Arbeiten auf der Weltreise

Sehen wir der traurigen Wahrheit ins Gesicht: Die Wenigsten haben genug Geld auf der hohen Kante, um ein ganzes Jahr davon „Urlaub“ zu machen. Man wird also unterwegs arbeiten müssen (manche auch wollen), um die Reisekasse aufzufüllen oder zumindest kostenneutral zu leben.

WWOOFen

Eine schöne Möglichkeit, „Arbeit gegen Kost und Logis“ zu praktizieren, ist das WWOOFen, das für WORLD-WIDE OPPORTUNITIES ON ORGANIC FARMS steht und das es inzwischen auf allen Kontinenten gibt.

Das Prinzip des WWOOFen ist dabei so simpel wie genial: Man arbeitet für mindestens zwei Tage ca. 6 Stunden täglich auf ökologischen Farmen und bekommt dafür Kost und Logis frei.

Kleiner Schönheitsfehler: Das WWOOFen ist in vielen Ländern nur halb legal, weil die Visa- Bestimmungen eine Arbeitsaufnahme nicht zulassen. Deshalb warnt man auf der deutschen WWOOF- Webseite auch davor, bei der Immigration irgendetwas von Arbeit oder WWOOF zu erzählen und wahrscheinlich ist es auch ratsamer, als Aufenthaltsadresse ein x-beliebiges Hotel anzugeben als den Hof, auf dem man arbeiten will.

Man verdient so zwar kein Geld, aber immerhin gibt man auch keines (oder weniger) aus…

Wer mehr dazu wissen will, geht auf die Seite von WWOOF.org mit einer Liste und Kontaktdaten aller Länder.

Work and Travel

Im Gegensatz zum WWOOFen ist das Arbeiten mit dem „Work and Travel“ oder auch „Working Holiday“- Visum, das einige beliebte Backpacker- Länder anbieten, legal. Dafür gibt es andere Beschränkungen, über die man sich rechtzeitig informieren sollte.

Wir stellen hier die vier wichtigsten Länder kurz vor: Australien, Kanada, Neuseeland und die USA.

Australien

Das Work and Travel- Visum für Australien ist nicht nur wegen der hohen Lebenshaltungskosten auf dem fünften Kontinent eines der beliebtesten „Arbeits- Visa“ überhaupt. Es richtet sich ausschließlich an junge

Working Holiday Visa

Working Holiday Visa

Traveller zwischen 18 und 30 Jahren und kann nur zwei Mal im Leben beantragt werden. Als Stichtag für das Alter gilt der Tag des Visum- Antrags, an dem man schon 18 sein muss, aber noch nicht 31 sein darf.

Das Visum kann seit einiger Zeit nun auch online beantragt werden und kostet derzeit 280 AUD. Mit dem Work and Travel- Visum könnt ihr innerhalb von 12 Monaten nach Australien einreisen und euch dort für 12 Monate aufhalten.

WICHTIG: Das Visum kann nur von außerhalb Australiens beantragt werden, also nicht zur Aufenthaltsverlängerung dienen, wenn ihr schon dort seid. Prüft außerdem unbedingt vor Antragstellung, ob ihr die Voraussetzungen für die Erteilung eines Work and Travel- Visums erfüllt, denn die satte Gebühr wird bei Verweigerung nicht erstattet!

Der Antragsvorgang ist relativ easy durchlaufen: Angaben zur Person (Reisepass griffbereit haben!), zu beruflichen Qualifikationen, zu Krankheiten und Vorstrafen. Alles noch mal checken. Zahlungsvorgang nur mit Kreditkarte. Das wars.

Nach ein paar Tagen – im Extremfall nach ein paar Wochen – erhaltet ihr eine Bestätigungsmail von der Immigrationsbehörde, dass euch ein Visum ausgestellt wurde. Es handelt sich um ein E- Visum, das nicht in den Reisepass eingeklebt werden muss, aber einen Ausdruck der Bestätigungsmail solltet ihr bei der Einreise dabei haben.

