Gesetzliche Krankenversicherung

Bei Langzeitaufenthalten im Ausland ist zu überlegen, ob man sich bei seiner gesetzlichen Krankenkasse abmeldet. Meldet man seinen Wohnsitz in Deutschland ab, so ist die Abmeldung bei der Krankenversicherung überhaupt kein Problem.

Meldet man sich nicht in Deutschland ab, gilt zwar eigentlich seit 2007 die Krankenversicherungspflicht für alle Menschen mit einem Wohnsitz in Deutschland, doch wird in der Regel eine Langzeit- Auslandskrankenversicherung als dieser Verpflichtung genügend angesehen. Ich konnte das mit meiner Krankenversicherung jedenfalls problemlos gegen Vorlage meiner Langzeit AKV regeln.



Mit der Langzeit Reisekrankenversicherung der HanseMerkur kann nichts mehr schief gehen!

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht noch für einen Monat ein nachwirkender Krankenversicherungsschutz. Danach wäre man im Fall der Arbeitslosigkeit durch die Bundesagentur für Arbeit versichert. Da eine Arbeitslosenmeldung wegen der fehlenden Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt während einer Weltreise nicht in Frage kommt, fällt auch der Krankenversicherungsschutz durch die Agentur für Arbeit weg.

Somit bestünde dem Grunde nach eigentlich die Pflicht, sich freiwillig krankenversichern zu lassen, was bei einer Langzeit- Weltreise natürlich unnötige Kosten verursacht, da die gesetzliche Krankenversicherung auf Reisen fast komplett nutzlos ist.

Ich empfehle daher, mit der Krankenversicherung zu klären, ob eine Langzeit- Auslands- KV ausreichend ist und sich dann für die Zeit der Weltreise abzumelden.

Es gibt eine Handlungsanleitung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen von 2009, wie mit Langzeit- Auslandsaufenthalten versicherungsrechtlich umzugehen ist. Dieses Papier ist in den Kommentaren unten verlinkt und sehr versichertenfreundlich. Leider wird dieses Papier seit ein paar Jahren von den meisten Gesetzlichen Krankenversicherungen ignoriert. Oft wird versucht, die Versicherten in eine Anwartschaft zu drängen, was für die Versicherungen ein Traum ist, weil es leistungslose Beiträge bedeutet.

Der Einfachheit halber findet ihr hier das Papier des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen von 2009.

Früher gab es die Möglichkeit (oder das Erfordernis), in eine Anwartschaftversicherung zu wechseln und sich so

Arbeitslosengeld nach der Weltreise

Arbeitslosengeld nach der Weltreise

gewissermaßen das Recht zu erwerben, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren. Seit 2007 gibt es aber die allgemeine gesetzliche Krankenversicherungspflicht und die Verpflichtung für die Krankenkassen, jeden Versicherungspflichtigen auch aufzunehmen. Eine Anwartschaft ist daher nicht mehr erforderlich!

Trotzdem versuchen die GKV es den Versicherten schwer zu machen. Kündigt man als freiwillig Versicherter unter Einhaltung der zweimonatigen Kündigungsfrist, wird z. B. gerne behauptet, dass man nach Rückkehr  aus dem Ausland nicht mehr in die Gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren könne, weil man ja für die Dauer des Auslandsaufenthaltes in eine Private (Auslands-) Krankenversicherung gewechselt sei und eine Rückkehr nach einem Systemwechsel in die PKV nicht mehr zulässig sei.

Das ist natürlich Quatsch, denn der Abschluss einer zeitlich befristeten Auslandskrankenversicherung ist natürlich kein Systemwechsel. Das wird auch im Papier des Spitzenverbandes deutlich gemacht, aber von den eigenen Mitgliedern des Verbandes stumpf ignoriert.

Nach Rückkehr ist dann natürlich eine sofortige Wiederanmeldung erforderlich. Da, wie gesagt, Krankenversicherungspflicht in Deutschland herrscht, sind die Krankenversicherungen auch verpflichtet, einen wieder aufzunehmen. Bei Arbeitslosmeldung übernimmt im Zweifel auch die Agentur die Anmeldung bei einer Krankenversicherung.

Wer sicher gehen will, meldet sich besser selbst bei der Krankenkasse seiner Wahl an. Meine Krankenversicherung wollte als Nachweis lediglich das letzte Flugticket sehen, um zu sehen, ab wann die Krankenversicherungspflicht wieder besteht.

Rentenversicherung

Da keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden, entsteht für die Zeit der Weltreise eine Beitragslücke, die man durch eigene Beiträge schließen kann, wenn es erforderlich ist.

Dabei wird der Eigenbeitrag die Höhe der späteren Rente nicht unmittelbar beeinflussen, aber sicher wichtig sein für die Frage der Beitragsjahre.

Für 2013 beträgt der freiwillige Mindestbeitrag 85,05 Euro monatlich, der einem Bruttoverdienst von 450 Euro entspricht. Man kann die Höhe der freiwilligen Beiträge aber bis zu einer Grenze von knapp 1100 Euro flexibel und je nach eigenen finanziellen Möglichkeiten selber wählen.

Da dies immerhin ein satter Kostenblock von ca. 1000 Euro für ein Jahr Weltreise ist, muss sich jeder sehr gut selbst überlegen, ob und wie viel jeder Einzelne an der Stelle vorsorgen will.

Für diese freiwillge Versicherung ist ein Antrag erforderlich und man sollte sich natürlich unbedingt persönlich beraten und auch den Effekt der freiwilligen Versicherung berechnen lassen. Deshalb rechtzeitig Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung aufnehmen.

Eine erweiterte Fassung dieses Artikels mit vertiefender Darstellung der Problematik in Arbeitslosen- und Krankenversicherung gibt es hier als Ebook.


73 responses on “Gesetzliche Krankenversicherung

  1. Katrin

    Hallo zusammen,

    vorab, vielen Dank für diese Webseite – die Infos sind sehr gut zusammengestellt UND aktuell = )

    Mein Mann und ich planen im kommenden Jahr eine Weltreise. Bezüglich der Auslandskrankenversicherung habe ich mich informiert – ich finde die „STA Travel Auslandsreise-Krankenversicherung“ von der HanseMerkur sehr interessant.
    Mein großes Problem ist aktuell meine gesetzliche KV – habt ihr Tipps für mich, wie ich am besten vorgehen kann?
    Versichert bin ich bei der Deutschen BKK. Diese würde mich, sollten sich die Gesetze nicht ändern, etc. „wohl wieder aufnehmen“, aber ich erhalte diesbezüglich weder eine klare Aussage, geschweige denn eine schriftlich Bestätigung, dass sie mich nach erfolgter Einreise in Deutschland wieder aufnimmt.
    Wir würden gern wissen, was im schlimmsten Fall passiert – bspw. ich komme krank nach Deutschland zurück. Mit meinem Eintreffen und dem eventuellen, vorzeitigen Ende der Reise, bin ich bei der AKV nicht mehr versichert – wie komme ich dann wieder in die gesetzlich Versicherung zurück?
    Eine weitere Überlegung war, ob die AKV als „Private Versicherung“ zählt und ich somit gar nicht mehr von der „Gesetzlichen Versicherung“ aufgenommen werden muss?

    Mein Mann ist Beamter und privat versichert, daher sind diese Punkte nur für mich relevant…

    Über eine Rückmeldung bin ich Euch sehr dankbar = )

    Winterliche Grüße
    Katrin

    1. kaiberkekaiberke Post author

      Hallo Katrin,
      ich wundere mich, dass deine KV da so rumzickt, weil die Rechtslage klar ist. Seit 2007 sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, jeden Menschen mit Wohnsitz in Deutschland aufzunehmen, wenn er (oder sie) es wünscht.
      Einige Krankenkassen scheinen noch in der vorherigen Welt zu leben, als man tatsächlich noch Anwartschaften zahlen musste, um wieder in die eigene Krankenkasse rein zu dürfen.
      Als ich den Fachberater meiner BKK angerufen habe und ihm sagte, dass ich mit dem Gedanken spielen würde zu kündigen, weil mir die GKV im Ausland ja nicht so viele Leistungen erbringe, sagte er: „Nicht nur nicht viele sondern gar keine. Eine Mitgliedschaft bei uns macht für Sie keinen Sinn, so lange Sie im Ausland sind.“
      Auf meine Frage, wie es denn mit der allgemeinen Versicherungspflicht sei, die ja für mich weiter besteht, weil ich einen Wohnsitz in Deutschland behalte, sagte er, wenn ich ihm eine Auslands- Kranken- Vollversicherung nachweisen würde, würde das genügen. Ich müsse mich dann nur am ersten Tag zurück in Deutschland gleich wieder anmelden.
      Der langen Rede kurzer Sinn: Deine KV ist verpflichtet, dich wieder aufzunehmen. Das brauchst du eigentlich auch nicht schriftlich, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. Wenn die rumzicken, ist das ja vielleicht auch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung. 😉
      Gute Reise und viele Grüße
      Kai

  2. Walde

    Hallo Katrin,

    also ich mache im April 2013 mit einem Kumpel auch eine Weltreise. Ich bin auch bei der BKK versichert und bei mir haben die bis jetzt überhaupt keinen Stress gemacht. Ich bin eigentlich mit denen sehr zufrieden. Auch viele meiner Impfungen werden erstattet seit diesem Jahr. Wahrscheinlich hattest du einfach den falschen Ansprechpartner 😀
    Bis jetzt ist bei mir eigentlich alles genauso abgelaufen, wie es Kai beschrieben hat. Ich muss denen eigentlich nur meine Auslandskrankenversicherung vorweisen und bin dann automatisch für ein 1 Jahr abgemeldet. So wie ich es verstanden habe, muss ich nicht mal schriftlich etwas zukommen lassen. Muss mich dann einfach bei denen wieder melden, wenn ich in Deutschland bin. PS: Super Seite, bis jetzt kann ich fast alles bestätigen. Gleiche oder ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht bzw mache ich gerade :D.

