Geld und Finanzen

 

Kreditkarten sind inzwischen so verbreitet, dass man nicht mehr gezwungen ist, seine gesamte Reisekasse bar bei sich zu tragen und auch Reiseschecks werden eigentlich nicht mehr benötigt. Mit den meisten Kreditkarten muss man zudem keine Gebühren für Barabhebungen mehr zahlen, wenn das Kreditkartenkonto ein Guthaben ausweist und die Umtauschkurse bei Bargeldabhebungen sind regelmäßig günstiger als in Wechselstuben.

Bargeldabhebungen mache ich inzwischen nur noch mit der1plus Visa Card der Santander Consumer Bank. Bei der Santander Bank ist nicht nur die Visa- Karte und die Kontoführung kostenlos sondern als derzeit einzige Bank erstattet die Santander auch die Fremdgebühren, die in vielen Ländern bei der Geldabhebung am Automaten anfallen und die sich bei einer längeren Reise schnell auf mehrere Hundert Euro aufsummieren können.

Ein Problem ist, dass die Santander die Visa 1plus nur noch an Gehaltsempfänger ausgibt, Studenten oder

VISA- Kreditkarte

Selbständige daher keine Chance mehr haben.

Bis Mitte 2016 bot die DKB diesen Service der Fremdgebühren- Erstattung auch noch (www.dkb.de). Heute gibt es Girokonto und Visa Karte bei der DKB zwar immer noch kostenlos, aber das kostenlose Geldabheben und das gebührenfreie Bezahlen mit der Karte im Ausland gibt es nur noch als so genannter Aktivkunde mit einem monatlichen Mindest- Habenumsatz von 700 Euro.

Wer diese Voraussetzung problemlos erfüllt, für den ist die DKB tatsächlich auch weiterhin reizvoll, weil sie das Guthaben auf dem Kreditkartenkonto selbst in der aktuellen Niedrigzinsphase immer noch verzinst.

Ich selber nutze als Ersatzkarten noch VISA und Mastercard vom ADAC, weil diese ein nützliches Reiseversicherungspaket beinhalten; Im Verlustfall gibt es vom ADAC auch eine kostenlose Ersatzkarte ins Ausland zugestellt. Diesen Service musste ich allerdings zum Glück bisher noch nicht ausprobieren.

Daneben gibt es beim ADAC einen Tankrabatt von ein bis drei Prozent (je nach Kartentyp) auf alle Tankstellenumsätze weltweit. Dies hat sich vor allem bei Wohnmobilen, die unverschämt viel Sprit schlucken schon oft ausgezahlt. Außerdem sind in einigen Ländern Supermärkte den Tankstellen angeschlossen (anders als in Deutschland aber zu normalen Preisen!), so dass man den Rabatt auch auf seine Frühstücksflocken bekommt.

Nicht unbedingt als Reisezahlungsmittel für unterwegs ist die AMEX Kreditkarte in Gold geeignet, weil Fremdwährungstransaktionen hohe Gebühren verursachen, aber es kann interessant sein, seine Flugtickets, Hotelzimmer o.ä. mit der American Express zu zahlen, weil die AMEX Gold die attraktivste Kreditkarte zum Meilensammeln ist. Wenn ihr also euer Round-the-world- Ticket, eure Agoda- Buchungen und eure Auslandskrankenversicherung mit der AMEX zahlen könnt, habt ihr schon eine Menge Bonusmeilen gesammelt, bevor ihr überhaupt losgeflogen seid.

Im ersten Jahr ist die AMEX in Gold auch noch beitragsfrei; darüber hinaus habt ihr ein umfangreiches Reiseversicherungs- Paket wie Auslandkrankenversicherung, Reiserücktritts, Kfz- Schutzbrief oder Verkehrsmittel- Unfallversicherung. Wer dazu auch noch oft bei Ebay und Amazon bestellt oder womöglich ein Online- Business betreibt und seine Amazon- Werbekosten mit Kreditkarte zahlen kann, für den ist die AMEX Gold schon fast ein Muss. Aktuell mit einem Startguthaben von 50 Euro, wenn ihr die Karte über unseren Partnerlink beantragt.


American Express Goldcard


Das Eindecken mit Fremdwährung im Heimatland macht heute keinen Sinn mehr, denn erstens wird auch hier zu miesen Kursen umgetauscht und zweitens gibt es selbst auf den kleinsten Flughäfen in der Regel Geldautomaten. Hier kann man sich mit Bargeld eindecken, während man auf das Gepäck wartet. Zweckmäßig ist es, sich auf dem Flughafen eine Dose Cola o.ä. zu kaufen, um dann passendes Kleingeld für das Taxi zu haben.

