Fixkosten zu Hause während der Weltreise




Neben dem, was man unterwegs so für seinen Lebensunterhalt aufbringt, gibt es auch eine unglaubliche Menge an stillen Geldfressern zu Hause, die im ungünstigsten Fall fast für eine zweite Weltreise reichen würden.

Wer in der glücklichen Lage ist, ein paar dieser Fixkosten abstellen zu können, kann eine schöne Menge Geld als Reise- Reserve aktivieren.

Rund um die Wohnung

Der größte Geldfresser ist wohl die eigene Wohnung. Wer diese nicht kündigen will und nicht untervermieten kann, muss nicht nur jemanden organisieren, der ab und zu mal lüftet und den Wellensittich füttert sondern auch für ungenutzten Wohnraum zahlen.



Dieser Wohnraum muss mindestens in den Wintermonaten natürlich auch ein bisschen geheizt werden und ab 2013 zahlt man GEZ- Gebühren nicht für Empfangsgeräte sondern pro Wohnung, so dass man also auch noch monatlich knapp 18 Euro für das öffentlich- rechtliche Fernsehen bezahlen muss.

Womöglich möchte man auch seine langjährige Telefonnummer nicht aufgeben und zahlt dann auch noch 12 Monate die Grundgebühr für das Telefon bzw. man würde schon gerne kündigen, hat aber den Kündigungszeitpunkt für den Langzeit- Vertrag verpasst…

Wenigstens das Kabelfernsehen sollte man aber während der Weltreise abbestellen.

Auch die Alternative, die Wohnung zu kündigen, ist nicht kostenlos sondern verursacht neben den Einmalkosten für den Umzug auch laufende Kosten für die Einlagerung. Je nach Größe und Lage der Wohnung ist dies aber meist trotzdem noch die billigere Alternative.

Kfz- Kosten

Ein Auto, das nicht fährt, ist sein Geld nicht wert. Eine alte Weisheit, die auf Weltreise umso mehr gilt, als die monatlichen Versicherungskosten und die jährliche Steuer weiter anfallen. Wenn man nicht jemanden kennt, der einem unentgeltlich für ein Jahr seine Garage überlässt, kommen allerdings auch Einlagerungskosten auf einen zu, denn man darf sein abgemeldetes Auto ja bekanntlich nicht am Straßenrand parken.

Verkaufen ist auch nur auf den ersten Blick eine gute Lösung, denn man bekommt zwar auf diese Weise einen schönen Beitrag für die Reisekasse, doch wird man nach der Reise möglicherweise wieder ein Auto brauchen und sich dieses dann von Geld, das man nicht mehr hat, kaufen müssen.

Die perfekte Lösung ist ein zuverlässiger Mensch ohne Auto, der sich freut, für ein Jahr einen fahrbaren Untersatz zu haben und dafür die laufenden Kosten übernimmt – und einem verspricht, nach einem Jahr nicht einen Haufen Schrott zurückzugeben.

Vielleicht ist so ein Nutzungsrecht ein schönes Dankeschön für diejenigen, die während der eigenen Abwesenheit den Krimskrams für euch zu Hause erledigen. 😉

Es gibt übrigens Webseiten, auf denen man sein Auto für Fimenwerbung zur Verfügung stellen kann. Firmen bringen dann Werbung auf eurem Auto an und bezahlen dafür eine auszuhandelnde Gebühr, die vielleicht einen kleinen Beitrag zur Senkung der Fixkosten leistet. Eine solche Webseite ist premium-autowerbung.de. Ob das was taugt, weiß ich allerdings nicht. Ich habe es nicht probiert. Wenn jemand da Erfahrung mit gemacht hat, freue ich mich über Rückmeldungen.

Mitgliedschaften

Mitgliedschaften im Sportverein oder Fitnesscenter sollten während einer Weltreise auf Sinnhaftigkeit überprüft werden. Gleiches gilt für Mieterverein oder Gewerkschaft. Wer seine prinzipiell sinnvolle Gewerkschaftsmitgliedschaft nicht aufgeben möchte, sollte sich wenigstens im Beitrag herunterstufen lassen.

Kranken- und Rentenversicherung

Eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist außerhalb der Europäischen Union komplett nutzlos, weshalb diese für die Weltreise dringend gekündigt werden sollte. Früher übliche „Anwartschaften“, die man zahlen musste, um nach Rückkehr wieder in die GKV aufgenommen zu werden, sind heute wegen des gesetzlichen Krankenversicherungszwangs nicht mehr erforderlich, da die gesetzlichen Kassen verpflichtet sind, jeden aufzunehmen, der das möchte.

Die Kosten für die Ausland- Krankenversicherung werden i.d.R. vor Reisebeginn fällig und fallen daher nicht unter diesen Kostenblock sondern unter die Kosten vor Reiseantritt.

Anders sieht das bei der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Hier kann es vorteilhaft sein, freiwillge Beiträge einzuzahlen, um seine Beitragsjahre vollzubekommen. Allerdings reden wir hier auch über eine ordentliche Stange Geld, denn der freiwillige Mindestbeitrag beträgt für 2013 85,05 Euro im Monat, also satte 1000 Euro im Jahr.