  3. Lilli

    Hallo,

    Danke für den Beitrag, das beruhigt mich etwas, weil ein guter Freund der ehemals bei einer Versicherung gearbeitet hat meint dass wenn ich zurück von 1 – 2 Jahren Weltreise zurück komme nicht mehr aufgenommen werde.
    Bei mir ist es aber folgender Fall, hoffe mir kann jemand helfen:
    Derzeit studiere ich noch, hatte bisher also nur Nebenjobeinkünfte. Da ich unter 25 bin, bin ich auch noch bei meinen Eltern versichert. Und zwar privatversichert bei der KVB. Wenn ich zurück komme wäre ich gerade so noch unter 25. fange aber vermutlich zwei Wochen später nach Ankunft einen Job an. Somit muss ich mich selbst versichern, oder läuft das dann etwa über meinen Arbeitgeber ab? Werde ich da irgendwelche Schwierigkeiten haben?

    1. kaiberkekaiberke Post author

      Hallo Lili,
      wenn du einen in eine sozialversicherte Beschäftigung wechselst, bist du automatisch pflichtversichert. Die Beiträge führt dein Arbeitgeber dann an die Krankenkasse deiner Wahl ab. Da sollte also keine Versicherungslücke auftreten. Wenn du als Selbstständige arbeitest, dann musst du dich in der Tat selbst versichern.
      Übrigens hat dein Freund von der Versicherung nicht ganz Unrecht gehabt, denn bis vor ein paar Jahren war die Rechtslage noch anders. Seit es den gesetzlichen Zwang gibt, sich krankenzuversichern, gibt es auch die Pflicht der Krankenkassen, jeden aufzunehmen.
      Viele Grüße und schreib mal, wenn du auf Reise bist. 😉
      Kai

  4. Leila

    Hallo, das ist eine echt tolle Seite, trotzdem weiß ich nicht weiter und vielleicht mag mir jemand helfen. Ich habe mich schon überall erkundigt, aber für meinen Fall habe ich bis jetzt nichts erfahren können.
    Ich mache eine mindestens 3 monatige Asienrundreise, vielleicht länger, evtl kürzer. Ich werde mich auf jeden Fall für eine Auslandsreiseversicherung entscheiden. Das Problem ist nur, ich weiß, dass ich mich in Deutschland bei der KK abmelden kann oder eine freiwillige Versicherung für 155€ abschließen kann. Mein Problem ist nur, wenn ich mich in DE abmelde, mir passiert in Asien etwas und ich muss nach Deutschland gebracht werden für eine OP oder sonstiges oder liege im Koma, was ist dann? Werde ich dann in die deutsche KK ohne Probleme aufgenommen?
    Danke
    Leila

    1. kaiberkekaiberke Post author

      Hallo Leila,
      den Rücktransport, wenn er denn sinnvoll ist, würde ja deine AKV organisieren (und bezahlen).
      Deine GKV wird zwar nicht begeistert sein, aber die Pflicht, jeden in die Krankenversicherung aufzunehmen, der das möchte, besteht dem Grunde nach auch für Komapatienten. Wie das konkret laufen würde, wenn du tatsächlich im Koma liegen würdest, weiß ich nicht. Wenn du da ganz auf Nummer sicher gehen willst, erteile jemandem zu Hause eine Vollmacht oder eine Vorsorgevollmacht. Ich glaube allerdings auch nicht, dass du in so einem Zustand ausgeflogen werden würdest…
      Um das Wochenende nicht mit so finsteren Gedanken zu beschließen: Schreib doch mal, wo es in Asien genau hingehen soll. Ist im Moment auch meine Lieblingsgegend der Welt. 🙂
      Viele Grüße
      Kai

      1. Leila

        Hallo Kai, danke für deine Antwort. Ich werde wohl ohne GKV fahren, weil die Kosten für mich einfach zu hoch wären. Aber man sollte sich immerhin über alles Gedanken machen 😉
        Ich fliege zuerst nach Java, dann Malaysia und Thailand 🙂
        Grüße
        Leila

  5. Gorosal

    Bitte teilt mir doch die Krankenkassen mit, bei denen es problemlos möglich ist,
    nach Abschluß einer Auslandskrankenversicherung,auszusteigen und sagen wir nach einem halben Jahr wieder einzusteigen.

    1. kaiberkekaiberke Post author

      Hallo Gorosal,
      jede gesetzliche Krankenversicherung ist verpflichtet, dich nach der Rückkehr aus dem Ausland wieder aufzunehmen.;)
      Wenn du einen Namen hören willst: Ich bin bei der BKK Mobil versichert.
      LG Kai

  6. Ben

    Hallo Kai,

    Danke für diese Übersicht. Vielleicht kannst du mir eine Einschätzung deinerseits zu folgender Situation geben.
    Ich möchte für 5 Monate ins Ausland, möchte meinen Wohnsitz jedoch nicht in Deutschland abmelden. Die Dame von der KK meinte, dass es eine Krankenversicherungspflicht gibt sobald in D ein Wohnsitz vorhanden ist. Von dem Anfangs freiwillig Versicherten Betrag (155 EUR) sagte sie mir dann auch, dass es die Möglichkeit gibt eine Anwartschaft (55 EUR) abzuschließen.
    Auf die Rückfrage ob meine Auslandskrankenversicherung in diesem Fall nicht ausreicht (da ich ja sowieso während dieser Zeit nicht in D bin) sagte sie nein, das diese kein Ersatz ist.

    Weiter oben habe ich von einer Person gelesen, bei der diese Auslandskrankenversicherung als „Ersatz“ für die gesetzliche Versicherung anerkannt worden ist. Wie ist hier deine Einschätzung auch rechtlich gesehen?

    Danke und Gruß,
    Ben

    1. KaiKai Post author

      Hi Ben,
      richtig ist, dass der Wohnsitz in Deutschland dazu führt, dass eine KV- Pflicht besteht. Kulante KV’s, die ihre Mitglieder nicht verlieren wollen, weil sie sich pissig anstellen, erkennen die AKV an, vorausgesetzt es handelt sich um eine AKV- Vollversicherung für die gesamte Zeit.
      Also: Nach dem Buchstaben des Gesetzes mag die pingelige Frau von deiner KV im Recht sein, aber was hilft ihr das, wenn du sie fragst, ob sie dich denn wirklich nötigen will, die KV zu wechseln… Du kannst ja sagen, dass du gehört hast, dass die BKK xy die AKV anerkennt und warum sie das nun partout nicht machen will.
      LG Kai

      1. Martin

        Hm, das wird sie womöglich nicht überzeugen, zumindest nicht die frage, warum sie partout nicht die AKV anerkennen will. Da hat sie bestimmt auch ein ganz schlaues Gegenargument in der Tasche…

        Unterliegt man denn wirklich so sehr der Willkür des Bearbeiters? Gibt es da gar keine gesetzliche Regelung? Sind ja immerhin bei längeren Auslandsaufenthalten größere Beträge die zusammenkommen würden, zumindest, wenn man seinen Wohnsitz nicht abmelden möchte. Und leider kann man so kurzfristig auch nicht die Krankenkasse wechseln.

        Salut, Martin

  7. Lena

    Hallo KaiBerke, liebe alle,

    ich finde mich im Fall von Leila vom November 2013 wieder. Auch ich möchte für ca. 1 Jahr auf Reise gehen, die Auslandskrankenversicherung ist bereits abgeschlossen. Die Gesetzliche Krankenversicherung möchte ich abmelden. Was ist allerdings, wenn ich nach einer ernsthaften Erkrankung nach Deutschland zur Behandlung überführt werde; kann ich dann von dem ersten Tag der Rückkehr wieder von meiner Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden? Es ist ja schließlich das Prinzip einer Versicherung – jeder Art – dass man keine Versicherung abschließen kann, NACHDEM der Schaden abgeschlossen ist.

    Also, meine Frage lautet, greift meine Gesetzliche Krankenversicherung nach einer Abmeldung wieder, wenn ich im Notfall zur medizinischen Behandlung nach Deutschland zurückkehren muss? Wo kann ich die entsprechende Regelung nachlesen?

    Ganz vielen Dank Euch im Voraus für Eure sehr wertvolle und zeitnahe Rückmeldung (-:

    Viele Grüße,

    Lena

    1. KaiKai Post author

      Hallo Julia,
      deine Sorge spiegelt den Widerspruch zwischen „Recht haben“ und „Recht bekommen“ wider, denn eigentlich ist die Rechtlage seit 2007 eindeutig. Trotzdem versuchen Krankenkassen natürlich, „Problemkunden“ abzuschrecken oder zu vermeiden. Das kann besonders in dem von dir beschriebenen Fall problematisch werden, wenn man sich krankheitsbedingt um Streitereien mit der Krankenkasse nicht kümmern kann.
      Deshalb ist für viele die Nummer Sicher vielleicht attraktiv, die in Gestalt einer so genannten Anwartschaft lockt. Anwartschaft bedeutet, dass man Mitglied seiner KK ohne Leistungen bleibt und dafür einen reduzierten Beitrag zahlt. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob einem dieser eigentlich unnötige Schutz das Geld wert ist.
      Bei Rückkehrern unter 55 Jahren (darüber gibt es Sonderregeln), die vorher in der Gesetzlichen KV versichert waren, besteht Aufnahmepflicht in der GKV. Menschen, die vor dem Auslandsaufenthalt privat versichert waren, haben keinen Anspruch auf Aufnahme in der GKV, können aber in eine private KV gehen, die den so genannten Basistarif anbieten müssen.
      Alles Nötige zur Rechtslage bei einer Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt gibt es auf der Seite des Gesundheitsministeriums hier: http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/versicherte/nach-auslandsrueckkehr.html
      Wer das Geld für die Anwartschaft sparen will, sollte eine Vertrauensperson zu Hause mit einer Vorsorgevollmacht ausstatten, mit der die Person einen bei Rückführung nach Deutschland zunächst beim Einwohnermeldeamt und dann bei der Krankenkasse anmelden kann.
      Auch lohnt in jedem Fall ein Blick in den Vertrag zur Auslandskrankenversicherung, denn zum Teil übernehmen diese auch noch die Behandlungskosten in Deutschland bzw. gibt es entsprechende Tarife.
      Trotz allem viel Spaß bei der Reise. 😉
      LG Kai

      1. Lena

        Lieber Kai,

        ganz vielen herzlichen Dank für Deine schnelle und sehr hilfreiche Antwort!!! Ich werde Kontakt mit meiner Krankenkasse aufnehmen und dies dann im Detail klären. Da scheint es wohl kein einheitliches Vorgehen zwischen den Krankenkassen zu geben.

