Ausrüstung auf Weltreise

Wenn ihr alle bürokratischen Hürden gemeistert habt, die Route geplant und das RTW- Ticket (oder die Einzelflüge) gebucht ist, dann ist es Zeit, ein paar Worte zur Ausrüstung zu verlieren, die man auf einer Weltreise so gebrauchen kann.

Backpacker oder Kofferträger

Die erste Frage, die sich stellt, hat schon fast- religiöse Qualität und die Verfechter beider Lager stehen sich oft wie kalte Krieger unversöhlich gegenüber: Rucksack oder Rollkoffer?

Wie so oft im Leben gibt es auch hier keine klare Antwort, denn beide Möglichkeiten, seine Klamotten um die Welt zu tragen, haben ihre Vor- und Nachteile und hängen letztlich davon ab, wohin man konkret reisen will und wie man sich dort fortbewegt.

Wer sich überwiegend in urbanem Gelände aufhält und in Gegenden mit halbwegs ebenen Straßen, wer vom Flughafen mit dem Taxi in seine Unterkunft fährt und von dort Tagestouren in der Umgebung unternimmt oder wer überwiegend mit einem gekauften oder gemieteten Auto unterwegs ist, für den ist ein Rollkoffer eine ernsthaft zu überlegende Alternative.

Rollkoffer sind in ebenem Gelände kräfteschonend, bieten i.d.R. mehr Stauraum als Rucksäcke und sind in Gemeinschaftsunterkünften oder auch im Zug besser gegen Diebstahl zu sichern. Auch habe ich persönlich den Eindruck, dass „Kofferträger“ bei der Einreise in vielen Ländern nicht so misstrauisch beäugt werden wie Backpacker – und nach Langstreckenflügen ist wirklich nichts nerviger als eine Zollkontrolle inclusive mehrsprachiger Diskussion mit Immigrationsbeamten.

Koffer- Trolleys: Die Testsieger

Auf der Zuverlässigkeitsskala seit Jahren ganz weit oben im Bereich Hardcase sind die Trolleys von Samsonite. Die robusten Leichtgewichte gibt es in allen Farben, Größen und Preisklassen. Ein starkes Preis-/Leistungsverhältnis bietet der großvolumige Samsonite S’Cure Spinner mit seinen 100 Litern Volumen bei gerade mal 5 kg Gewicht, was dem neuartigen Flowlite- Material aus ultraleichtem Polyprophylen geschuldet ist.

Zusätzliche Dichtungen verhindern das Eindringen von Wasser durch den Reißverschluss. Je nach Preisaktion gibt es den Samsonite für 150 bis 200 Euro bei Amazon oder Koffer.de, wo man zusätzlich noch 5 Jahre Garantie erhält.

Im Preiseinstiegssegment habe ich gute Erfahrung mit der riesigen Trolley- Tasche Phoenix von Monopol gemacht, die auf drei verstärkten Rollen Stauraum für bis zu 130 Liter bietet. Bei einem Gewicht von ca. 3 kg ist das gute Stück solide verarbeitet und kommt zu einem unschlagbaren Preis von 30 bis 35 Euro.


Ungeeignet ist der Rollkoffer natürlich bei Wanderungen von A nach B, bei denen man sein gesamtes Gepäck mit sich führt. In vielen Gegenden der Welt sind die Straßen auch nicht so schön eben wie in Deutschland, so dass einem der Koffer schnell hin- und herbleiert. Außerdem ist der Komfort unterwegs nicht zu unterschätzen, die Hände frei zu haben.

Wer auf Reisen überwiegend per pedes unterwegs sein möchte, dem ist unbedingt zu einem Rucksack zu raten. Auch diszipliniert einen das geringe Platzangebot in einem Rucksack, sich auf das Notwendige zu beschränken (was durchaus geht!) und man schleppt viel weniger unnötigen Plunder mit sich rum, als wenn man einen voluminösen Koffer hinter sich herzieht.

Bei der Frage, was für ein Rucksack es denn sein soll, gibt es ein breites Spektrum an Marken- Rucksäcken, aber auch ein ebenso breites Spektrum an No name- Produkten, die abhängig vom eigenen Reisestil nicht unbedingt schlechter sein müssen.