Weltreise- Konto online führen




Wenn man länger auf Reisen ist, sollte man sein Girokonto und sein Kreditkartenkonto auf Onlinebasis umstellen, damit man unterwegs Zugriff hat. So kann man auch sicherstellen, dass die Kreditkarte immer genug Guthaben aufweist, damit man gebührenfrei Geld im Ausland abheben kann.

Bei der Santander Bank gibt es Girokonto und VISA- Karte kostenlos. Damit kann man dann weltweit Geld gebührenfrei abheben und selbst die thailändische „Benutzungsgebühr“ an Geldautomaten von 200 Baht wird von der Santander auf Antrag erstattet.

Eine kleine, nicht abschließende Liste mit den Fremdgebühren für die ATM- Nutzung in verschiedenen Ländern findet ihr auch in diesem Artikel über die 1plus Visa Card der Santander Bank.

Leider gibt die Santander- Bank die 1plus Visa Card nur an Gehaltsempfänger heraus. Für Studenten oder Selbständige bietet die Comdirect aktuell das attraktivste Paket mit kostenlosem Girokonto, kostenloser Kreditkarte und kostenloser Bargeldversorgung im Ausland. Mehr Infos gibt es hier:


Der comdirect Vorteil: kostenlos Bargeld abheben weltweit und Rechnungen per Foto bezahlen und archivieren!

Kostenfalle Direktumrechnung in Euro

Eine typische Kostenfalle bei der Bargeldabhebung am Geldautomaten im Ausland, aber auch beim Bezahlen in Fremdwährung ist die oft angebotene Direktumrechnung in Euro. Damit wird Transparenz suggeriert, aber tatsächlich einfach nur abgezockt, denn die Wechselkurse, die man bei diesem so bequem klingenden Service bekommt, liegen deutlich unter dem Wechselkurs, den die eigene Bank bzw. das Kreditkarteninstitut gewährt.

Deshalb: Wenn einem der Geldautomat die Abrechnung in Euro anbietet- immer ablehnen!

Das Gleiche kann einem auch in Geschäften passieren, in denen man einen Preis in einer Fremdwährung mit seiner Kreditkarte bezahlen möchte. Auch hier bieten Verkäufer manchmal die Zahlung in Euro an oder fragen ganz dreist gar nicht lange sondern machen das einfach. Wann immer einem im Nicht- Euro- Ausland ein Zahlbetrag in Euro genannt wird, kann man fast sicher sein, dass man hier draufzahlt. Man sollte daher auf Zahlung in der Landeswährung bestehen.

Bargeld

Stellt euch mal vor, ihr seid gerade irgendwo auf der Welt fernab der Heimat unterwegs und plötzlich wird eure Kreditkarte am Geldautomaten eingezogen oder sie funktioniert plötzlich nicht mehr. In Panik ruft ihr bei eurer Bank an und die teilen euch lapidar mit, dass es „auffällige Transaktionen“ mit eurer Karte gab und diese deshalb sicherheitshalber gesperrt wurde…

Das passiert häufiger als man denkt. Man kann dem ein Stück weit entgegen wirken, indem man seiner Bank schreibt, wo man sich in der nächsten Zeit aufhält, aber tatsächlich können eure Kreditkarten- Daten ja auch mal gehackt oder kopiert worden sein (ist mir zwei Mal passiert).

Auch wenn, wie gesagt, kein Anlass mehr besteht, seine gesamte Reisekasse in Bar mit sich herumzutragen, so ist doch für solche Fälle eine kleine Bargeldreserve vorzuhalten, damit man seine täglichen Ausgaben auch ohne Kreditkarte für eine Weile bestreiten kann. Darüber hinaus gibt es auch im Jahr 2018 immer noch Länder und Gegenden mit einer schwachen ATM- Abdeckung. Ich war kürzlich auf den Malediven und dort gibt es weiß Gott nicht auf jeder kleinen Insel einen Geldautomaten.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass man mit US Dollar insgesamt besser fährt, weil diese in vielen Ländern direkt als Zahlungsmittel akzeptiert werden und nicht erst mühsam umgetauscht werden müssen.

Achtet darauf, dass die Dollar- Noten, die ihr mitnehmt unbeschädigt sind! In vielen Ländern weigern sich Verkäufer und selbst Hotels, beschädigte (insbesondere eingerissene) Dollar- Noten anzunehmen. Achtet in solchen Ländern auch darauf, dass euch der Verkäufer nicht mit dem Wechselgeld selbst beschädigte Geldnoten unterschiebt.

Traveller- Checks

Ich bin der Meinung, dass Traveller- Checks in erster Linie nostalgischen Wert haben, weil es einen an die Reisen in seiner Jugend erinnert, als Kreditkarten noch nicht so weit verbreitet und Geldautomaten in vielen Entwicklungsländern noch gar nicht existent waren. Auch unter Sicherheitsaspekten liegen Traveller- Checks natürlich immerhin vor Bargeld, denn sie werden bei Verlust ersetzt und der Räuber kann wegen der fehlenden zweiten Unterschrift nichts damit anfangen.