        Liebe Grüße zurück (-:

  8. Sabrina

    Lieber Kai, Hallo an Alle,

    mein Fall stellt sich als sehr kompliziert heraus. Ich bin Deutsche und war die letzten 4 Jahre in Spanien angemeldet, sowie dort versichert zwecks Arbeit. Im Januar möchte ich eine längere Reise nach Afrika machen und mich deshalb vorher wieder in DE anmelden. Ich habe mich schon bezügl. Anwartschaft und Auslandskrankenversicherung erkundigt. Diese Kombi wäre für mich perfekt. Jedoch wird überall gesagt, dass man bei der Beantragung der Anwartschaft schon bei einer GKV angemeldet gewesen sei, was bei mir nicht der Fall ist. Ich benötige diese Anwartschaft sozusagen sofort nach Eintritt in die mögliche GKV. Ist das jedoch möglich oder reicht eine Auslandskrankenversicherung für mich aus, weil ich zuvor nicht in DE berufstätig war??
    Vielen Dank für Eurer Feedback im Voraus.

    Saludos,
    Sabrina

  9. Verena

    Hallo zusammen,

    kann mir jemand vielleicht bei der Frage helfen, wie ich mich am besten/günstigsten während einer Weltreise für kurze Zwischenstopps (1-2 Wochen) in Deutschland krankenversichere? Die Langszeitauslandskrankenversicherung greift ja nicht in Deutschland und meine aktuelle KK (Heimat Krankenkasse – ehemals BKK Dr. Oetker) würde ich ja bestenfalls kündigen oder zumindest eine Anwartschaft beantragen.

    Vielen Dank für Euer Feedback & schöne Grüße
    Verena

  10. Klaus

    Hallo an Kai und an alle,
    wir haben uns schon überall erkundigt, aber über unser Problem bis jetzt nichts erfahren können.
    Wir, meine Frau und ich begeben uns ab 1.6. für mehrere Jahre auf Weltumsegelung. Wir haben uns im Einwohnermeldeamt abgemeldet und haben eine Auslandskrankenversicherung bei der HanseMerkur. Meine Frau arbeitet in Altersteilzeit und ist ab Juni in der Ruhephase das heißt sie bezieht bis zur Rente einen festen Geldbetrag. Jetzt wollten wir die Krankenkasse kündigen.
    Die Sachbearbeiterin erklärte uns das wir nicht kündigen dürfen da sie noch ein Arbeitgeber hat.
    Stimmt das so?
    Danke für eure Antwort!
    Klaus

    1. KaiKai Post author

      Hallo Klaus,
      das ist vermutlich korrekt, denn deine Frau ist ja als Arbeitnehmerin gesetzlich pflichtversichert. Ruhephase der Altersteilzeit ist ja nichts anderes als ein Arbeitsverhältnis- nur ohne Arbeitsleistung.
      Da Sie im Blockmodell vorgearbeitet hat und dabei niedrigere KK- Beiträge gezahlt hat als Sie bei der geleisteten Arbeitszeit hätte zahlen müssen, muss sie nun in der Ruhephase die zu wenig gezahlten Beiträge bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nachzahlen.
      Dem kann man sich leider nicht durch „Krankenkassenflucht“ entziehen…;-)
      Immerhin ein Trost: Die Hälfte des KK- Beitrages zahlt ja der Arbeitgeber.
      Viel Spaß unterwegs und genießt eure Zeit!
      Viele Grüße
      Kai

  11. Hanna

    Hallo!

    Danke erstmal für die ganzen Informationen! Wir wollen für 9 Monate nach Großbritannien, ‚backpacking‘ und dann ‚wwoofen'(freiwillige Helfer auf ökologischen Höfen).

    Wir hatten auch schon eine tolle Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für die Zeit des Wanderns und des Helfens gefunden (OV Europa), jetzt besteht aber halt das Problem mit der GKV in Deutschland.
    Ich möchte/muss wohl meinen Wohnsitz in Deutschland behalten, da ich nur so meine Hunde (welche auf die Reise mitkommen) haftpflichtversichern kann….

    Nun suche ich nach einer Alternative, einer AuslandskrankenVOLLversicherung zum Beispiel, wie von dir beschrieben, welche meine KK eventuell anerkennen würde. Aber was genau zeichnet denn eine solche aus, und was kostet diese dann im Monat?

    Oder nehmen wir denn Fall, dass mein Freund seinen Wohnsitz und so die GKV in Deutschland abmeldet – auch ihr, die ihr sogar ganze Weltreisen macht – wo ist man denn dann angemeldet? Nirgendwo? Geht denn das?? 🙂

    Viele liebe Grüße
    Hanna

    1. KaiKai Post author

      Hallo Hanna,
      eine Auslandskrankenvollversicherung ist eine Versicherung, die die gleichen Leistungen im Schadensfall anbietet wie eine GKV im Inland. Das wird für die von dir erwähnte Krankenversicherung vermutlich zutreffen.
      Es gibt aber keine gesetzliche Regelung, dass die GKV das anerkennen muss. Es ist also Ermessenssache. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen wittern hier die Chance, leistungslose Anwartschaften zu verkaufen, so dass eine Anerkennung von Auslandskrankenversicherungen inzwischen eher die Ausnahme als die Regel ist.
      Meine GKV tut sich inzwischen auch schwer. Da ich in Deutschland ein Gewerbe angemeldet habe, kann ich meinen Wohnsitz hier auch nicht abmelden, obwohl ich jedes Jahr länger im Ausland als in Deutschland bin. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Anwartschaftsversicherung mit 50 bis 60 Euro vergleichsweise billig ist.
      LG Kai

  12. Lisa

    Hallo zusammen,
    tolle Seite, vielen Dank für die Infos!
    Eine Frage stelle ich mir noch: ich gehe 6 Monate ins Ausland, davon bekomme ich die ersten 1,5 Monate noch normales Gehalt, da es normal genommener Urlaub ist, erst danach fängt der unbezahlte Urlaub an.
    Wenn ich mit meinem Flugticket zeigen kann, dass mein Aufenthaltsort nicht Deutschland ist, braucht mein Arbeitgeber dann keine Krankenversicherungsbeiträge für mich in den 1,5 Monaten abführen? Sprich, dieser bezahlte Urlaub, werde ich da mehr Netto vom Brutto haben als sonst?
    Danke für Eure Hilfe!!
    LG
    Lisa

    1. KaiKai Post author

      Hallo Lisa,
      als Arbeitnehmerin bist du pflichtversichert und zahlst normal deine Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber direkt abführt.
      LG Kai

  13. Klaus

    Also irgendwie habt ihr lustige Ideen: Ich verlasse das Land bleibe angemeldet..ich geh in die Private und wenn ich krank bin geh ich heim – soll die Solidargemeinschaft zahlen.

    Wann man sich anmelden und abmelden „“muss““ steht im Meldegesetz. Sobald man keinen Wohnsitz in D mehr hat ist man „raus“. Dann endet die Versicherungspflicht in D. Ende Gelände. Dann muss man sich dort versichern wo man eben „lebt“, zu deren Regeln. Zieht man danach zurück – kommt man in die selber Versicherng wieder rein wie bei der Abreise – da braucht es keine Anwartschaft. Das geht sofort – nur anmelden.

    Bleibt man „illegal angemeldet“ besteht weiter eine gesetzliche Versicherungspflicht, es sein denn man wechselt in eine „private Versicherung“ aber das ist dann ohne Wiederkehr in die gesetzliche Versicherung.

    Das Problem ist immer zu wissen welchen Regeln gelten wenn man zurück kommt. Und die Kasse schickt dann nach dem 6 Monate Backpacking Urlaub einfach ne Rechnung

    Klar kann man ein Gewerbe in Deutschland haben und in Timpuktu wohnen. Nur wie soll das gehen? Von Tumbuktu zu arbeiten und über Deutschland die Kunden abrechnen. Da müsste man die Timbuktuer mal fragen was die von Steuerhinterziehung halten. Du kannst ohne echten Wohnsitz kein „Gewerbe“ betreiben, wohl aber eine GmbH,AG…

    Beim einem Urlaub (mit Wohnsitz in D) wird man weiter hier Krankenversicherungspflichtig sein und hier zahlen. Für den Schutz im Ausland braucht man dann eine weitere Versicherung. Das wäre der legale Weg.

    Man kann natürlich auch erst in ein anderes Land auswandern – wo es keine Pflichten gibt – weder Melde noch Versicherungspflichten …..Dann wäre es legal in Deutschland nichts zu zahlen.

