Rastaman vibration? Positive!

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Rastafari werden häufig für verwirrte, kiffende Zottelköpfe gehalten, die gern Reggae hören und Ganja rauchen. Dies ist allerdings eine sehr eingeschränkte Sichtweise auf eine Religionsgemeinschaft, die mit ca. 26.000 bekennenden Rastafari in Jamaica zwar weit davon entfernt ist, als Weltreligion zu gelten, aber in der Karibik durchaus einigen Einfluss hat.

Einfluss auf die Entstehung der Bewegung hatte der Begründer der „Back-to-Africa“- Bewegung Marcus Garvey, der in den 1920’er Jahren die Krönung eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika voraussah. Als Haile Selassie I 1930 zum Kaiser von Äthiopien gekrönt wurde, wurde dies als Wiedergeburt Jesus Christus gewertet. Der Name der Bewegung leitet sich vom bürgerlichen Namen Selassies, Ras Tafari Makonnen, ab.

Neben der Anerkennung Haile Selassies I als lebendigen Gott auf Erden steht vor allem die Forderung nach einer Rückkehr der verschleppten schwarzen Sklaven in das afrikanische Mutterland im Zentrum der Weltanschauung. Mittlerweile wird dies eher in einem spirituellen Sinne verstanden, zu den Wurzeln der eigenen Identität zurückzukehren. Entsprechend lehnen die Rastas die westliche Weltanschauung konsequent ab, trinken und rauchen nicht (also keinen Tabak, jedenfalls) und ernähren sich vegetarisch. Die Unterteilung in Gut und Böse findet ihren sprachlichen Ausdruck in den Begriffen Jah (kurz für den hebräischen Gott JHWH) und Babylon, wobei unter Babylon alles Übel auf der Welt subsumiert wird.

Die Religion ist ein bunt zusammen gewürfeltes Sammelsurium aus biblischen und jüdischen Elementen sowie einer Prise tribaler Heilserwartungsbewegungen. Kulturellen Ausdruck findet die Religion im rituellen Konsum von Ganja wie auch in den Dreadlocks, die Natur- und Gottverbundenheit symbolisieren sollen. Eine gewisse Popularität haben auch die Farben der Rasta- Bewegung erlangt. Das Rot-Gelb-Grün wird gerne mit der jamaicanischen Flagge verwechselt; es handelt sich aber um die Farben der äthiopischen Nationalflagge in umgekehrter Reihenfolge. Die rotgelbgrüne Fahne symbolisiert Rot für das Blutvergießen unter den verschleppten Sklaven, Gelb für den Reichtum, der den Sklaven gestohlen wurde und Grün für die Heimkehr ins afrikanische Mutterland.

Übrigens: Die unreflektierte Übernahme einzelner Symbole durch die westliche Jugend wird von den Rastas belächelt bis abgelehnt.

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Kai Berke

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