Wie überstehe ich meinen Langstreckenflug?

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Langstreckenflüge enden i.d.R. in einer anderen Klima- und einer anderen Zeitzone und die Bedingungen an Bord eines Flugzeugs sind auch nicht gerade hilfreich bei der Bewältigung dieser Umstellung. Hier gibts ein paar Tipps, worauf es zu achten gilt.

Beinfreiheit

Große Menschen leiden oft in der Economy- Class, weil sie weniger Platz für ihre Beine haben als Legehennen in der Kleinvoliere, was neben dem Mangel an Komfort auch zu ernsthaften Problemen wie Thrombose führen kann.

Bei Langstreckenflügen, die von mehreren Fluggesellschaften angeboten werden, lohnt sich ein Vergleich der Sitzabstände, die sich nämlich bis zu 10 cm unterscheiden können, was in einem Flugzeug Welten sind.


Glücklicherweise gibt es in den letzten Jahren wieder einen Trend zu mehr Beinfreiheit. Die Zwergen- Airline ist LTU mit menschenunwürdigen 76 bis 78,5 cm Sitzabstand; ordentlich Beinfreiheit gibts in der Economy Class vieler asiatischer Airlines wie THAI (86,5 cm) oder Malaysia Airlines mit 87 cm.

Einen Vergleich von Sitzabstand und der auch nicht unwichtigen Sitzbreite gibts hier.

Eine Umfrage hat zudem ergeben, dass Menschen lieber zum Zahnarzt gehen als im Flugzeug auf dem Mittelsitz zu sitzen. Um diesen undankbaren Platz zu vermeiden, sollte man rechtzeitig durch das Reisebüro (oder die Airline oder das Buchungsportal) einen Platz am Gang reservieren lassen. Dort kann man zumindest ein Bein regelmäßig ausstrecken.

Einen Fensterplatz lassen sich auch nur kleine Menschen und Anfänger aufschwatzen, denn da die Wand eines Flugzeugs rund ist, drängt sie sich unten ein unangenehmes Stückchen in den Fußraum, wodurch der Bewegungsspielraum im Sitz eingeschränkt wird. Zudem muss man immer über zwei Leute rübersteigen, wenn man sich mal die Füße vertreten oder auf Klo will.

Wer die Möglichkeit hat, besonders frühzeitig am Flughafen zu sein, sollte sich zudem beim Einchecken um einen Sitz am Notausgang bemühen, denn dort hat man Beinfreiheit wie in der Business Class. Da man dort im Falle einer Notlandung aktiv mithelfen muss, werden eine gewisse körperliche Fitness und gute Englischkenntnisse verlangt. Der Ernstfall tritt ja aber zum Glück eher selten ein.

Wer aufgrund von Krampfadern ein erhöhtes Thromboserisiko trägt, sollte sich vom Arzt Stützstrümpfe verschreiben lassen, die nach Möglichkeit am Fuß offen sein sollten.

Zudem hilft es, am Abend vor dem Flug und ca. eine Stunde vor Abflug je eine Aspirin zu nehmen, die bekanntlich blutverdünnend wirkt und daher das Thromboserisiko senkt.

Bewegung

Der komfortabelste Sitz wird bei einem zehnstündigen Flug irgendwann unbequem, deshalb ist es wichtig spätestens alle zwei Stunden aufzustehen und eine Weile im Gang auf und ab zu gehen, sich zu strecken und „Bordgymnastik“ zu machen, also alle Knochen und Gelenke planmäßig in Bewegung zu bringen.

Alkohol im Hochgebirge?

Natürlich ist es verführerisch, sich an Bord mal so richtig volllaufen zu lassen. Die Getränke sind kostenlos und nach der Ankunft muss man in der Regel auch nicht Auto fahren.

Trotzdem sollte man dem kostenlosen Vollrausch widerstehen.

Da die Luft (und der Luftdruck) in der Flughöhe von ca. 12000 Metern für den Menschen nicht verträglich ist, findet in der Kabine ein Druckausgleich statt. Hier wird der Druck aber nicht auf Normalnull runter gepegelt sondern an Bord herrscht eine Atmosphäre wie in etwa 2000 Metern Höhe.