    Und für die Weihnachtsheimfahrer …. im Ausland kann man eine Reisekrankenversicherung für Deutschland abschliessen……ist ja dann das Urlaubsland

    1. KaiKai Post author

      Lol, solche Posts nenne ich „gefährliches Halbwissen“, weil aus einem Fünkchen Wissen jede Menge falsche Schlüsse abgeleitet werden.
      Insgesamt zeugt dein Beitrag davon, dass du das Problem, um das es hier geht, nicht verstanden hast.
      Trotzdem Danke für dein Interesse… Ende Gelände. 😉

  14. Dirksen

    hallo an kai und alle, die hier schreiben…

    vorab erstmal großen dank an kai für die geduld und mühe, all die fragen zu beantworten. 🙂

    meine freundin und ich wollen jetzt auch mal weg und zwar für 6 monate nach südamerika. obs länger geht oder evtl. doch kürzer, wissen wir nicht und das ist genau die idee, hehe.

    ich bin als freiberufler freiwillig krankenversichert, bei der techniker. eine AKV muss ich noch abschließen, mach ich dann bald.

    auf anfrage bei der KV, wurde mir, wie soll es anders sein, die anwartschaft aufgeschwatzt. bevor ich das jetzt mache, hab ich aber noch ein paar unsicherheiten. die techniker ist wohl da auch, vermutlich aufgrund ihrer größe, die „resistenteste“ KV.

    frage eins: wenn ich mich jetzt doch bei der TK abmelde bzw. kündige und über den reisezeitraum eine AKV habe, die ja privat ist, gilt dann auch der fall, dass die gesetzlichen mich wieder aufnehmen müssen? oder dürfen die dann verweigern, weil ich über den reisezeitraum „nur“ privat versichert war?

    frage zwei: wie verhalten sich die GKK dann bei krankheitsbedingter rückkehr?

    würde mich sehr freuen, wenn ich hier hilfe bekommen könnte. das ist schon etwas nerviges thema! 🙂

    danke im voraus und lg. dirk

    1. KaiKai Post author

      Hallo Dirk,
      die Frage nach der Pflicht, in Deutschland krankenversichert zu sein und die damit einhergehende Pflicht der Krankenkassen, jeden bei Rückkehr wieder aufzunehmen- gleich in welchem gesundheitlichen Zustand- ist ja hier schon raumgreifend abgefrühstückt worden.
      Was an deinem Fall neu ist, ist vielmehr dein Status als Freiberufler, der dich möglicherweise daran hindert, dich überhaupt abmelden zu können. Um nicht krankenversicherungspflichtig zu sein, musst du ja deinen Wohnsitz abgemeldet haben. Als Gewerbetreibender kannst du deinen Wohnsitz gar nicht abmelden, weil dann automatisch auch dein Gewerbe abgemeldet werden würde. Ob das bei Freiberuflern auch so ist, weiß ich nicht genau, aber da solltest du in jedem Fall noch mal nachhaken. Dann bleibt dir im Zweifel nur der Weg in die Anwartschaft.
      Bei der Auslandskrankenversicherung läuft es erfahrungsgemäß auf die Travelsecure oder die Hanse Merkur hinaus (ich persönlich bin bei der HM); beide kannst du gerne über unsere Seite abschließen ;-):
      http://backpacker-weltreise.de/weltreisevorbereitungen/weltreise-versicherungen/
      LG Kai

  15. Karl

    Hallo liebe Leute,
    mein Fall ist auch etwas verzwickter.
    Ich bin bei der Barmer studentisch selbst versichert (80€/Monat).
    Nun gehe ich nach Irland für erstmal 1 Jahr und arbeite dort 40h/Woche.
    Eine Angestellte der Barmer meinte, dass durch die Vollzeitarbeit die studentische Versicherung nicht mehr greifen kann.
    Mein Wohnsitz in Deutschland wird auf meine Eltern umgeschrieben, weil sie meine Post bekommen sollen.
    Im März nächstes Jahres komme ich für 2 Wochen nach Deutschland.
    Welche Empfehlungen hinsichtlich Auslandskrankenversicherung und Inlandskrankenversicherung gibt es?
    Meine Überlegungen: Barmer kündigen und AKV bei HanseMerkur abschließen. Aber was ist mit den 2 Wochen im März? Versicherungslücke? Und kann ich der Barmer kündigen, wenn ich einen Hauptwohnsitz in Deutschland habe, das geht doch garnicht?
    Danke schonmal 🙂

    1. KaiKai Post author

      Hallo Karl,
      die Frage nach dem Wohnsitz ist hier schon ausführlich abgearbeitet worden.
      Studenten sind den GKV wegen des Sonderbeitrags generell ein Dorn im Auge; wann immer sich denen eine Chance bietet, den Studenten- Status in Frage zu stellen, tun sie das und stufen einfach in den Regelbeitrag hoch.
      Hast du mal bei der Barmer gefragt, welche Leistungen die bei Aufenthalten in einem anderen EU- Land bieten?
      Im Übrigen vermute ich, dass es auch in Irland irgendeine Form von Krankenversicherung gibt, wenn du dort legal arbeitest. Wenn es sich um irgendeine Form von studentischem Austausch handelt, sorgt der Träger i.d.R. auch für einen ausreichenden Versicherungsschutz.
      LG Kai

      1. Karl

        Kai, danke für Deine Überlegungen. Ich habe mit der Versicherung gesprochen. Dadurch, dass ich in Deutschland immatrikuliert bin, auch während ich in Irland arbeite, muss ich meine studentische Versicherung in Deutschland beibehalten. Die Krankenversicherung in Irland ist staatlich, das heißt ich habe eine (im Vergleich zu Deutschland schlechte) Grundkrankenversicherung. Dafür habe ich mit der HanseMerkur gesprochen und aufgrund deren Hinweise eine 365-Tage Auslandskrankenversicherung bei denen abgeschlossen. So bin ich jetzt insgesamt safe 🙂 LG

  16. Oliver

    Hallo zusammen! Super Seite mit sehr hilfreichen Infos!
    Ende nächsten Jahres komme ich in den Genuss eines kleinen Sabbaticals. Ich bleibe also festangestellt bei meinem Arbeitnehmer, erhalte weiter Gehalt. Ich habe eine 4-monatige freie Zeit. Insgesamt werde ich etwa 6,5 Monate auf Reisen und außerhalb Deutschland sein. Ich werde gesetzlich pflichtversichert sein. Kann man während meiner Reisezeit / Zeit außerhalb BRD, die gesetzliche Pflichtversicherung ruhen lassend. Ggf. mit Anwartschaft? Problem ist, es wird ja direkt vom Arbeitgeber abgeführt.
    Danke vielmals!

    1. KaiKai Post author

      Hallo Oliver,
      du hast dir die Frage eigentlich schon selbst beantwortet.
      Als Angesteller im Entgeltbezug bist du pflichtversichert. Ob du während deines Entgeltbezugs arbeitest, spielt dabei keine Rolle. Du bist also ganz normal beitragspflichtig.
      LG Kai

  17. stav

    Hallo zusammen

    ich wer euch sehr dankbar wenn ihr mir helfen koenntet…

    ich habe mich schon selbst im internet informiert und auch schon einen anwalt gefragt auf ; frage einen anwalt.de

    meine frage ist ganz einfach.

    ich bin seit dem 25.05.2015 abgemeldet aus deutschland und bis zum 24.05.2015 war ich in Deutschland berufstaetig.
    ich habe meiner versicherung nichts gesagt das ich ins ausland gehe.

    vor paar wochen ist da jetzt ein brief gekommen zu meiner mutter wo ich damals auch gewohnhabe.( also meine alte anschrift )
    die KV moechte jetzt vom 25.05.2015 bis jetzt die beitraege haben von mir weil sie sagt ich haette mich freiwilig pflichverichern muessen.

    ich habe mich jetzt in spanien noch nicht versichert… also kann ich auch det KV keine ander versicherung nachweise.
    die KV in spanien sagte mir sobalt ich mich bei den melde ofiziel muesste ich die beitraege von 25.05 bis jetzt nachzahlen.

    das auch ok.
    aber jetzt zum punkt meiner frage;
    wieso laesst mich meine alte KV in deutschland nicht in ruhe.. die KV in deutschland argumentiert es s.. das die verplichtet sind mich zu versuchern so lange ich eine neuen KV nachweis bringe .
    die Abmeldung aus Deutschland reucht nicht aus> stimmt das??
    im § 190 Abs.13 Nr. 2 SGV 5 steht drin: (13) Die Mitgliedschaft der in § 5 Abs. 1 Nr. 13 genannten Personen endet mit Ablauf des Vortages, an dem
    1. ein anderweitiger Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall begründet wird oder
    2. der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt in einen anderen Staat verlegt wird.

    also das heist mit meiner abmeldung aus deutschland ist das doch erledigt?
    natuerlich weis ich das ich verplichtet bin mir eine neue versicherung zu suchen.
    oder gibts da ein gesetzt das sagt man ist versichert bis zum eintritt der naechsten versicherung.

    1. KaiKai Post author

      Hallo Stav,
      die in deinem Fall erforderliche Einzelfallberatung werden wir hier in diesem Forum nicht leisten können.
      Auch würde es dir nichts helfen, wenn hier 10 Leute posten, dass du Recht hast, weil das den Zahlungsbescheid deiner Krankenkasse nicht aus der Welt schafft.
      Mir sind auch zu viele Sachen in deinem Einzelfall unklar, als dass ich mich da zu einer Einschätzung hinreißen lassen würde. Ein Beispiel: Du zitierst den § 190 SGB 5, der auf den § 5, Abs. 1 Nr 13 verweist. Letzterer ist ein Auffangtatbestand für Personen, die nicht unter Nr. 1 bis 12 fallen. Wenn du bis zum Tag deiner Ausreise berufstätig warst, fällst du sehr wahrscheinlich nicht unter Nr. 13. Damit ist die Schlussfolgerung, die du aus § 190 ziehst, hinfällig.
      Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn du einen Zahlungsbescheid bekommen hast, musst du gegen diesen innerhalb von 30 Tagen Widerspruch einlegen- sonst wird der Bescheid wirksam.
      Viel Erfolg.
      Kai

  18. Juli

    hallo kai,

    genau wie du, habe ich ein kleingewerbe in deutschland angemeldet (Arbeit auf Märkten)und habe zudem einen studentenstatus, um die hohen beiträgen der KV zu umgehen. Da ich nun ab Ende januar zum größten teil in portugal leben werde, möchte ich die mitgliedschaft bei meiner kv kündigen, mein gewerbe und wohnsitz aber (vorerst) in deutschland belassen. Die TK erklärte mir, dass sie mich ohne weiters wieder aufnehmen, wenn ich zurückkehren sollte. Aber zu welchen Konditionen? Sollte ich den studentenstatus nun beibehalten, um mich wieder studentisch versichern zu können? macht das sinn?
    reicht eine langzeitauslandskv ersteinmal aus, sollte ich lieber eine anwartschaft beantragen, um in die tk – ob freiwillig oder gesetzlich – wieder aufgenommen werden zu können?
    Weißt du, ob ich (als resident)im ausland ein kleingewerbe anmelden und auch hier in deutschland mein kleingewerbe weiter betreiben kann?

