From Germany? Alles klar? Wie geht’s?

Nach dieser Einleitung, die wirklich IMMER kommt, kommt der „Buddy“ dann schnell zur Sache.

You want something to smoke?

Wahlweise werden auch Aloe Vera, Kokosnüsse oder anderer Ramsch angeboten. In 90% der Fälle aber wird der Exportschlager Nr. 2 nach Rum angeboten: Weed. Da ich inzwischen gemerkt habe, dass ein Nein (anders als in Asien z.B., wo die Verkäufer sehr viel aufdringlicher sind) letztlich klaglos akzeptiert wird, habe ich mir angewöhnt, den ersten höflichen Teil einfach mitzuspielen und dann einfach zu behaupten, ich hätte schon was zu Rauchen gekauft. Dies scheint für die Einheimischen leichter zu akzeptieren zu sein, als die Behauptung, ich würde nicht rauchen.

An meinem vorletzen Tag auf Barbados sagte einer meiner „Buddies“ zu mir: „Wie lange bist du jetzt schon hier? Zwei Wochen? Na siehst du, in zwei Wochen haben wir doch einen ganz ordentlichen Kerl aus dir gemacht.“ Und er hatte mich angesprochen, ohne mir was verkaufen zu wollen…

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Wer schreibt denn hier?

Kai hat sich 2015 nach Jahren des Reisens schrittweise aus Deutschland verabschiedet und lebt seitdem die meiste Zeit des Jahres in Asien. In seinem früheren Leben hat er 10 Jahre in der Arbeits- und Sozialrechtsberatung gearbeitet.



Ein Gedanke zu „Von der Psychologie des Angequatscht- Werdens“

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