Was ihr außerdem bei der Einreise dabei haben müsst, sind ausreichende Geldmittel. Keine Sorge, die Kohle nimmt man euch nicht ab, aber Australien möchte sichergehen, dass ihr in der Lage seid, euch mindestens für eine Weile selbst durchzuschlagen. Ferner muss ein Ausreise- Ticket und eine Auslandskrankenversicherung nachgewiesen werden.

Interessant zu wissen ist noch, dass das Working Holiday Visum für Australien ein Multiple Entry Visum ist, man also in dem Jahr der Gültigkeit beliebig oft ein- und ausreisen kann.

Da ein Working Holiday Visum immer in erster Linie ein Holiday- und erst in zweiter Linie ein Working- Visum sein soll, ist eine Beschäftigung beim selben Arbeitgeber nur für maximal sechs Monate möglich. Man soll eben auch noch weiterreisen…;)

Neuseeland

Die Voraussetzungen für eine Working Holiday Permit in Neuseeland sind ähnlich denen für

Australien. Die Altersbeschränkung ist die gleiche, Aufenthaltserlaubnis ebenfalls für 12 Monate; allerdings ist das Visum für NZ mit umgerechnet etwa 80 Euro deutlich günstiger als für Australien und in NZ dürft ihr auch die ganzen 12 Monate beim selben Arbeitgeber arbeiten.

Der Reisepass muss  bei der Einreise nach Neuseeland noch mindestens 15 Monate gültig sein und bei der Beantragung sind (z.B. durch einen Kontoauszug) Geldmittel von mindestens 4200 NZD nachzuweisen.

Antrag und Infos gibt es auf der Webseite der Immigrationsbehörde.

Kanada

Kanada ist in der Visumvergabe wegen des großen Andrangs relativ rigide und vergibt nur eine bestimmte Zahl von Visa zu Jahresbeginn. Für 2012 waren das gerade mal 4000 Working Holiday Visa, die dort International Experience Canada heißen. Wenn die Zahl der zu vergebenden WHV bzw. IEC erreicht ist, was meist schon nach wenigen Monaten der Fall ist, ist Schluss für ein Jahr und man kann es im nächsten Jahr wieder versuchen.

Wer also vorhat, in Kanada zu arbeiten, sollte sich seeeehr rechtzeitig darum bemühen. Die Programmeröffnung für 2013 ist für Mitte Januar angekündigt.

Für Kanada können immerhin Traveller zwischen 18 und 35 Jahren ein WHV beantragen, das dann zu einem 12- monatigen Aufenthalt berechtigt und die Arbeitsaufnahme bei jedem Arbeitgeber erlaubt, so lange es sich nicht um einen Erzieher/Lehrer- Job oder eine Stelle im Gesundheitswesen handelt. Die Einreise muss in dem Jahr erfolgen, in dem das Visum ausgestellt wurde. Hat man also ein Visum für 2013 beantragt und erhalten, so kann man bis Ende 2013 nach Kanada einreisen und hat dann 12 Monate Aufenthaltsrecht.

Wie in den anderen Ländern auch sind ein Weiter- oder Rückflugticket sowie ausreichende Geldmittel (mindestens ca. 2500 CAD) und eine Auslandskrankenversicherung nachzuweisen. Der Reisepass muss während der gesamten Aufenthaltsdauer gültig sein.

Das Visum berechtigt zu beliebig vielen Aus- und Einreisen während der 12 monatigen Gültigkeitsdauer.

Anders als die anderen WHV ist das Working Holiday Visum für Kanada nicht online zu beantragen sondern muss bei der kanadischen Botschaft beantragt werden.

Neben dem klassischen WHV gibt es auch in Kanada noch einige andere Möglichkeiten ein Langzeit- Visum zu bekommen, so z.B. als „Young Professional“ oder im Rahmen von Praktika.

Insgesamt können deutsche Staatsbürger zwei IEC- Visa in ihrem Leben beantragen, allerdings nur in unterschiedlichen Kategorien. Das klassische Working Holiday Visum gibt es also nur „once in a lifetime“.

Die deutlich erweiterte Version dieses Artikels ausführlicheren Darstellungen der genannten Länder sowie mit zusätzlichen Infos zum J1- Visum für die USA und dem WHV für Singapur gibt es als Ebook hier.

 

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Kai Berke

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