Entscheidend ist die Frage, wie lange man auf Reisen sein Gepäck auf dem Rücken trägt. Dabei gilt die einfache Fausregel, dass ein Marken- Rucksack sich umso mehr rentiert, je mehr Strecke man zu Fuß zurück legt und je extremer die kllimatischen Bedingungen dabei sind. Bei Tagestouren im subtropischen Klima wird man schnell die Aircontact- Modelle des Marktführers Deuter zu schätzen wissen, die Platz lassen zwischen Rücken und Rucksack und so dafür sorgen, dass der Schweiß- Kanal am Rücken nicht zu unerträglich wird.

Wenn man den Rucksack aber in gemäßigten Breiten überwiegend auf der Strecke vom Flughafen zum Hostel auf den Schultern (oder genauer: auf dem Hüftknochen) trägt, kann ein preiswerteres No name- Modell absolut ausreichend sein.

Mehr dazu, worauf man bei Rucksäcken achten sollte, gibt es hier.

Was hier zum Thema Marken- vs. No-Name- Rucksack gesagt wurde, gilt sinngemäß und umso mehr natürlich auch für Tagesrucksäcke oder Daypacks. Solide City- Rucksäcke mit einer vernünftigen Rücken- und Schultergurt- Polsterung müssen nicht 50 Euro und mehr kosten. Mein persönlicher Favorit mit 30 Litern Fassungsvermögen und durchdachtem Verstauungskonzept ist dieser hier.

Trekkingrucksäcke im Vergleich

Ok, Butter bei die Fische; welche sind denn nun die besten Trekkingrucksäcke?

In der oberen Preisklasse habe ich zwei Favoriten: den mehrfachen Testsieger Lowe Alpine Cerro Torre und den Deuter Aircontact SL.

Der Lowe Alpine Cerro Torre mit seinem hochfunktionellen Tragesystem hat eine Top- Grundausstattung wie Seitenzugriffe, Belüftungskanäle, Deckelmulde, GPS-Tasche und viele Befestigungsmöglichkeiten und ist im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich leichter geworden. Der Trekkingrucksack ist für schwere Lasten besonders geeignet und hat als nettes Gimmick ein Daypack inclusive, so dass man hier schon mal viel Geld sparen kann.

Der Deuter Aircontact in der Frauen- Ausführung hat meiner Freundin auf unseren Touren viel Freude gemacht. Das ausgefeilte Trägersystem überträgt die Last – ganz wie es sein soll -auf den Hüftgurt, so dass auch der vollgepackte Rucksack gut zu schultern war. Die praktische Kopfmulde sorgt dafür, dass der Rucksack kleinen Menschen nicht unangenehm im Nacken hängt.

Beide Trekkingrucksäcke sind mehrfache Testsieger und man geht mit ihnen absolut auf Nummer Sicher.

Im mittleren Preissegment sind die Modelle von Aspen Sport eine Klasse für sich. Mein Favorit ist der Aspen Sport Mount Cook mit 65 Litern Volumen, der für ca. 80 Euro alles bietet, was man an einem Trekkingrucksack so erwartet. Verstellbares Tragesystem mit drei Stufen, atmungsaktive Polsterung, strapazierfähiges und wasserabweisendes Material plus Regenhülle.

Die V- förmige Rückenpolsterung ist nicht optimal, aber man kann schon eine ganze Weile mit dem beladenen Rucksack auf dem Rücken aushalten.

Noch ein bisschen preisgünstiger bei ähnlicher Ausstattung ist der Aspen Sport Long March.

Mein Favorit im Preiseinstiegssegment ist der Campito Trekkingrucksack mit ca. 75 Litern Volumen, der über eine vernünftige atmungsaktive Rückenpolsterung und ein verstellbares Tragesystem verfügt. Das Ripstop- Material ist wasserabweisend. Für die Preisklasse bietet der Campito eine ganze Menge.

Zelt oder Hotel

Die Frage, ob man auf einer Weltreise im Zelt oder im Hotelzimmer schlafen soll, stellt sich so gar nicht, denn angesichts der unterschiedlichen Regionen, die man bereist, wird Platz für beides bleiben.

