Im Sabbatjahr auf die Weltreise




Soll man für die geplante Weltreise seinen Job kündigen oder gibt es eine Möglichkeit, die Sicherheit eines festen Arbeitsverhältnisses mit dem Wunsch zu kombinieren, für ein Jahr auf Reisen zu gehen?

Wer sich sicher ist, dass er nach dem einjährigen Ausstieg wieder nach Deutschland zurück kommen will, der muss sich Gedanken machen, wie er seine Abwesenheit organisiert. Eine schöne Möglichkeit, seinen Job nicht zu verlieren, ist ein Sabbatjahr, neudeutsch: Sabbatical, einzulegen.




Das Prinzip eines Sabbatjahrs ist so einfach wie genial: Man verzichtet eine Zeit lang auf einen Teil seines Bruttogehaltes und bekommt dafür während des Sabbaticals seinen Lohn aus dem angesparten Geld fortgezahlt. Dabei sind eine Menge Modelle denkbar, abhängig davon, auf wie viel man monatlich verzichten kann und wie schnell man auf Weltreise gehen will.

Ein gängiges Modell sieht so aus: Man verzichtet vier Jahre lang auf zwanzig Prozent seines Bruttolohns und bekommt dafür im fünften Jahr 80 Prozent seines Lohns ausbezahlt. Angenehm ist, dass der Verzicht auf zwanzig Prozent brutto aufgrund der Steuerprogression nicht dazu führt, dass man auch zwanzig Prozent weniger ausgezahlt bekommt. So ist der Verzicht etwas leichter zu verschmerzen.

Der Nachteil ist, dass Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Anspruch auf die Genehmigung eines solchen Sabbatjahrs haben. Insofern muss mit dem Arbeitgeber Einvernehmen hergestellt werden. Eine kleine Krücke bietet das Teilzeit- und Befristungsgesetz, nach dem Arbeitnehmer einen Anspruch darauf haben, dass ihre vertragliche Arbeitszeit auf Wunsch verringert wird. Dabei kann der Arbeitnehmer die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben. Da das Gesetz nicht auf die wöchentliche Arbeitszeit abstellt, könnte man einen Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit um zwanzig Prozent stellen und eine Verteilung der Arbeitszeit fordern, nach der vier Jahre lang 100 Prozent gearbeitet wird und im fünften Jahr dafür null Prozent. Ist aber nur eine Krücke, damit der Arbeitgeber sich einen Ruck gibt.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Weltreise- Enthusiasmus natürlich auf eine harte Probe gestellt wird, wenn man zunächst vier Jahre ansparen muss, bevor es endlich losgeht. Ganz Ungeduldige könne natürlich auch zwei Jahre ansparen und dafür nur ein halbes Jahr auf Reise gehen.

Der klare Vorteil eines Sabbatjahres ist natürlich, dass man sich auf der Weltreise keine Gedanken machen muss, was man danach anstellen soll. Mit einer klaren Perspektive reist es sich halt sorgloser.

Die Alternative ist, die Zelte in der Firma abzubrechen und das Arbeitsverhältnis zu beenden. Um die dreimonatige Sperrzeit zu vermeiden, sollte man aber zumindest mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass er eine betriebsbedingte Kündigung ausspricht und dabei die Kündigungsfrist einhält. Wenn der Arbeitgeber auf Nummer sicher gehen will, kann man daneben noch eine Abwicklungsvereinbarung machen, in der alle wechselseitigen Ansprüche erledigt werden. Kündigt man hingegen selbst und hält dabei womöglich nicht die Kündigungsfrist ein, muss man in jedem Fall mit einer Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld rechnen.

 


One response on “Im Sabbatjahr auf die Weltreise

  1. Eni

    Hallo Zusammen,
    ich hätte auch noch eine Frage, vielleicht kann mir die ja jemand beantworten:)
    Ich habe vor ab Dezember für ein paar Monate durch SOA zu reisen. Leider ist mir der unbezahlte Urlaub durch die Arbeit nicht genehmigt worden und ich überlege nun meinen Job zu kündigen (Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Quartalsende). Wenn ich Ende September zum Jahresende kündige, habe ich ja noch Anspruch auf meinen Resturlaub und Überstunden etc. Da wär mein Plan diesen aufzusparen um Anfang Dezember sobald als möglich starten zu können. Nun plagt mich die Frage, ob mein Arbeitgeber mir vorschreiben kann, z. B. noch zwei Wochen im Oktober zu nehmen (z. B. weil noch kein Nachfolger für meine Stelle gefunden wurde und dann im Dezember noch Zeit für die Einarbeitung benötigt wird) obwohl ich gerne alles zum Schluss nehmen würde. Habe dazu leider im Internet nichts gefunden und weiß auch nicht an wen ich mich da sonst wenden könnte. Wie ist denn da die Rechtslage? Kann mir mein Arbeitgeber das vorschreiben oder habe ein Recht darauf, ihn ganz zum Schluss zu nehmen? Viele Grüße, Eni

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