Abonnements

Wenn man bestimmte Abos nicht rechtzeitig abbestellt, können auch hierfür sinnlose Kosten während der Reise anfallen.

So sollten auf jeden Fall Tageszeitungen und Zeitschriften, Bahncard und eventuelle Internet- Abos abbestellt werden.

Ein Internet- Abo wird man hingegen einrichten müssen, wenn man unterwegs einen Reise- Blog betreiben will. Wir empfehlen ein Hosting- Paket von Strato (zum Profi-Hosting , wo es regelmäßig Angebote mit bis zu 12 Freimonaten gibt.

Bankkonto

Auff Reisen ist eh ein Internet- Konto erforderlich, das i.d.R. kostenlos ist, zumindest wenn das empfohlene DKB- Weltreise- Konto ((www.dkb.de) genommen wird. Es ist also ein guter Zeitpunkt, sein Filialkonto zu kündigen, für das man noch monatliche Grundgebühren zahlen muss.

 

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2 responses on “Fixkosten zu Hause während der Weltreise

  1. Det

    Hallo Kai
    Du schreibst , das die Gesetzliche KV gezwungen ist , JEDEN aufzunehmen.
    OHHHHHHHHHHH , woher beziehst du denn da dein Wissen ????????????
    Diese für mich sehr spannende Frage , die ich z.zt. noch versuche zu beantworten
    ist m.M.n. überhaupt nicht so einfach zu beantworten , wie du es hier so pauschaliert
    einmal machst . Schwerer Denkfehler würde ich mal so behaupten , mit der Folge ,
    wenn z.B. ein 52 Jähriger dieses liest , dieses dann auch so ungefiltert übernimmt ,
    nach rückkehr nach 3 Jahren nach Deutschland , nur noch in der PKV versichert sein
    kann . Zu den dann sicherlich netten Exorbitanten PKV Beiträgen . UIUIUIIIIIIIII .
    Also wenn du dort eine gesicherte Aussage treffen könntest , würde ich mich jedenfalls über eine Antwort freuen . Insbesondere mit Bezugsnachweis der Information . Nach sehr langem lesen der Ergebnisprotokollen des
    Sptizenverbandes der GKV , bin ich jedenfalls noch nicht auf eine Möglichkeit gestoßen , welche z.B. über 55 Jährige , die vorher PKV Versichert waren , nach längeren Auslandsaufenthalt , wieder in die Gesetzliche FREIWILLIGE
    PFLICHTVERSICHERUNG der GKV bringen würde . Als Alternative würde sich nur
    eine Private KV anbieten , mit den dann dortigen Beiträgen , so ab 600,00 Euro monatlich anfangend und dann auch schnell steigend . Solltest du keine Infos
    haben , würde ich dir empfehlen ,mit solchen Aussagen etwas vorsichtiger zu sein ,
    da du ja garnicht alles an Leserlebenswegen ( insbesondere Alter und Versicherungsverlauf ) abschätzen kannst , somit auch die
    ggf. Existenzbedrohenden Risiken dann halt eben auch nicht . Dieses halte ich
    insbesondere bei den Thema KV für sehr Risikoreich und bei pauschaliert getätigten
    Aussagen auch schnell mal stark Existenzbedrohend und damit sehr gewagt .
    Alleine der Umstieg aus der PKV in eine Freiwillige Mitgliedschaft in die GKV in Deutschland ist ab einen Alter ab 52 schon extrem aufwändig , da möchte ich
    garnicht darüber nachdenken , wie kompliziert es dann werden könnte , wenn
    in dieser Zeit auch noch ein längerer Auslandsaufenthalt dazu kommt .
    Aber Sorry , vielleicht sehe ich das ja auch alles komplett falsch und du kennst tatsächlich irgendwelche Sachen , die ich noch garnicht berücksichtigt habe .
    In der Hoffnung auf belegbare Fakten in deiner Antwort ( bitte Fundstelle mit
    angeben und nicht nur , jaaaaaaaaa das kann man sooo oder soooo machen ) ,
    verbleibe ich sehr gespannt und Hoffnungsvoll .
    LG Det

  2. KaiKai Post author

    Hallo,
    das ist natürlich korrekt, was du da schreibst. Wer sich in jungen Jahren wegen des Preisvorteils der solidarischen Krankenversicherung entzieht, hat es im Alter schwer, dann in die GKV zurück zu kehren, wenn ihm die Beiträge in der PKV zu hoch werden- und ich finde, das ist auch gut so. 😉
    Das ist allerdings auch nicht unbedingt die Fallkonstellation, um die es in einem Weltreise- Forum geht und ich würde mich in einer solch existentiellen Frage auch nicht auf Meinungen im Internet verlassen sondern mir einen Fachanwalt für Sozialrecht nehmen, der mich berät. Da gibts dann auch belegbare Fakten mit Fundstelle und so.
    Viele Grüße
    Kai

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