Airline- Check: Air France

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Air France genießt vollkommen zu Recht den schlechten Ruf, die Servicewüste Europas zu sein. Doch fangen wir mit was Positivem an. Der miese Ruf hat offenbar dazu geführt, dass die Maschinen nur spärlich gefüllt sind. So hatte ich eine Viererreihe für mich und konnte mich während des Fluges schön breit machen.

Ich wäre auch nicht im Traum auf die Idee gekommen, einen Air France- Flug zu buchen, aber da die Franzosen mit der niederländischen KLM zusammengehen und KLM eine sehr angenehme Fluglinie ist, musste ich den Air- France- Rückflug halt in Kauf nehmen.

Wie inzwischen die allermeisten Airlines macht auch Air France ein Extrageschäft mit den zusätzlichen Zemtimetern Beinfreiheit am Notausgang und verhökert die gegen ein Zusatzentgelt. Immerhin ist die Reservierung von normalen Sitzplätzen, anders als bei Swiss oder LH, immer noch kostenlos möglich.

In normalen Economy- Sitzreihen haben die Langstreckenflieger immerhin 81 cm Sitzabstand, was unter halbwegs seriösen Airlines Mindeststandard ist. Das Entertainment- System hat zwar immerhin funktioniert, doch die Auswahl an Filmen oder sonstigen Angeboten war schmal und auch nicht auf dem neuesten Stand. Immerhin werden vernünftige Kopfhörer dazu gereicht und nicht diese Dinger, die man sich irgendwie hinter das Ohr klemmen soll.

Entgegen dem weitverbreiteten Vorurteil, dass sich Franzosen generell weigern, etwas anderes zu sprechen als Französisch, gab sich die Crew auf meinem Rückflug von Bangkok nach Paris erstaunlich polyglott. Die Verständigung auf Englisch lief jedenfalls reibungslos; das war vor 5 Jahren auf meinem Flug nach Bilbao noch ganz anders.

Die Bordverpflegung ist eher so zum Lächeln. Das war jedenfalls mein erster  interkontinentaler Flug mit nur einer warmen Mahlzeit- bei der es dann auch keine Auswahl gab. So gab es für alle Passagiere Chicken- Pampe mit den üblichen belanglosen Beilagen. Immerhin gab es landestypisch Baguette, das beim Draufbeißen einen knusprigen Eindruck machte.

Einen Service mit alkoholischen Getränken gab es auf dem ganzen Flug nicht. Stattdessen wurde auf das Essenstablett eine kleine Flasche Rotwein und eine noch kleinere Flasche immerhin sehr guten Tawney Portwein gelegt. Es wirkte ein bisschen wie: Trinkt das und lasst uns ansonsten zufrieden. Ob es auf Nachfrage Alkohol gegeben hätte, kann ich nicht sagen.

Das Abendessen ohne irgendeinen Anteil an warmen Speisen war zu wenig und nicht weiter der Rede wert. Auch ansonsten wählt Air France bei Kleinigkeiten, mit denen man Sevicepunkte sammeln könnte, immer die kostengünstigere Variante. Ein Beispiel gefällig? Während der Schlafphase auf dem Flug gehen die Stewardessen normalerweise mit einem Tablett voll verschiedener Kaltgetränke durch die Reihen. In der Regel mindestens Wasser, Cola und Orangensaft. Bei Air France geht das Crewmitglied mit einer Flasche Wasser und ein paar Bechern durch die Reihen… Wenn ich dafür 100 Euro spare, nehme ich solche Kleinigkeiten in Kauf; bei gleichem Preis nehme ich dann aber den anderen Anbieter.

Zu guter letzt: Die Flüge von Air France starten oder enden am Paris Charles des Gaulle. Wenn man dort Aufenthalt hat, wird einem das Geld, das man vielleicht bei dem Flug gespart hat, dreist wieder abgenommen, denn Paris CDG gehört wohl zu den teuersten Flughäfen der Welt. Und einen Mc Donald’s oder Burger King gibt’s auch nicht- jedenfalls nicht in dem Terminal, in dem ich angekommen bin.

Fazit: Fliegen mit Air France dürfte meinetwegen gerne ein „once-in-a-lifetime“ Erlebnis bleiben…

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Kai Berke

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