    Liebe Grüße 🙂

    1. KaiKai Post author

      Hi Juli,
      das Problem ist folgendes: Du brauchst einen Wohnsitz in Deutschland, um ein Gewerbe angemeldet haben zu können. Hast du aber einen Wohnsitz in Deutschland, bist du automatisch krankenversicherungspflichtig.
      Das Gemeine dabei: Deine Krankenkasse muss dir das nicht sagen. Genauso kannst du dich ohne Angabe von Gründen bei deiner Krankenkasse abmelden. Du kannst dich also abmelden, ins Ausland gehen und dich jeden Monat darüber freuen, wie viel Beiträge du so sparst. Nach ein paar Jahren kommst du zurück nach Deutschland, meldest dich ordnungsgemäß wieder bei einer Krankenkasse an- es muss nicht mal deine alte Krankenversicherung sein- und dann bekommst du einen Fragebogen mit der harmlos klingenden Frage „Bei welchen Krankenkassen waren Sie in den letzten 5 Jahren versichert?“… Autsch.
      Jetzt kannst du natürlich sagen, dass du im Ausland warst und deshalb keine KV- Beiträge gezahlt hast, aber wenn du einen Wohnsitz in Deutschland hattest (und das findet die Krankenkasse raus), warst du verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen; und damit eben auch beitragspflichtig- und das im Zweifel rückwirkend für die letzten 20 Jahre.
      Mein dringender Rat für alle, die vorhaben, in ihrem Leben noch mal nach Deutschland zurückzukehren: Klärt euren Status mit der Krankenkasse vorher sauber ab oder meldet euren Wohnsitz aus Deutschland ab!
      Der Studentenstatus ist übrigens jeder Krankenkasse ein Dorn im Auge, und die tun wirklich alles, um Leute aus diesem Sonderbeitrags- Status rauszuekeln. Bei mir wurde damals nach bestandener Magisterprüfung einfach per Bescheid festgestellt, dass ich trotz fortbestehender Immatrikulation kein „Studieninteresse“ mehr hätte und deshalb nunmehr Vollbeitrag zahlen solle. Auch Hinweise auf Immatrikulation, mögliche Promotion oder Aufnahme weiterer Studiengänge und vor allem auf die Rechtslage haben den selbstherrlichen Sachbearbeiter nicht umgestimmt.
      Meine folgerichtige Kündigung der Mitgliedschaft in der DAK war damals dann die beste Lösung für beide Seiten, lol.
      LG Kai

      1. Juli

        Hallo Kai,
        ich danke Dir für Deine ausführliche u schnelle Antwort 🙂

        Was ist, wenn ich eine Langzeit-KV abschließe bis ich weiß, ob und wie ich mich weiterversichere? Zählt diese bei der Frage, wo ich in den letzten 5 Jahren versichert war?
        Oder anderes Szenario: was ist, wenn ich einen Nebenwohnsitz in D-land behalte, um noch mein Gewerbe auszuführen, meinen Hauptwohnsitz inkl.KV aber in Portugal habe (keine ahnung, ob das möglich ist als „nur-resident“)?

  19. Maja

    Hallo lieber Kai,

    Schon mal vorab: supertolle Seite! Lässt einen etwas aufatmen, nach all dem bürokratischen Wirrwarr wieder positiv denken.

    Kurzes Intro: Wir wollen zu zweit eine Reise machen, 6 Monate Europa mit dem Auto, 6 Monate sonst wo auf der Welt (fliegen), außer Kanada/Amerika. Ich, zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich arbeitslos, aber nicht arbeitssuchend. Er, Freiberufler und in diesem Zeitraum ohne Einkommen.

    Problem: Die Versicherung. Eine Weltreise kostet was, ja … aber bitte keine Pflichtversicherung, die mir im Ausland nichts nützt! Bzw. habe ich vielleicht den Nutzen noch nicht erkannt.
    Nun, meine Geschichte dazu ähnelt der der Asterix und Obelix à la Passierschein A 38. Weder meine Krankenkasse (AOK) noch die Allianz oder sonst jemand weiß bescheid und leitet mich zur nächsten Stelle weiter.

    Frage 1: Wenn ich meine GKV „aussetzen“ möchte + mein Wohnsitz in D immer noch angemeldet ist (zwecks Auto), kommt es nun darauf an ob meine GKV während der auszusetzenden Zeit eine Auslandsversicherung als Ersatz akzeptiert und ich aus Kulanz den Pflichtbeitrag nicht zahlen muss? (siehe Beitrag Ben August 2014) Dann könnte man nach einer GKV suchen, die einen in seinem Vorhaben unterstützt und wechseln? Und bestenfalls lässt man sich das noch schriftlich bestätigen.

    Frage 2: Angenommen wir kündigen die GKV und wollen nach 12 Monaten wieder eintreten. Darf die Krankenkasse eine Rückzahlung der fehlenden 12 Monate verlangen? Kann man das durch ein Abmelden des Wohnsitzes in D umgehen? Welche Risiken/Nachteile birgt das Abmelden des Wohnsitzes in D? z.B. kann das Auto nicht auf uns gemeldet sein, Rente usw. Was passiert im Falle eines Unfalls? Diese Option finde ich irgendwie sehr gruselig …

    Ich bin für jegliche Art von Zuspruch, Kritik, Beratung und Tipps dankbar.

    1. KaiKai Post author

      Hallo Maja,
      Fragen über Fragen…
      Viele davon sind hier ja schon diskutiert worden.
      Meine Erfahrung aktuell ist die, dass keine GKV mehr die Auslands- Langzeit KV als Ersatz akzeptiert; vermutlich ist das Geschäft mit den Anwartschaften zu verlockend. Wenn ihr euch auch die Kosten für die Anwartschaft sparen wollt (ca. 50 bis 60 Euro im Monat), bleibt euch als einziger Weg die Abmeldung des Wohnsitzes.
      Bei euch stellt sich mir für die ersten 6 Monate allerdings die Frage, ob euch die GKV tatsächlich gar nichts nützt, denn zumindest in der EU leisten die GKV, soweit ich weiß, mindestens in einem gewissen Umfang- das würde ich an eurer Stelle hinterfragen.
      Nach 6 Monaten könntet ihr dann ja ggf. Wohnsitz, GKV (und Auto) abmelden, wenn ihr außerhalb Europas unterwegs seid.
      Ist dein Freund Freiberufler oder Selbstständiger? Letztere können ihren Wohnsitz in Deutschland nicht abmelden, weil dann automatisch auch das Gewerbe abzumelden ist; ob das bei Freiberuflern anders ist, weiß ich, offen gesagt, nicht.
      LG Kai

  20. Carolina

    Hallo Kai,

    Ich finde auch die Seite super übersichtlich und sehr lehrreich.

    Meine Frage an dieser Stelle war bisher nicht dabei.
    Also ich bin deutsche, habe ein Wohnsitz in Deutschland und bin freiwillig Krankenversichert. In den letzten Jahren war ich allerdings mehr im Ausland als zuhause. Dafür habe ich eine Langzeit AKV.
    So alle 3-4 Monate war ich mal wieder in Deutschland und dann mal wieder im Ausland.
    Seit Mai 2015 bin ich allerdings nur noch im Ausland und war auch nicht ein einziges mal in Deutschland. Ich weiß nicht ob es für mich nicht besser wäre die GKV (zahle monatlich 155€, von der ich eigentlich nichts hatte im letzten Jahr) zu kündigen. Oder eine Anwartschaft zu beantragen.

    Meine 1. Frage dazu: wenn ich mal wieder für ein paar Wochen nachhause (Deutschland) komme, wie kann ich mich dann für diese Zeit krankenversichen?

    Meine 2. Frage: gibt es eine AKV Langzeit die auch Schwangerschaft und Geburt in USA abdeckt? Meine tut das nicht!

    Ich danke dir für einen Rat!
    Lieben Gruß, Carol

  21. Felix

    Hallo und danke für den interessanten Artikel!
    ich bin freiwillig gesetzlich versichert. Meine Frau und meine Kinder sind bei mir familienversichert.
    Wir wollen unseren Wohnsitz nach Südamerika verlegen.
    Ich habe Vorerkrankung habe, die von privaten KV ausgeschlossen wird und muss deswegen 1-2 mal im Jahr zum Arzt gehen. Daher möchte ich meine freiwillig gesetzliche KV weiterlaufen lassen, um während eines Urlaubs in Deutschland zum Arzt gehen zu können.
    Ist das möglich, oder kann ich ohne Wohnsitz in Deutschland/EU auch keine gesetzl. KV laufen haben?
    Viele Grüße

    1. KaiKai Post author

      Hi,
      spannende Frage. Die meisten wollen unbedingt raus aus der GKV während des Auslandsaufenthaltes; du willst unbedingt rein. 🙂
      Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob die GKV’s einen Datenabgleich mit dem Einwohnermeldeamt machen. Bei Neueintritten natürlich, um zu sehen, ob noch unversicherte Vorzeiten abkassiert werden können, aber bei Bestandskunden macht das eigentlich keinen Sinn.
      Es handelt sich bei der GKV ja um eine Pflicht, bei Wohnsitz in Deutschland versichert zu sein- das muss ein Recht, auch versichert zu sein, wenn man nicht in Deutschland lebt, nicht unbedingt ausschließen.
      Kurzum: Mit Gewissheit kann ich dir das nicht sagen.
      LG Kai

  22. Natascha

    Hallöchen,
    vielleicht könnt ihr mir auch helfen..

