Sicherheit auf der Weltreise




Die Grundregel ist, dass man auf Reisen seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet. Darüber hinaus gibt es natürlich länderspezifische Besonderheiten, die hier nicht in der Tiefe dargestellt werden können. Aber ein paar grundsätzliche Tipps gelten für alle Länder der Welt.

Je ärmer das Land, das man bereist, desto weniger sollte man „Reichtum“ zur Schau stellen, wobei Reichtum eine sehr relative Sache ist. Generell sollte man auffälligen Schmuck oder teure Uhren meiden, nur das Nötigste an Bargeld mit sich führen und seine Papiere im Hotelsafe lassen und nur eine Kopie mit sich führen. Portemonnaies sollten niemals in der hinteren Hosentasche verstaut werden; besser sind ohnehin Brustbeutel, Bauchgurte oder eingenähte „Geldkatzen“ – ein bisschen Kleingeld sollte man in der Hosentasche haben, um im Notfall den Kleinkriminellen zufrieden zu stellen, der einem mit der Knarre vor dem Kopf rumfuchtelt.




Nie in der Öffentlichkeit mit Bündeln von Geld rumhantieren und nach Möglichkeit, nicht vor Publikum seine Hilflosigkeit zur Schau stellen, indem man auf dem Marktplatz erst einmal den Stadtplan auspackt…

Zudem sollte man auch beim Feiern dem Alkohol nie bis zur Besinnungslosigkeit frönen, damit man bei Gefahr in Verzug noch genug Reaktionsvermögen besitzt, den Arsch an die Wand zu bekommen. In einigen Gegenden der Welt sollte man auch bei angebotenen offenen Getränken Vorsicht walten lassen, da sich gerade in einigen asiatischen Ländern (Indien!) KO- Tropfen immer größerer Beliebtheit erfreuen.

In Asien sind auch Trickbetrügereien weit verbreitet. Da die Menschen in Asien eigentlich sehr zurückhaltend sind, sollte man immer mit einem gesunden Misstrauen reagieren, wenn man von wildfremden Menschen mitten auf der Straße angequatscht wird.

Vorsicht vor Landsleuten

Leider ist es so, dass die Gefahr im Ausland abgezogen zu werden, oft weniger von den Einheimischen als von Landsleuten ausgeht, die in dem bereisten Land leben und sich ihren Lebensunterhalt mit kleinen Betrügereien verdienen.

Dabei wird insbesondere bei jungen Backpackern an zwei Charaktereigenschaften appelliert: Mitleid und Solidarität.

Niemand möchte in der Ferne gerne in eine Notsituation geraten. Deshalb ist die Chance, dass der gesunde Menschenverstand eine kleine Pause einlegt besonders groß, wenn man von einem traurigen Menschen angesprochen wird, dem gerade das ganze Geld, der Pass, der Rucksack oder wer weiß was noch geklaut wurde. Klar, dass demjenigen mit ein paar Euro schon geholfen wäre.

Wenn es dann auch noch ein Landsmann ist, ist die Identifikation noch ungleich größer, denn man stellt sich unwillkürlich vor, wie es einem selbst in einer solchen Not gehen würde.

Dass der Text und die vermeintliche Notsituation oft über Jahre einstudiert wurde, um junge Menschen um ein paar Euro zu erleichtern, wird einem wegen des Mitleids und der Solidarität dann oft nicht sofort klar und es geht natürlich auch immer eher um Kleinbeträge.

Trotzdem lohnt es sich, die Geschichte ein bisschen auf Plausibilität abzuklopfen, möglicherweise auch Polizei oder Behörden wie die deutsche Botschaft mit einzubeziehen. Wer wirklich in Not ist, wird den Gang zur Polizei oder ein Telefonat mit der Botschaft nicht scheuen; wer nur ein paar schnelle Euro aus eurer Reisekasse haben will, wird irgendeine dumme Ausrede parat haben, warum er nicht zur Polizei gehen kann, obwohl ihm doch gerade alles gestohlen wurde.

Man bekommt unterwegs mit der Zeit übrigens ein Gefühl dafür, wer wirklich in Not ist. Ich bin in Marseille am Bahnhof mal von einem gepflegten älteren Landsmann angesprochen worden, dem auch gerade alles geklaut wurde. Irgendwie klang die Geschichte einstudiert, andere Hilfe als Geld wollte er aus den verschiedensten Gründen nicht. Kurzum: Ich habe ihm kein Geld gegeben.

Als ich zwei Tage später wieder am Bahnhof stand, um weiter nach Rom zu fahren, sehe ich den Typen doch tatsächlich frisch rasiert und mit frischem Polohemd, wie er gerade einer Gruppe von jungen Backpackern wieder seine Story erzählt. Ich gehe dazwischen und warne die Jungs und der Abzieher wäre mir fast an den Kragen gegangen.

Ähnliche Situationen habe ich viele in allen möglichen Ländern erlebt. Mein Tipp: Immer erst mal nicht-finanzielle Hilfe anbieten und schauen, wie der Notleidende reagiert. Wenn er wirklich ein Problem hat, wird er für jede Hilfe dankbar sein; wenn er nur auf Geld aus ist, könnt ihr ziemlich sicher davon ausgehen, dass ihr einen Abzieher vor euch habt.

Weiterlesen:

Gefahren und Ärgernisse

 


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Kai Berke

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