Einreise und Visum in Israel

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Für die Einreise nach Israel benötigen deutsche Staatsangehörige bei einem Aufenthalt von höchstens drei Monaten kein Visum, aber viel Zeit und gute Nerven. Insbesondere, wenn der eigene Reisepass Stempel aus arabischen Staaten aufweist, wird die Befragung durch die israelischen Einreisebehörden intensiviert.


Darüber hinaus finden auch stichprobenartige Befragungen bei der Einreise statt. Als ich anlässlich eines Champions- League- Spiels meines Vereins nach Israel gereist bin, wurde ich (natürlich ich, wie immer!) von einem Beamten des Inland- Geheimdienstes aus der Menge der Schalke- Fans herausgefischt und zum Grund meiner Einreise befragt. Dabei hat er sich nicht mit der Aussage zufrieden gegeben, dass ich als Fußballfan hier bin sondern hat detailiert nachgefragt, gegen wen Schalke denn spielt, in welchem Stadion und um welche Uhrzeit. Ob ich schon eine Eintrittskarte habe und in welchem Hotel ich übernachte.

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist allerdings der Sicherheitscheck bei der Ausreise.

Sicherheitscheck in Israel

Ein notwendiges, aber dennoch sehr nerviges Übel sind die Sicherheitschecks an den Flughäfen ohnehin schon, aber die Intensität, mit der in Israel geprüft, durchsucht und durchleuchtet wird, hab ich noch nicht mal erlebt, als ich kurz nach dem 11. September 2001 aus den USA ausreisen wollte.

Schon die Standard- Prozedur kann ja anstrengend sein.

Neben der modebedingten Diskussion um Nackscanner ist vor allem das Flüssigkeitsverbot im Handgepäck eine miese Schikane und ein verdecktes Konjunkturprogramm für Kioske hinter der Sicherheitskontrolle, die zu unanständigen Preisen Getränke feilbieten. Neben Getränken fallen bei den Sicherheitsfachkräften aber auch alle anderen Flüssigkeiten, Cremes und Pasten durch, die nicht in Portionen < 100 ml und in einem durchsichtigen Beutel mit Reißverschluss transportiert werden. Also: Zahnpasta in Beutel: kein Problem; Zahnpasta in einem Kulturbeutel: groooßes Sicherheitsrisiko. Zum Glück soll dieser Schwachsinn ab 2012 wieder gelockert werden.

In Israel beginnt der Sicherheitsparcour mit einer Befragung. Warum sind Sie in Israel? Kann irgendjemand Ihre Identität bestätigen? Haben Sie Ihr Gepäck selber gepackt? Waren Sie schon mal in arabischen Staaten? Diese Fragen werden einem im Verlaufe der Checks leicht variiert immer wieder gestellt. Dann erfolgt ein Screening des gesamten Gepäcks, bevor es dann zur sensorischen Prüfung des aufgegebenen Gepäcks geht. Hierbei durchwühlen – fast durchweg weibliche (und nebenbei äußerst attraktive) – Sicherheitsleute die dreckige Wäsche der Passagiere nach Plastiksprengstoff. Nach dieser Prozedur begleitet einen die Security zum Check In, damit man nichts mehr aus dem Handgepäck ins aufgegebene Gepäck umpacken kann. Die gleiche Prozedur spielt sich dann bei der Handgepäck- Kontrolle noch einmal ab. Die abschließende Passkontrolle frisst dann auch noch einmal etwas Zeit so dass man mit gut zwei bis drei Stunden für den kompletten Sicherheitscheck rechnen sollte.

Vorsicht!

Bei der Einreise nach Israel bekommt man einen Stempel in den Reisepass. Dieser Stempel wird einem Probleme bereiten, wenn man vorhat, mit demselben Reisepass in ein arabisches Land einzureisen. Außer Ägypten und Jordanien verweigern alle arabischen Länder Menschen die Einreise, die einen israelischen Stempel in ihrem Pass haben.

Wer vorhat, aus Israel noch weiter durch den Nahen Osten zu reisen, der hat zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es die Möglichkeit, sich in Deutschland für diesen Fall bereits einen Ersatz- Reisepass ausstellen zu lassen, der dann aber natürlich die ganz normalen Gebühren kostet. Zum anderen kann man den israelischen Immigration- Officer bitten, den Stempel nicht in den Pass sondern auf ein separates Stück Papier zu machen. Dann allerdings darf man das lose Blatt Papier nicht verlieren, da man andernfalls bei der Ausreise Probleme bekommt.

Aber bei allen Schwierigkeiten und Problemen: Das Land Israel ist die Mühen wert!

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Kai Berke

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