    Im Dezember habe ich bei meiner alten Krankenkasse (AOK) zum 31.12.2015 gekündigt. Und mich bei einer neuen (HEK) ab dem 1.1.2016 angemeldet. Jetzt wollen die dass ich für die Zeit im Ausland freiwillig versichert werde, also auch einen Beitrag zahle.
    Muss ich das wirklich? Und was kann ich tun um mich davor zu „drücken“?

    Liebe Grüße
    Natascha

    1. Anna

      @Natascha:

      Hast du schon irgendetwas dazu herausgefunden ob und wenn ja wie man sich um die Beiträge drücken kann? Bin leider auch bei der HEK und stecke in der gleichen Situation 🙁
      Ich habe von versch. anderen Versicherungen gehört, dass die einen beitragsfrei stellen, wenn man eine Auslandskrankenversicherung abschließt und dies nachweist. Die HEK stellt sich momentan quer.
      Die einzige Möglichkeit, die mir einfällt ist, dass man seinen Wohnsitz für die Reisedauer abmeldet. Für mich kommt das aber aus diversen Gründen nicht in Frage, daher komme ich wohl nicht drum herum die Beiträge zu bezahlen 🙁

      LG Anna

  23. TiTo

    Hallo,
    kennt sich jemand damit aus, wie man im Bezug auf die Krankenversicherungspflicht am Besten vorgeht, wenn man mt Kind auf Reisen geht? Leider möchte meine Versicherung auch mich zur Anwartschaft drängen.
    Ich möchte das gerne umgehen. Zumal bei uns der eher außergewöhnliche Fall eintritt, dass wir während der 4-monatigen Reise unsere Wohnung eh aufgeben (anschließend steht wegen Kita- und Jobwechsel ein Umzug an). Nun frage ich mich, was besser ist. Sollte ich bei Verwandten für die Dauer der Reise meinen Wohnsitz anmelden (nach der Reise kommen wir auch erst mal bei denen unter), um so weiterhin Kindergeld zu erhalten. Dies wurde mir von der Familienkasse geraten. Problematisch ist allerdings, dass ich dann ja die Anwartschaft zahlen muss ;(
    Oder soll ich für die Reisedauer meinen Wohnsitz abmelden? Ich werde in 2016 ja 8 Monate in DE sein, somit bin ich in DE ja eh steuerpflichtig und müsste das Kindergeld doch eigentlich weiterhin (oder meinetwegen auch rückwirkend, wenn ich wieder in DE bin) für die Reisezeit erhalten, oder?

    Bin die ganze Zeit am Überlegen. Hat jemand diesbezüglich schon Erfahrungen gesammelt?

    1. KaiKai Post author

      Hallo,
      zur Anspruchsberechtigung für den Bezug von Kindergeld, schau doch mal hier: sozialleistungen.info/kindergeld/kindergeldanspruch.html
      LG Kai

  24. Kristina

    Hallo!

    Super Seite muss ich schon sagen!

    Habe da auch mal eine Frage, die auch schon mehrmals gestellt wurde. Konnte jedoch keine Antwort finden.

    Ich habe eine Langzeitauslandskrankenversicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Demnächst möchte ich in für ein paar Wochen nach Deutschland und dann wieder nach Asien.
    Ich war vor Antritt der Reise privat versichert und habe eine Anwartschaft abgeschlossen. Wohnsitz ist abgemeldet und ich habe 3 Jahre unbezahlten Urlaub.
    Wie bin ich versichert, wenn ich für einige Wochen nach Deutschland komme?
    Vielen Dank für eine Antwort!

    1. KaiKai Post author

      Hallo Kristina,
      in Deutschland bist du versichert, indem du dich bei der GKV anmeldest oder eine AKV wählst, die vorübergehende Aufenthalte in Deutschland während der Versicherungsdauer abdeckt. Das wird allerdings mit Zusatzkosten verbunden sein, kommt auf die Dauer des Aufenthaltes an etc.
      Ich habe leider keine Empfehlung für eine AKV mit Deutschland- Absicherung parat. 🙁
      LG Kai

  25. Anna

    Hallo Kai,
    Tolle Seite, für die Infos!
    Ich habe eine sehr spezielle Frage und konnte bisher keine Antwort finden.
    Ich habe eine Langzeit AKV bei der Habsemerkur und bin seit 16 Monaten unterwegs. Bei der Barmer GEK habe ich ausgesetzt und zahle zur Zeit keine Beiträge.
    Ab dem 1.10 werde ich (hoffentlichein) Zweitstudium aufnehmen und kann im 3. Semesterbeginnen, also ab dem 1.10., beginnen. Allerdings muss ich erst ab dem 4. Semester tatsächlich Module belegen, da mir alte Leistungen angerechnet werden.
    Nun würde ich, statt im 3. Semester Däumchen zu drehen, lieber noch Weiterreisen und erst im Januar/Februar zurückkommen. Fur die Einschreibung an der Uni muss ich allerdings eine Krankenkassenmitgliedschaft vorweisen.
    Die Barmer sagt, sie kann mich nur wieder aufnehmen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Stimmt das? Ich kann es mir nicht leisten nur dafür fur einige Tage nach Deutschland zurück zu fliegen. Ich habe noch meinen Wohnsitz in Deutschland. Ich überlege zudem ob es eine Option wäre zur TK zu wechseln, weiß aber nicht, ob die das mitmachen. Am Telefon wusste die Mitarbeiterin nicht so Recht mit meiner Situation umzugehen und meinte ich soll erstmal einen Aufnahmeantrag stellen.
    Was meinst du wie meine Chancen/Möglichkeiten/Rechte sind?

    Vielen, vielen Dank!
    Anna

    1. KaiKai Post author

      Hi Anna,
      wenn du deinen Wohnsitz noch in Deutschland hast, bist du- streng genommen- hier auch noch versicherungspflichtig. Für solche Fälle gibt es bei den GKV ja die Anwartschaften. Man zahlt also monatlich 50 bis 70 Euro, um der Versicherungspflicht zu genügen, hat aber keinen Anspruch auf Leistungen. Ich bin z.B. neun Monate im Jahr nicht in Deutschland, brauch also die GKV nicht, muss aber aus rechtlichen Gründen in Deutschland gemeldet bleiben. Deshalb bin ich 9 Monate in der Anwartschaft und wenn ich in D bin, sage ich Bescheid, dass ich wieder Vollbeitrag zahle.
      Mit der Anwartschaft hättest du jedenfalls das Problem mit der Bescheinigung für die Immatrikulation nicht mehr. Frag einfach, ob du bei deiner KV in eine Anwartschaftsversicherunng wechseln kannst.
      LG Kai

    1. KaiKai Post author

      Hi,
      viele Versicherungsanbieter haben die Klausel, dass man seinen Wohnsitz in Deutschland haben muss, um eine AKV abschließen zu können. Hast du den Wohnsitz in D, bist du aber auch krankenversicherungspflichtig in der GKV…
      Ich habe das bei der Hanse- Merkur mal nachgefragt, weil es eigentlich absurd ist. Eine Langzeit- AKV brauche ich ja dann, wenn ich lange Zeit nicht in D bin und dann macht es für diesen Personenkreis oft Sinn, sich in D abzumelden, um die GKV zu sparen. Das hat die Sachbearbeiterin eingesehen und mir versichert, dass Wohnsitz nicht unbedingt in Deutschland sein muss.
      LG Kai

  26. Johann

    Hallo Kai, hallo alle anderen,
    leider zickt auch meine gesetzliche Krankenkasse bei der Aussetzung der Mitgliedschaft bei einem längeren Auslandsaufenthalt / Auslandskrankenversicherung / Wohnsitz in Deutschland.
    Obwohl der GKV-Sptizenverband doch eigentlich alles geregelt hat:
    https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/versicherungspflicht/_jcr_content/par/download_5/file.res/nichtversicherte_auslandsversicherung.pdf
    (Hallo Kai, das Dokument ist bei Euch bekannt? Auf Eurer Website habe ich es nicht gefunden.)
    Nun meine Fragen an alle:
    – Welche gesetzlichen Krankenkassen ermöglichen aktuell eine Aussetzung der Mitgliedschaft unter den oben genannten Bedingungen und ohne Anwartschaft?
    – Welche gesetzlichen Krankenkassen ermöglichen aktuell eine Aussetzung der Mitgliedschaft unter den oben genannten Bedingungen und mit Anwartschaft?
    Ich benötige möglichst konkrete Aussagen mit dem Namen der Krankenkasse und den konkreten Bedingungen. Hilfreich wären natürlich auch schriftliche Unterlagen.
    Vielen Dank.
    Gruß,
    Johann

    1. KaiKai Post author

      Hallo Johann,
      vielen Dank für die Infos.
      Das Papier des Spitzenverbands von 2009 war mir nicht bekannt, aber in den Folgejahren scheint mir das auch noch gängige Praxis bei vielen GKV gewesen zu sein. Seit 2012/13 gibt es aber die Tendenz bei vielen GKV, die Mitglieder in die Anwartschaft zu quatschen. So auch bei der BKK Mobil, wo man sich mit der Anerkennung von AKV’en als gleichwertige Gesundheitsabsicherung seitdem schwer tut.
      Aber als Argumentationshilfe bei der Diskussion mit der GKV ist das Papier sicherlich hilfreich.
      Freiwillig Versicherte in der GKV müssen übrigens bei der Kündigung die gesetzliche Kündigungsfrist von 2 Monaten zum Monatsende einhalten.
      LG Kai

  27. Philipp

    Hi,
    ich bin Referendar in BW und darum noch 4 Tage privat krankenversichert. Ich möchte im August abhauen und ca. März wieder kommmen. Die AOK nimmt mich nur wieder auf, wenn ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt (oder arbeitslos gemeldet?) bin. Ich bin also ab Sonntag gar nicht mehr versicherungspflichtig, ja ich komme gar nicht mehr in meine gesetzliche Versicherung mehr rein.
    Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen, ich wollte eigentlich nur erzählen, dass es das auch gibt. Ich werde jetzt jedenfalls einen Übergangstarif der privaten AXA nehmen. Die hoffen nämlich, dass ich Beamter werde und bei ihnen bleibe. Damit komme ich mit 100€ im Monat davon. Nicht schön, aber wahrscheinlich doch ganz sinnvoll.