Das ist u.a. auch der Grund, warum die Füße anschwellen und dass wiederum ist der Grund, warum man die Schuhe sofort nach dem Start ausziehen sollte und durch dicke Socken oder flexible Schlappen ersetzen sollte (und am Fuß offene Thrombosestrümpfe tragen sollte). Wer das nicht tut, weiß jetzt immerhin, warum ihm nach dem Flug die Füße so weh tun.

Wenn der menschliche Organismus sich im Hochgebirge befindet oder dies jedenfalls vorgegaukelt bekommt, ist der Genuss von Alkohol regelmäßig keine gute Idee. Stattdessen sollte man den anderen Mitreisenden nacheifern und Tomatensaft trinken.

Über das Phänomen, warum an Bord eines Flugzeuges Menschen plötzlich zu Tomatensafttrinkern werden, sind ja ganze Bücher geschrieben worden. Ich glaube, das liegt einfach daran, dass man zu Hause keinen Tomatensaft trinkt und sich im Flieger einfach mal was Neues gönnen will…

Egal was man trinkt: Viel trinken ist auf jeden Fall seeeehr wichtig. Nicht nur trinken, wenn man mal Durst hat oder die Saftschubse gerade mit dem Servicewagen durch die Reihen wackelt sondern auch zwischendurch immer mal wieder zum Servicepersonal gehen und was zu Trinken holen.

Eigene Getränke können aufgrund der komplett schwachsinnigen Regelung zu Flüssigkeiten im Handgepäck leider nicht mehr mit an Bord genommen werden, es sei denn, man hat sie zu obszönen Preisen hinter der Handgepäckkontrolle erstanden.

Der Schlaf der Gerechten

Am Besten verbringt man den anstrengenden Flug natürlich im Schlaf (wenn man kann). Da der menschliche Tag/Nacht- Rhythmus durch den Lichteinfall bestimmt wird, sind die Airlines bemüht, die Passagiere auf die anstehende Zeitverschiebung vorzubereiten, indem sie ihnen durch Abdunkelung der Kabine veränderte Nachtzeiten vorgaukeln. Mit einer Schlafbrille kann man denselben Effekt erzielen.

Besonderes Augenmerk verlangt die tageszeitabhängige Einnahme von Medikamenten (Insulin, Minipille o.ä.), die Gegenstand einer reisemedizinischen Beratung vor Abflug sein sollte.

Ein weiterer Anpassungsmechanismus im Flugzeug ist die stufenweise Temperaturregulierung. Um aus dem deutschen Winter kommend nicht von subtropischen Temperaturen niedergestreckt zu werden, wird die Bordtemperatur während des Fluges ein Stück weit angepasst und der vorausschauende Traveller zieht sich so an, dass er hierauf durch An- oder Abkleiden reagieren kann. Ich glaube, viele Erkältungen nach einem Langstreckenflug wären vermeidbar, wenn die Leute ihre Strandkleidung an Bord einfach rechtzeitig an mitteleuropäische Verhältnisse anpassen würden.

Druckausgleich bei Start und Landung

In der Landephase auch schon mal das Gefühl gehabt, dass einem gleich der Kopf platzt? Stechender Schmerz hinter der Stirn und Ohren zu?? Einfach mal ein Nasenspray mit an Bord nehmen…

Klingt banal und ist es eigentlich auch, aber der menschliche Körper organisiert den Druckausgleich über die Nase. Deshalb ist der Trick, die quälenden Schmerzen in der Landephase zu vermeiden, ganz einfach die Nase frei zu halten.

Wenn man also merkt, dass der Pilot die Reisehöhe verlässt, einfach je zwei Stöße Olynth Nasenspray in jedes Loch und schon klappt es mit der schmerzfreien Landung.

Beim Start reicht es meist, ein Bonbon zu lutschen oder ein Kaugummi zu kauen.

Nützliche Helfer

Um vielleicht während des Fluges auch ein wenig Schlaf zu bekommen, hat sich das Set aus aufblasbarer Nackenstütze, Schlafbrille und Ohrenstöpsel bewährt. Ein paar Erfrischungstücher dabei zu haben, ist zudem immer eine gute Idee. Dicke Socken oder ein paar Bordschlappen gehören ebenso ins Handgepäck.

Ihr habt euch auf eurem letzten Flug über eure Airline aufgeregt (oder gefreut) oder habt das perfekte Mittel gegen Jetlag? Ich freue mich über Kommentare und Hinweise.

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Kai Berke

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