Meine eigene Aversion gegen Traveller- Checks rührt wahrscheinlich von meiner schlechten Erfahrung her, die ich Ende der 90’er mit DM- Checks in Indien gemacht habe, wo wir den Großteil unserer Reisekasse in diesem Zahlungsmittel angelegt hatten und in ganz Varanasi in Ostindien keine Bank fanden, die uns diese in Rupien umtauschen wollte.

Das ist im Euro- Zeitalter (und erst Recht nicht, wenn man sie auf Dollar ausstellen lässt) zwar kein Problem mehr, doch die Verwaltungskosten von 1% des Nennwertes (plus die Umtauschgebühren) sowie die Tatsache, dass es sich dabei um zusätzliches Papier handelt, dass das Portemonnaie (oder den Geldgürtel/Brustbeutel) unnötig aufdickt, lassen mich davon Abstand nehmen, Traveller- Checks mit mir rumzuschleppen.

Außerdem trägt man natürlich das Wechselkursrisiko, wenn man Checks in spekulationsgefährdeten Währungen wie dem Dollar oder Euro über mehrere Monate mit sich rumträgt.

Seit 2015 gibt es inzwischen Traveller Checks nicht mehr, da die herausgebenden Kreditinstitute das Angebot eingestellt haben.

Geldtransfer

Wenn mal alles schief läuft und man kurzfristig Bargeld benötigt, gibt es natürlich auch die Notfall- Option, sich Bargeld schicken zu lassen. Die größten Anbieter sind Western Union und Moneygram. Der Geldversand geht zwar schneller als über ein herkömmliches Bankkonto, kostet aber natürlich auch deutlich mehr, so dass diese Option eigentlich nur in Frage kommt, wenn man ausgeraubt wurde und akut Bargeld benötigt.

Achtung: Für das Empfangen von Geld über Western Union oder andere Anbieter benötigt man natürlich einen gültigen Ausweis. Wenn man sich Geld schicken lassen will, weil man all seine Papiere verloren hat oder ausgeraubt wurde, kann das also schwierig sein.

Für Digitale Nomaden oder Expats, die sich länger in einem Land aufhalten und die dort ein Konto eröffnet haben, stellt sich ja vor allem das Problem des kontinuierlichen Transfers vom deutschen Konto auf das Konto im Reiseland. Die Kosten für eine interntionale Banküberweisung in eine andere Währung ist bei den meisten Banken leider immer noch sehr teuer.

Eine gute Alternative ist der Service TransferWise, an den man von seinem deutschen Bankkonto einen Betrag auf ein deutsches Bankkonto von TransferWise überweist und TransferWise einem dann innerhalb von ca. vier Tagen den entsprechenden Betrag in der gewünschten Fremdwährung auf ein Konto in diesem Land auszahlt. Die Gebühren sind deutlich niedriger und die Umtauschkurse sind deutlich besser als bei anderen Überweisungsarten. Ein klasse Service insbesondere für Expats oder wenn man sich aus anderen Gründen länger in einem Land aufhält.

Informiert euch selbst hier.

Nebenbei: In vielen Ländern der Welt benötigt ihr einen Reiseadapter, weil die deutschen Stecker nicht in die Steckdose passen. Ich empfehle diesen kleinen, kompakten Universalstecker, mit dem ich bisher in allen Ländern, die ich bereist habe, gut zurecht gekommen bin.

Reise Adapter/Reisestecker, passend für Asien, Australien, Nordamerika, Europa
  • Weltreise- Adapter "Global", Maße: ca. 9 x 5 x 5 cm
  • 3- teiliger Reiseadapter Universalstecker, Netzadapter für die Steckdose
  • passend für über 100 Länder in Europa, Asien, Australien, Amerika

Letzte Aktualisierung am 22.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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One response on “Geld und Finanzen

  1. One Million Places

    Wir waren ein halbes Jahr in 28 Ländern unterwegs und sind mit der DKB-Kreditkarte sehr gut gefahren. In der Regel gab es keine Gebühren am Geldautomaten beim Abheben. Wenn es doch mal welche gab, genügt im Nachgang eine kurze Mail an die DKB mit einigen Daten (Land, Bankname, Datum und Uhrzeit des Abhebens, Gebühr die man zahlen musste – steht alles auf dem Beleg) und schwupp hat man nach einigen Tagen das Geld wieder auf seinem Konto. Wirklich super!
    Für den Notfall hatten wir auch immer noch eine Mastercard dabei, was wirklich zu empfehlen ist. An ein oder zwei Stellen hatten wir keine Möglichkeit, mit einer VISA zu zahlen, dafür aber mit Mastercard.

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