    1. KaiKai Post author

      Hallo Philipp,
      ich glaube, da ist was durcheinander geraten.
      Die gesetzliche Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschließen, besteht für dich in jedem Fall- unabhängig vom sozialversicherungspflichtigen Status.
      Wenn du abhängig beschäftigt oder alo gemeldet bist, bist du allerdings pflichtversichert in der Gesetzlichen Krankenversicherung, während du z.B. als Selbstständiger die Wahlmöglichkeit hast, entweder in der GKV oder einer privaten Versicherung versichert zu sein.
      Natürlich müsste dich die AOK auch wieder aufnehmen, wenn du das willst.
      Die PKV ist im Übrigen nur in jungen Jahren günstig. Später, wenn du nicht mehr in die GKV zurück wechseln kannst, wachsen die Prämien in schwindelerregende Höhen.
      Lass dich bei einem Wechsel vorher gut beraten.
      Viele Grüße
      Kai

  28. kat f

    Hallo ihr lieben Erfahrenen!
    Ich habe folgendes Anliegen: ich werde ab dem 01.09. arbeitslos sein (ich habe gekündigt) und voraussichtlich ab dem 20.09. mit einer längeren Reise beginnen und zwar in den USA. Mein erster Gedanke: Ich werde mich vom Arbeits-System abmelden und eine AKV abschließen. Jetzt ist es so, dass eine AKV für Nordamerika sehr kostspielig ist und ich dort auch nur kurz (ca. 2 Monate) verweilen möchte. Ich dachte mir also: Ich bleibe arbeitslos gemeldet, um krankenversichert zu bleiben, da meine GKV mit einer Zusatz-AKV mich auch in Nordamerika für wenig versichert und ich eh eine Sperrfrist beim Arbeitsamt habe, somit keine Leistungen beziehen kann. Ich würde also nach ca. 2 Monaten aus den USA ausreisen und mich nach diesem Aufenthalt vom System online abmelden und somit auch meine GKV. Anschließend würde ich eine AKV online abschließen und weiter reisen. Ich weiß, dass ich vorort sein muss, wenn ich arbeitslos gemeldet bin, aber was kann mir im schlimmsten Fall passieren? Leistungen können mir ja eh nicht gekürzt werden, weil ich gar keine in Anspruch nehmen kann aufgrund der Sperrfrist.

    LG und vielen Dank im Voraus, Kat

    1. KaiKai Post author

      Hi Kat,
      was kann dir im schlimmsten Fall passieren? Fangen wir mal damit an, was dir im günstigsten Fall passieren kann:
      Die Bundesagentur schickt dir Terminvorladungen oder vermittelt dich zu irgendnem Arbeitgeber und du kommst nicht. Auch wenn du keine Leistungen beziehst, bist du verpflichtet, für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung zu stehen. Die melden dich also bei der GKV ab und du bist wieder am Anfang.
      Jetzt die Frage, was dir im schlimmsten Fall passieren kann:
      Dir passiert in USA irgendwas und du liegst im Krankenhaus. Du tauchst wiederum nicht zu einem Termin der BA auf, die melden dich ab, deine GKV kriegt mit, dass du von Anfang an die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung nicht erfüllt hast, du bekommst eine Strafanzeige wegen Sozialversicherungsbetruges und bleibst auf der Krankenhausrechnung in USA sitzen….
      Im Ernst: Das Risiko würde ich nicht eingehen. Die Sozialversicherungsträger sind da auch findiger, als man meinen sollte.
      Zu deiner Idee, die AKV erst für „nach USA“ abzuschließen: Das schließen die meisten mir bekannten Anbieter explizit in ihren Versicherungsbedingungen aus. Die Versicherung muss i.d.R. ab dem Tag der Ausreise aus Deutschland abgeschlossen werden.
      Was funktionieren könnte: Schließe die Langzeit- AKV ohne USA ab Ausreise Deutschland ab und schließe dazu eine Reise- AKV bis 45 Tage für ca. 20 Euro ab. Diese haben zumeist keinen USA- Zuschlag, würden also den Großteil deines USA- Aufenthaltes kostengünstig abdecken. Schau aber in den Versicherungsbedingungen der Langzeit AKV, ob du die Versicherung ohne USA abschließen kannst, obwohl du in den USA bist.
      Auch hier rate ich dringend, bei der Langzeit- AKV nicht zu tricksen. Hast du im Laufe deiner Reise einen größeren Schadensfall wird die Versicherung nämlich solche Sachen genau überprüfen, also anhand deines Flugtickets schauen, ob die Versicherung ab Ausreise abgeschlossen wurde etc.
      Viel Glück wünsche ich dir.
      LG Kai

  29. Traveler

    Hi!

    Ich bin noch bis Ende diesen Monats Student. Ab dem 01.09. dann aber Erwerbslos, weil ich mein Studium Ende diesen Monats erfolgreich abschließen werde.

    Nun zu meinem Anliegen: Ich möchte ab Oktober ein paar Monate (wie lange genau weiß ich noch nicht vielleicht 3-4 Monate) nach Asien verreisen und dort backpacking betreiben. Muss ich während dieser Zeit bei der GKV versichert sein? Denn wenn ja, wäre das sehr teuer für mich da es ja ca. 160€/Monat sein werden. Eine AKV werde ich natürlich für diesen Zeitraum abschließen.

    Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Antworten!

  30. Franziska

    Hallo Kai, vielen Dank für die vielen Infos.
    Vielleicht kannst du mir auch meine Frage beantworten:

    Ich werde am 1.11. nach Südamerika reisen, und weiß noch nicht, wie lange ich dort bleiben werde. Das können drei Monate werden, oder aber auch fünf Jahre. Für die Zeit behalte ich ein Zimmer zur Untermiete mit eigenen Schlüsseln, Postadresse etc., kann also auch jederzeit zurück. Einkünfte habe ich lediglich in Deutschland (Rente). Nun habe ich im Internet gelesen, dass dies steuerrechtlich (und damit vermutlich auch melderechtlich) bedeutet, dass ich meinen gewöhnlichen Aufenthalt weiterhin in Deutschland habe. Eine Anwältin meinte hingegen, nein, da ich auf unbestimmte Zeit ins Ausland gehe, sei dies von Anfang an eine Verlegung meines gewöhnlichen Aufenthaltes aus Deutschland, und ich hätte auch die Pflicht, mich dann in Deutschland abzumelden. Da meine Haftpflicht und meine PKV an dieser Frage hängen, bin ich etwas ratlos, und möchte vor allem auf keinen Fall riskieren, dass ich irgendwann einmal rückwirkend ohne Versicherungsschutz dastehe. Jedoch „vorsichtshalber“ noch zusätzlich zu den bestehenden Versicherungen eine AKV bzw. eine vom Wohnsitz unabhängige Haftpflichtversicherung abzuschließen, erscheint mir problematisch bis (Haftpflicht) unmöglich. Auch von den Versicherern habe ich bisher nur unterschiedliche Auskünfte, je nach Sachbearbeiter. Hast Du einen Rat?