In vielen Gegenden werden die klimatischen Bedingungen und das niedrige Preisniveau einen aus dem Brutkasten aus Polyester in das klimatisierte Backpacker- Hostel treiben.

Wer trotzdem ein paar Zusatzkilos um die Welt schleppen möchte, für den gibt es hier ein paar Hinweise zu Zeltpflege, Zeltaufbau und zu der Frage, was es mit der Wassersäule eigentlich auf sich hat.

Moskitonetz

In den tropischen Regionen sind Mücken nicht nur nervig sondern auch Überträger jeder Menge unangenehmer Krankheiten. Oft sind es gerade die nachtaktiven Mücken, die Malaria, Japanische Enzephalitis oder sonstwas übertragen.

Baldachin- Moskitonetz von Campito

Baldachin- Moskitonetz von Campito

Deshalb ist auf jeden Fall zu einem Moskitonetz zu raten, unter dem man nachts schläft – zusätzlichen Schutz bietet zudem eine Imprägnierung des Netzes mit einem Kontaktinsektizid wie Permethrin oder Deltamethrin. Verschiedene Moskitonetze gibt es im World-Shop24. Viele nützliche Hinweise rund um das Thema Moskitonetze findet ihr auf der Seite moskitonetz-impraegniert.com.

Neben der Grundsatzentscheidung, ob man ein Kastennetz oder ein Netz in Baldachinform wählt, kommt es entscheidend auf die Maschengröße an. Die Maschen dürfen natürlich nicht zu groß sein, damit Insekten nicht durchdringen können, sollten aber auch nicht zu eng sein, damit die Luft noch zirkulieren kann, denn ansonsten fühlt man sich, als wenn man unter einer Plastikplane schläft.

Schlafsack

Bei der Auswahl des richtigen Schlafsacks bewegt man sich im Spannungsfeld zweier funktioneller Aspekte: Einerseits soll der Schlafsack auch bei grimmiger Kälte noch muckelig warm halten, andererseits sollen Packmaß und Gewicht natürlich möglichst gering sein.

Um es vorweg zu nehmen: Beides auf einmal geht nicht. Am Anfang steht daher die Frage, wo ich eigentlich hin will und wie kalt es dort nachts werden kann. Bewege ich mich überwiegend in Äquatornähe benötige ich keinen Schlafsack, der auch bei minus 23 Grad noch warm hält. Will ich dagegen im Spätsommer in Skandinavien campen, muss man natürlich ein paar Extra- Kilos in Kauf nehmen, um nachts nicht blau anzulaufen.

Für die wärmeren Gefilde ist in der Preiseinstiegsklasse der Explorer Light 600 (Temp.: Comfort +14°C; Limit +10°C; Extrem -2°C) oder auch der Explorer Light 800 (Temp.: Comfort +11°C; Limit +7°C; Extrem -6°C) eine Klasse für sich.

Aber auch die Best Camp Modelle Yanda und Timbarra mit ähnlichen Packmaßen und Temperaturbereichen sind absolut empfehlenswert.

Im Bereich der 3- Seasons- Schlafsäcke, mit denen man bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt (z.B. Schottland im Spätsommer/Herbst) gut fährt, ist mein persönlicher Favorit der Mammut Ajungilak 3 Seasons, der ca. 1500 Gramm wiegt und einen Temperaturbereich: Maximal: +23°C Komfort +2°C /Limit -4°C / Extreme – 21°C abdeckt.

Will man bei Minusgraden längere Zeit (z.B. mehrere Wochen) draußen schlafen, so empfehle ich den Lestra Schlafsack Arctic Extreme Ultra, der absolut expeditionstauglich ist und mit 2200 Gramm immer noch vergleichsweise handlich ist.

Wichtig zu wissen: Die angegebene Extremtemperatur ist der Bereich, bei dem gesundheitliche Schäden wie Erfrierungen auftreten. Ein Extrembereich bis minus 30 Grad bedeutet also nicht, dass der Schlafsack für Temperaturen in diesem Bereich geeignet ist.

Reiseapotheke

Hier geht es zu den Tipps für die Reiseapotheke.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Booking.com

Das Buch zur Weltreise
Mit dem Billigflieger um die Welt

Wer schreibt denn hier?
Kai Berke

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. more information

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Close