Phnom Penh: Das neue Mekka für Backpacka

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Zugegeben, auf den internationalen Flugrouten liegt die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh immer noch etwas abseits; aber unter den Hotspots der weltweiten Backpacker- Gemeinde klettert die Mekong- Metropole unaufhaltsam nach oben. Woran liegt das?

Günstig leben in Phnom Penh

Was für Backpacker aus aller Welt immer noch hochattraktiv ist, sind niedrige Lebenshaltungskosten. Selbst für südostasiatische Verhältnisse rangiert Phnom Penh hier auf einem Spitzenplatz,

Günstige Unterkünfte im Boom- Viertel rund um die Riverside gibt es ab 12 bis 15 US Dollar für ein Doppelzimmer, Frühstück für ca. zwei Dollar, eine volle Mahlzeit für vier bis sechs Dollar.

Dabei profitiert die kulinarische Szene in Phnom Penh offenbar von der kolonialen französischen Vergangenheit, denn nirgendwo in Südostasien gibt es sonst so gutes Essen für so wenig Geld- und das gilt natürlich auch für die einheimische Khmer- kitchen. Wem die authentische thailändische Küche zu scharf ist, der ist in Kambodschas Hauptstadt gut aufgehoben.

Phnom Penh ist jung

Zu den unbeschreiblichen Dramen des Landes gehört die jüngere Vergangenheit mit dem Genozid der Roten Khmer unter Pol Pot. Pol Pot predigte einen Steinzeitkommunismus auf Basis ländlicher Kommunen. Dafür wurde die Entvölkerung der Städte- und vor allem Phnom Penhs- gnadenlos vorangetrieben. Gleichzeitig wurde die gebildete Ober- und Mittelschicht ausgerottet. Folter im Untersuchungsgefängnis S21 und Massenexekutionen auf den Killing Fields waren an der Tagesordnung und eine Million Kambodschaner verloren ihr Leben. Mehr zur Geschichte Kambodschas lest ihr in meinem Bericht über das Foltergefängnis Tuol Sleng.

Nach der Vertreibung der Roten Khmer 1979 musste Phnom Penh komplett neu aufgebaut werden- und das von einer jungen Generation von Überlebenden. Man merkt das der Stadt heute noch an, dass dort eine Generation fast komplett ausgelöscht wurde und so ist Phnom Penh heute eine Stadt, die dominiert und geprägt ist von Jugendkultur (freilich gänzlich anders als man sich „Jugendkultur“ in Europa vorstellt).

Aufgrund der Tatsache, dass Kambodscha immer noch Entwicklungsland ist, tummeln sich unzählige Entwicklungshilfeorganisationen und NGO’s in der Stadt und hat man den Eindruck, dass jeder Khmer mindestens ein Familienmitglied hat, dass für eine NGO arbeitet. Auch die Anwesenheit des Internationalen Völkermordtribunals mit tausenden direkten und indirekten einheimischen Beschäftigten sorgt nicht nur dafür, dass sich der Lebensstandard der Menschen und die Infrastruktur der Stadt in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert haben sondern auch das Englisch, das in Phnom Penh gesprochen wird, ist das beste in ganz Südostasien.

Das Nightlife ist in Phnom Penh extrem abwechslungsreich mit etablierten Clubs rund um die 51. Straße wie Pontoon oder Heart of Darkness, der inzwischen zu einem Treffpunkt der Gay- Szene geworden ist, fancy rooftop cocktail bars direkt an der Riverside oder einfachen dunklen Ganja Bars wie dem Red Fox in der 172. Straße.

Überhaupt: die street 172. Hier ist inzwischen das Epizentrum der Backpacker- und Party- Szene mit günstigen Unterkünften wie meinem persönlichen Favoriten, dem Sundance Inn & Saloon, oder dem B52 Guesthouse schräg gegenüber, fantastischen Restaurants wie dem Blue Dolphin, dem Fresh Chili (die als touristisches Highlight fritierte Taranteln auf der Karte haben) oder David’s Noodle Restaurant mit einer Live Show zu frischer Nudel- Herstellung und etlichen kleinen Bars mit gezapftem Ankor- Bier für 1,50 Dollar- und dicken Grasjoints für 2 Dollar.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich vor ein paar Jahren nachts  durch die dreckigen Straßen gezogen bin und Angst hatte, ausgeraubt zu werden. Nun, dreckig sind viele Ecken in Phnom Penh immer noch, aber die Stadt ist spürbar sicherer geworden. Mindestens im Riverside- Viertel kann man sich auch nachts gefahrlos bewegen, wobei natürlich wie überall auf der Welt die Regel gilt, Reichtum und Wohlstand nicht allzu offensichtlich heraushängen zu lassen, denn trotz allem Fortschritts ist Kambodscha auch weiterhin noch ein Entwicklungsland.

Phnom Penh entwickelt sich

Wer zum letzten Mal vor zehn Jahren in Phnom Penh war und jetzt wiederkommt, wird sich verwundert die Augen reiben. Überall wird gebaut, überall ist Fortschritt-  auch wenn es bis heute keinen Mc Donald’s in Phnom Penh gibt.

Trotzdem büßt die Stadt nichts von ihrem ursprünglichen rotzigen Charme ein. Der Verkehr ist immer noch chaotisch und der Zweitakter- Sprit der zigtausenden Motorbikes in der Rush hour stinkt wie früher die Trabis nach der Grenzöffnung in Deutschland. Dass es weiterhin keinen effizienten Öffentlichen Nahverkehr gibt, ist für Backpacker und Expats aber kein Problem, da Mobilität für diese Gruppen immer noch spottbillig ist (s. dazu meinen Artikel zur Fortbewegung in Phnom Penh)

Ein bisschen erinnert mich die Entwicklung in Phnom Penh an Ost- Berlin frisch nach der Wende; nur das Tempo des „Fortschritts“ (wenn man es denn so nennen will), ist in Asien glücklicherweise noch geringer.

Dennoch ist es absehbar, dass die kleinen charmanten und romantischen Läden nahe der Riverside in den nächsten Jahren durchdesignten Shops großer Mode- und Hotelketten weichen werden. Deshalb mein dringender Rat an alle, die eine Reise in diese Ecke der Welt planen: Packt euch Kambodscha und vor allem Phnom Penh auf euren Reisekalender. Es lohnt sich!

Mehr zu Einreise und Visum für Kambodscha.

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