    1. KaiKai Post author

      Hallo Franziska,
      vorweg der ernstgemeinte Hinweis, dass auch ich melderechtlich nur interessierter Laie bin.
      Im Steuerrecht gibt es das Konstrukt des Steuerinländers; danach bleibt man in Deutschland steuerpflichtig, wenn man weiterhin Schlüsselgewalt für Wohnraum in Deutschland hat. Dafür reicht ein Zimmer bei den Eltern, in dem man noch einen Schrank mit Kleidung stehen hat.
      Melderechtlich hat sich mit dem neuen Bundesmeldegesetz 2015 einiges geändert. Auch dort wird nun darauf abgestellt, ob man weiterhin Wohnraum in Deutschland zur Verfügung hat („Schlüsselgewalt“) UND ob man vorhat, diesen in absehbarer Zeit wieder zu beziehen. Wie lang eine „absehbare Zeit“ ist, steht nicht im Gesetz. Allerdings gibt es eine Durchführungsbestimmung zum Meldegesetz, in der man etwas deutlicher wird.
      Sebastian Kühn vom sehr lesenswerten Blog wirelesslife.de hat das sehr ausführlich recherchiert und vom Bundesinnenministerium folgende Antwort erhalten:
      “Nach § 17 Absatz 2 Satz 1 Bundesmeldegesetz (BMG) ist abmeldepflichtig, wer aus seiner bisherigen Wohnung auszieht und anschließend eine Wohnung im Ausland bezieht. Auszug bedeutet das tatsächliche, endgültige Verlassen der Wohnung. Davon abzugrenzen ist eine vorübergehende Unterbrechung der Benutzung einer Wohnung, die nicht als Auszug zu werten ist und damit keine Abmeldepflicht auslöst. Die Abgrenzung des Auszugs von einer vorübergehende Abwesenheit ist nach Nummer 17.2.2 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Bundesmeldegesetzes wie folgt zu treffen: Kein Auszug, sondern lediglich eine vorübergehende Unterbrechung der Benutzung der Wohnung liegt vor, wenn die Absicht und die tatsächliche Möglichkeit bestehen, die Benutzung der Wohnung fortzusetzen. Von einem Auszug ist in der Regel auszugehen, wenn aus der Wohnung zur Benutzung erforderliche Einrichtungsgegenstände entfernt werden oder die voraussichtliche Abwesenheit länger als ein Jahr ist.“
      Demnach muss man sich dann abmelden, wenn man entweder keinen Wohnraum mehr hat ODER die voraussichtliche Abwesenheit vom eigenen Wohnraum länger als ein Jahr beträgt. Wie man das nun genau voraussehen kann, bleibt unklar…
      Unabhängig von der Meldefrage besteht die Möglichkeit, sich auch bei bestehendem Wohnsitz zumindest aus der GKV abzumelden, wenn man eine vergleichbare Absicherung im Rahmen einer AKV nachweisen kann. Ob das auch bei der PKV möglich ist und welche Konsequenzen das bei Rückkehr hat (Rückstellungen etc), weiß ich nicht.
      Wenn du dich ohnehin nicht aus der PKV abmelden willst, kannst du relativ sicher deinen Wohnsitz in Deutschland behalten, da du Schlüsselgewalt für Wohnraum in Deutschland hast und „voraussichtlich“ nicht länger als ein Jahr aus Deutschland abwesend sein wirst.
      Das ist- noch mal- nur meine persönliche Rechtsauffassung, für die ich natürlich keine Gewähr übernehme.
      Liebe Grüße
      Kai

  31. Sara

    Hallo,

    Du sprichst in deinem Artikel von einem Bericht, sprich Handlungsanleitung der Verbände, wo finde ich denn diesen Artikel?
    Herzlichen Dank.
    Sara

    1. KaiKai Post author

      Hallo Sara,
      das Dokument ist in dem Kommentar von Johann vom 22.07.2016 verlinkt. Ich habe jetzt aber auch einen Link in den Text oben eingefügt.
      LG Kai

  32. CoKo

    Hallo zusammen,
    ich habe folgendes Anliegen. Ich war zum 1.7. arbeitslos gemeldet bis einschliesslich 17.7., danach bin ich für zweieinhalb Monate im Ausland gewesen. Durch die Arbeitslosenmeldung war ich krankenversichert. Für die Reise hatte ich eine Auslandreiseversicherung und habe mir keine Gedanken über meine gesetzliche Krankenkasse in Deutschland gemacht. Ich hatte angenommen, dass die Agentur für Arbeit mich dort abmeldet. Jetzt wieder zuhause angekommen, habe ich mich wieder arbeitslos gemeldet und die Krankenkasse will jetzt € 1.800 von mir, da in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht besteht. Habe ich eine Chance dem zu entgehen, wenn ich die Auslandskrankenversicherung vorweise? Gibt es andere Optionen oder bleibt mir nichts anderes übrig als zu bezahlen?
    Für jegliches Feedback bin ich dankbar! LG Conny

    1. KaiKai Post author

      Hallo Conny,
      danke für dieses Beispiel, an dem man gut demonstrieren kann, wie wichtig es ist, sich um solche Angelegenheiten VOR der Abreise zu kümmern. Denn wie so oft gibt es hier kein klares Richtig oder Falsch sondern es ist immer ein bisschen „kommt drauf an“.
      Richtig ist, dass in Deutschland Krankenversicherungspflicht herrscht. Wer also in Deutschland gemeldet ist, muss hier krankenversichert sein. Mit dem Ausscheiden aus dem ALG- Bezug meldet dich die Bundesagentur für Arbeit ab und du musst dich „freiwillig“ versichern.
      Von dieser Grundregel gibt es ein paar Ausnahmen; eine davon ist die längere Abwesenheit im Ausland, für die der Spitzenverband der Krankenkassen eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht vorsieht, wenn eine gleichwertige Auslandskrankenversicherung (also keine Jahrespolice für 14,99 Euro) vorliegt.
      Wie lang der Auslandsaufenthalt sein muss, ist nirgendwo geregelt. Auf der sicheren Seite ist man bei allem über einem Jahr, keine Chance hat man bei allem unter 6 Wochen, denn man kann sich natürlich nicht jedes Mal von der Krankenversicherung abmelden, wenn man mal länger in Urlaub fährt.
      Bei solchen Grenzfällen ist es deshalb immer besser, vor Abreise mit der eigenen Krankenversicherung zu reden. Natürlich kannst du aber auch jetzt noch versuchen, irgendeine Regelung mit deiner KV zu finden. Mein Gefühl sagt mir nur, dass das nicht sehr aussichtsreich ist.
      1800 Euro für 2,5 Monate ist aber natürlich viel zu viel. Als Arbeitslose ohne ALG- Bezug wirst du wohl eher näher am Basistarif eingestuft werden müssen.
      LG Kai

  33. Anna

    Hallo Kai,

    auch von mir erstmal ein großes Dankeschön für deine informative Website!

    Ich befinde mich momentan in folgender Situation und würde mich sehr über deinen Rat freuen: Ich werde vermutlich mit meinem Arbeitgeber vereinbaren können, dass ich kündige und wir schriftlich vereinbaren, dass ich nach 6 Monaten Reise wieder eingestellt werde. Ich frage mich nun:

    1) Eigentlich hätte ich über eine Anwartschaft bei meiner GKV nachgedacht, um „auf Nummer Sicher zu gehen“, dass sie mich wieder aufnehmen. Aber hätte ich diese Garantie nicht sowieso, wenn ich nach der Reise definitiv wieder beim Arbeitgeber eingestellt werde?

    2) Am Anfang und Ende der Reise werde ich jeweils den Jahresurlaub nehmen, d.h. ich werde z.B. ab 15.3. wieder eingestellt, beginne das Arbeitsverhältnis dann aber mit 12 Tagen Urlaub, sodass ich die Reise bis zum 31.3. machen kann. In dem Fall müsste ich mich doch wenn überhaupt nur bis zum 15.3. um eine Anwartschaft kümmern, da ich ja ab dem 15.3. wieder über den Arbeitgeber in der GKV versichert wäre, oder?

    Vielen Dank schonmal!!
    Viele Grüße
    Anna

    1. KaiKai Post author

      Hallo Anna,
      eine Anwartschaft brauchst du in der Tat nicht, weil dich deine GKV wieder aufnehmen muss. Dein eigentliches Problem wird ja eher sein, dass du dich auch in den 6 Monaten deiner Reise vermutlich wirst krankenversichern müssen. Der Umgang der GKV’en mit diesem Thema ist ja in den 100 vorherigen Kommentaren schon ausführlich dokumentiert worden.
      In deinem konkreten Fall frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, mit dem Arbeitgeber eine Art „Teilzeit- Vereinbarung“ zu treffen. Du bleibst also bei ihm beschäftigt und er zahlt dir jeden Monat, sagen wir, 500 Euro. Du bleibt also sozialversicherungspflichtig beschäftigt, hast keine Probleme mit der Krankenkasse, der du sonst 6 Monate als freiwillig versichertes Mitglied Beiträge zahlen müsstest, und dein Arbeitgeber behält nach deiner Rückkehr über einen bestimmten Zeitraum eben das während der Reise gezahlte Gehalt stückweise wieder ein.
      Wenn du dich mit deinem Arbeitgeber gut verstehst, wäre das sicher die eleganteste Lösung.
      LG Kai

  34. Anna

    Hallo Kai,

    danke für die schnelle Antwort! Die Lösung mit dem Teilzeitmodell habe ich auch bereits vorgeschlagen, aber darauf wollten sie leider nicht eingehen.

    Ich würde natürlich eine volle Auslandskrankenversicherung abschließen. Du hattest dazu in einem der bisherigen Kommentare gesagt „Meine Erfahrung aktuell ist die, dass keine GKV mehr die Auslands- Langzeit KV als Ersatz akzeptiert; vermutlich ist das Geschäft mit den Anwartschaften zu verlockend.“ Deshalb frage ich mich nun, ob ich nun – auch wenn meine GKV das nicht akzeptieren möchte – mich einfach abmelden kann, weil sie mich aufgrund des neuen Anstellungsverhältnisses nach der Reise sowieso wieder aufnehmen MÜSSEN.

    Viele Grüße!
    Anna

    1. KaiKai Post author

      Hallo Anna,
      das Problem ist nicht, dass dich die GKV nicht wieder aufnimmt sondern dass du dann rückwirkend für deine Abwesenheit Beiträge nachzahlen musst.
      Wie gesagt: Es besteht in Deutschland die Pflicht, sich gegen Krankheit zu versichern. Man kann sich da also gar nicht so einfach abmelden bzw. man kann sich abmelden, aber wenn man sich irgendwann wieder anmeldet, will die KV eine Bescheinigung über Vorversicherungszeiten. Wenn da eine Versicherungslücke ist, muss man diese Beiträge nachzahlen.
      Du kannst dann natürlich immer noch sagen, dass du im Ausland warst und eine AKV hattest, doch gibt es da keine gesicherte Rechtslage (so lange du nicht deinen Wohnsitz in Deutschland abmeldest).
      Auf der sicheren Seite ist man bei Auslandsaufenthalten über einem Jahr, weil dann auch das Bundesmeldegesetz sagt, dass man seinen Wohnsitz abmelden muss. Damit entfällt dann auch die Versicherungspflicht.
      Viel Erfolg und liebe Grüße
      Kai

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