Airlline- Check: Tiger Airways

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Gegen den südostasiatische Billigflieger Tiger Airways ist Ryanair eine Rundum- Sorglos- Airline. Zahlt man bei dem irischen Vorreiter schon für jedes kleine Extra extra, treibt Tiger Airways das Prinzip der Low Cost Carrier auf die Spitze.

Zeigt die Webseite beim Buchungsvorgang zunächst einen sympathischen Tiefpreis, so steigt dieser in den nächsten Minuten schneller als die Körpertemperatur bei einem Malaria- Schub.

Als erstes kommen auf den Lockvogel- Preis branchenüblich die Flughafen- Gebühren und Steuern drauf, dann ein ordentliches Extra Fee, wenn man Gepäck mitnehmen möchte (450 Baht für 20 kg je Strecke). Überflüssig zu erwähnen, dass das Gepäck am Flughafen äußerst penibel gewogen und Übergewicht extra abkassiert wird.

Möchte man dann noch priority boarding und eine Sitzplatzreservierung, kostet das natürlich auch extra. Immerhin wird keine Extra- Gebühr für die Zahlung mit Kreditkarte fällig.

Eine besonders perfide Form des Kasse- Machens kommt dann nach der Buchung. Man wird darauf hingewiesen, dass man zum Boarden unbedingt das Pdf mit dem Flugschein benötigt, das man nach der Buchung zugeschickt bekommen sollte – und dass man sich an eines der Callcenter wenden möge, wenn man die Buchungsbestätigung nicht zugeschickt bekommt.

Ihr ahnt es schon. Ich habe natürlich keine Buchungsbestätigung zugeschickt bekommen – und es gibt im ganzen großen Internet keine einzige fucking Email- Adresse von dem Verein. Zynische Begründung: Man möchte individuellen Service statt Standard- Emails bieten. Und dabei natürlich auch noch mal ordentlich kassieren.

Ich bin bei der Recherche auf ein australisches Forum von Tiger- Passagieren gestoßen, die seit vier Jahren erfolglos nach billigeren Kontaktmöglichkeiten fahnden. Erfolglos!

Also habe ich über Skype immerhin relativ günstig in dem Callcenter in Singapur angerufen und dort sagte man mir, dass es öfter Probleme mit Email- Adressen gäbe und ob ich eine Adresse von Hotmail, Yahoo oder Gmail habe, denn dort würde der Versand problemlos funktionieren.

Tatsächlich hatte ich dann auch fünf Minuten später meinen Flugschein.

Der Check In selbst verlief dann problemlos. Mein Flug von BKK nach Clark wurde von der philippinischen Billig- Airline SEAIR durchgeführt. Das eingecheckte Gepäck wurde gewogen, nicht jedoch mein Bordgepäck, das 7 kg wiegen darf. Mit meinem kleinen Rucksack war ich von den 7 kg auch weit entfernt, aber an Bord habe ich eine Reihe von Leuten mit Monster- Koffern gesehen, die offenbar unbeanstandet blieben.

In weiser Vorraussicht hatte ich -gegen Aufpreis natürlich- einen Platz am Notausgang mit satt Beinfreiheit (gefühlt 100 cm) gebucht. Das erwies sich als kluger Schachzug, denn die Standard- Sitze sind erbärmlich und für die 3 Stunden von BKK nach Clark eine Katastrophe.

Nervig allerdings, dass die Rückenlehne bei den Notausgängen nicht nach hinten bewegt werden kann. Dass es solchen kleinen Zusatzkomfort wie ein kleines Kissen im Rücken bei Tiger Airways nicht gibt, muss vermutlich nicht etra erwähnt werden.

Auch Getränke, Snacks oder gar ein warmes Essen gibt es nur gegen satten Aufpreis. Gut, dass ich unmittelbar vor dem Start bei Burger King noch nen Whopper gegessen habe, sonst hätte ich den dreistündigen Flug wohl Kohldampf geschoben. Ein übliches Bordessen (aber nur das Essen ohne die Beilagen, die es bei normalen Airlines auf dem Tablett gibt) sollte immerhin knapp acht Euro kosten.

Ansonsten ist der Flieger neu und in gutem Zustand. Die Crew achtet penibel auf die Durchführung der Sicherheitsbestimmungen. Erst zum zweiten Mal habe ich am Notausgang die eigentlich obligatorische Sicherheitsbelehrung zum Öffnen der Notausgangs- Tür im Notfall erhalten.

Das Personal spricht sauberes Englisch und ist professionell freundlich.

Der Rückflug hatte dann – und das ist ein häufig beklagtes Phänomen bei Billig- Airlines- satte zwei Stunden Verspätung; Infos erhält man nur spärlich und auch nur auf beharrliches Nachfragen.

Da Tiger Airways nur Einzelflüge anbietet, ist es gerade wegen der Unzuverlässigkeit des Flugplans riskant, noch für den selben Tag einen Weiterflug zu buchen, denn man muss in jedem Fall durch die Immigration, sein Gepäck abholen, dann in den Departure- Bereich des Flughafens, neu Einchecken, durch die Sicherheitskontrollen, Immigration und Boarding. Dass kann auf einem Wald- und Wiesen- Flughafen schon knapp werden- am Suvarnabhumi benötigt das Procedere sicher minimum zwei Stunden.

Fazit: Wenn man ohne irgendwelche Sonderwünsche nur von A nach B will und um Gottes Willen keine Anschlussverbindung in den nächsten drei Stunden nach der Landung benötigt, ist Tiger Airways sicherlich wegen des Preises attraktiv, doch sobald man auch nur eine Kleinigkeit an Service haben möchte, wird es teuer. Wer routinierter Ryanair- Flieger ist, den schreckt das natürlich nicht.

UPDATE: Inzwischen bin ich mit Tiger Airways noch von Hongkong nach Singapur und von dort weiter nach Bangkok geflogen.

Der oben erwähnte Vorteil mit der kostenfreien Kreditkartenzahlung hat sich inzwischen erledigt; hierfür wurden mir branchenübliche 8 Euro für die VISA- Zahlung berechnet.

Die Ledersitze ohne Stoffbezüge fühlen sich unangenehm an und die 78 cm Beinfreiheit sind bei mehrstündigen Flügen (z.B. nach Australien) für große Menschen die Hölle. Allerdings hat die Lufthansa auch nicht mehr, nimmt aber im Vergleich zu Tigerair Apothekenpreise. Ansonsten liefen die beiden Flüge ohne Verspätungen oder sonstige Ärgernisse problemlos ab, so dass man von einem guten Preis- Leistungs- Verhältnis sprechen kann.

Es sei aber noch mal darauf hingewiesen, dass beim Check- In die Buchungsbestätigung vorgelegt werden muss! Bei anderen Airlines reicht der Reisepass, da die Daten im Computer hinterlegt sind.

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Kai Berke

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